Verhandlungen, Machtspiele und Taktik der Drohkulisse: Die USA als ‚Power Game Player‘ – Zusammenhalten, jetzt erst recht

Eine Spielekonsole-Bedienung und eine VR-Brille vor dunklem Hintergrund mit bunt beleuchteter Nebelwolke davor.
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Seit es Computerspiele und Spielekonsolen gibt, werden wir gewarnt: Unsere Kinder sollten davon fern gehalten werden, damit sie nicht die falschen Werte lernen.
Aber: Was ist mit Erwachsenen…? Man sehe sich an, was seit vielen Jahren in den USA passiert, durch einen Präsidenten, der vor einem Gericht der USA bereits rechtskräftig verurteilt ist, für Bestechung, Korruption, Veruntreuung und sexuelle Nötigung. Ein Krimineller.

Dieser Mensch maßt sich an, seine Macht- und Geldgier zusammen mit seinen Unterstützern dort fast ungebremst auszuleben:
Ob die Europäische Union, Iran oder die Ukraine:
Immer wieder baut er Drohkulissen auf, lässt durch Druck und wieder Drohungen wahlweise mit hohen Zöllen und wahlweise mit Kriegsdrohungen zum Beispiel Verteidigungsbudgets der NATO-Mitgliedstaaten erhöhen, so dass diese dann statt um 3% des Bruttosozialproduktes 5% ausgeben müssen.
(Womöglich sogar in Absprache mit Russland; Links zur New York Times und Pulitzer-Preis-Komittee dazu.)

Wofür?
Für Waffen, die in den USA produziert werden, zum überwiegenden Teil.

Wer profitiert? Die US-Industrie.

Andere Taktik, aber das Ziel ist deutlich und dasselbe wie damals zu Zeiten des Dritten Reiches: Mehr Macht, mehr Geld. Für die Beteiligten, die ‚Parteigänger‘.

Als internationale Gemeinschaft ist es einmal mehr unsere Aufgabe, Menschen wie dem Präsidenten der USA zu zeigen, wo es lang geht.

Zusammenstehen und sich nicht einschüchtern oder korrumpieren lassen! Zeigen, für welche Werte wir hier stehen! Jetzt erst recht!

 

Verbundenheit: „Liebe als Überwindung des Abgetrenntseins“ – oder: ‚Soziale‘ Medien – oder: IN Sein?

A group of people smiling and joining hands standing in a circle, all colours, ages and gender.
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Das ‚Gefühl des Abgetrenntseins‘ ist uns als Menschen manchmal nicht bewusst. Es kann sehr stark werden, wenn wir dem Kindesalter entwachsen. Im Laufe der Jahre entwickeln wir ‚Strategien‘, die uns das Leben wieder erleichtern. Sich einer oder mehrer Gruppen zugehörig fühlen, etwa. Turnverein, Kegelclub, Tanzgruppe, Jazz-Band, Chor oder Surf-Club, oder…

Gleichgesinnte finden. Sich zugehörig fühlen. ‚Richtig sein‘. Es ‚richtig machen‘. Je nach Umfeld ist richtig dann oft auch unausgesprochen anders definiert.

Dazu können in den digitalen Zeiten eben auch ‚Social Media‘, ’soziale‘ Medien gehören. Sie werden als ’sozial‘ bezeichnet, weil sie soziale Kontakte ermöglichen sollen. Zumindest soweit die offizielle und ursprüngliche Idee.

Es gibt Vorläufer, wie Chats und Foren, in denen online diskutiert wurde. Und wird.

Aber was heute als ’social media‘ bezeichnet wird, ist dazu da, den Betreibern Geld zu verschaffen. Daten und Ideen oder auch Vorlieben und Eigenheiten werden verkauft, geradezu gehandelt, um sie für Marketingzwecke nutzbar zu machen.

In manchen Fällen wurden und werden die persönlichen Daten nicht ausreichend geschützt.

Soziale Medien müssen bewusst und klug genutzt werden. Medienkompetenz zu lehren, ist einmal mehr wichtig.

