EU, Finanzen und die Frage nach dem Niveau… oder: „Deutschland, ein Wintermärchen“

Oyster with a pink pearl inside
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Wir können natürlich immer verlangen: Alles soll immer billiger und zugleich immer besser werden. Aber, ist das realistisch? Ich denke, eigentlich ist manches simpler, als wir annehmen: Qualität und auch Quantität haben ihren Preis. Wenn ich Austern und Champagner schlürfen will – genügen ein ‚Appel und Ei‘ dafür nicht.

Aber, sind es wirklich Austern und Champagner, die wir wollen? Oder ist es eher so, dass es auch kostet, über viele Jahrzehnte gute Qualität zu erhalten?

Ob Bahnstrecken, gute Straßen, die dem Warenverkehr und dem Privatverkehr im wesentlichen freie Fahrt ermöglichen, oder gute Schulen, sie kosten Geld. Wer Kindern Bildung und unseren Städten und Dörfern – und Ländern – eine Infrastruktur gönnen will, muss manchmal tiefer in die Tasche greifen.

„Früher war alles besser…!“ Wirklich? Wer hatte ‚früher‘ einen Personal Computer, einen Laptop und einen digitalen Fernseher zu Hause? Und ein mal größeres, mal kleineres Smartphone? In den meisten Fällen mittlerweile ein Smartphone pro Haushaltsmitglied!

Wieviele Menschen konnten sich früher zahllose Eier kaufen und essen, wann immer sie wollten? Wer konnte sich eigentlich Fleisch leisten?

Wieviele Menschen konnten eine höhere Schulbildung genießen? Und studieren?

Wir können fast jederzeit überall hin ‚gondeln‘ – mit Bussen und Bahnen. Selten war unsere Umwelt so sicher wie heute.

Wir jammern auf hohem Niveau, weil wir – vielleicht mehr Nachrichten gucken, als Dokumentationen ansehen. Oder Statistiken finden, die verlässlich, weil unabhängig sind.
„Drama und Galama“ sind halt unterhaltsamer, oft; vor allem, wenn wir nicht selbst betroffen sind.

Auch im GEO-Magazin findet sich ein guter Artikel dazu, mit der Kernaussage: „Pessimismus ist ein Privileg für Reiche“.

Wir drehen am Knauf und die Heizung wird warm. Wir chatten mal eben mit Singapur oder Australien.

Wir lernen online und tanzen oder singen im Verein; sind uns der Wichtigkeit gesunder Ernährung bewusster, als je zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Auch dies ist richtig: Es ist nicht alles wunderbar. Manches bedarf der Verbesserungen.

Aber, wie im GEO-Newsletter ausgedrückt, vor ein paar Tagen, der Hinweis auf den oben verlinkten Artikel:

„Die extreme Armut hat sich weltweit seit dem Jahr 2000 fast halbiert, die Lebenserwartung in Europa hat sich in den vergangenen zwei Jahrhunderten verdoppelt, und statistisch war die Wahrscheinlichkeit, durch eine Gewalttat ums Leben zu kommen, selten so niedrig wie heute.

Für mich kohlestaubgeschädigtes Ruhrpott-Kind interessant: Über 90 Prozent aller neuen Kraftwerke auf der Welt arbeiten mit Wind, Wasser, Sonne oder sonst wie nachhaltig. Und in London, einer notorisch grauen europäischen Metropole, ist die Luft so sauber wie seit gut 200 Jahren nicht.

[…]

Steffens plädiert dafür, dem Fatalismus nicht das Feld zu überlassen: „Pessimismus ist ein Privileg für Reiche, für die guten Zeiten“, schreibt er. „Nur wer hat, kann fürchten zu verlieren. Pessimismus mag nützlich sein, um frühzeitig zu warnen. Aber wenn es darauf ankommt, ist er gefährlich. Weil er lähmt und radikalisiert.“

Auch Optimisten glauben nicht, dass alles gut wird. Sie sind allerdings überzeugt, dass etwas getan werden kann. Ein fundamentaler Unterschied.“

Deutschland als Wintermärchen war Heinrich Heines Text und zugleich Streitschrift und Liebesbrief an Deutschland.

Man kann sich zu Tode sparen… Geiz ist manchmal – einfach nur geizig.

Klug wirtschaften bedeutet, zu investieren. Und in guten und schweren Zeiten zusammen halten.

Gemeinsam sind wir stärker.