Aber noch wichtiger scheint mir auch dies: Wenn wir uns zu sehr bemühen, ‚IN‘ zu sein, dazu zu gehören, verpassen wir die Chance, wir selbst und ein wenig anders zu sein. Denn erst die Vielfalt der ‚Gewürze‘ macht ein Gericht aromatisch.

„Aus Liebe zu Deutschland“ – oder: Wer sich bückt, kann die Arme nicht zum Umarmen ausstrecken

Dieses Interview zu seinem Buch habe ich vor einiger Zeit zufällig gefunden. Selten habe ich soviel Herz und Verstand in der Sicht auf Deutschland erlebt. Seit einigen Jahren hatte ich das Gefühl immer stärker empfunden, dass wir in Deutschland zur Schwarzmalerei neigen.

Wir sollten uns wieder daran erinnern, dass das Böse im Menschen überall auf der Welt vorkommt. Dass der Nationalsozialismus keine spezifisch deutsche Eigenart darstellte – oder darstellt.

Dass Machtkonstellationen und Geldinteressen dazu führen konnten, dass eine zwar starke aber nicht eine Mehrheitspartei an die Macht kam, durch Koalitionen(!) – und eine Diktatur errichtete.

Darum gilt es auch, uns daran zu erinnern, wie Toleranz und Weltoffenheit entstehen:

    • „Toleranz“, die Fähigkeit, das zu akzeptieren, das anders ist. Solange es nicht schädlich oder lebensfeindlich ist.
    • „Weltoffenheit“: In Selbstachtung aufrecht denen gegenüber zu treten und sie willkommen heißen können, die eine andere Sichtweise mitbringen.

Toleranz und Weltoffenheit: Hamed Abdel-Samad spricht über seine Ideen mit viel Herz und Verstand: „Aus Liebe zu Deutschland“

Die menschliche Herausforderung: Toleranz – oder: Selbstachtung als Basis

Embleme der Religionen der Welt in einem goldenen Strahlekranz auf lauchtend blauem Grund, mit meschlichen Fiuren dazwischen, im Zentrum ein Globus.
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Toleranz ist die Kunst, Dinge oder Sichtweisen, die man nicht mag, die abweichen, hinnehmen zu können. Als gleichberechtigt. Solange sie nicht schädlich oder lebensfeindlich sind.

Toleranz f. ‘Duldung, Duldsamkeit’ (Mitte 16. Jh.), später auch allgemein ‘Rücksichtnahme, Großzügigkeit, Aufgeschlossenheit’ und (ab 19. Jh.) ‘zulässige Abweichung vom Nennwert’, aus lat. tolerantia ‘Fähigkeit zu ertragen, Geduld, Duldsamkeit’.

Soweit das Wörterbuch (Wahrig + Duden: www.dwds.de).

Toleranz kann eine Herausforderung sein, weil sie erfordert, dass Menschen ihre eigene Sichtweise nicht absolut setzen. Sondern Alternativen, das Anderssein, zulassen können.
Das Andere kann aber die eigene Sichtweise infrage stellen.

Das ist nicht unbedingt ein Problem. Denn andere Sichtweisen können neue Eindrücke, neue Ideen oder neue Erkenntnisse ermöglichen.

Es wird dann zum Problem, wenn Menschen sich in ihrer Existenz, in ihrem ‚So-Sein‘ angezweifelt fühlen, weil sie ihre Sichtweise und ihre eigene Person gleichsetzen.

Wenn wir mehr Frieden und Gleichberechtigung in der Welt suchen, dann müssen wir das üben und lehren, wo es angemessen ist, in Schulen vielleicht, aber auch an anderen Bildungseinrichtungen und in Betrieben und Organisationen:

Was bedeutet Toleranz? Wo sind ihre Grenzen? Wie kann sie mich als Mensch bereichern, statt mir Angst zu machen?

Toleranz bedeutet, das Andere anders sein lassen können. Weil ich mich selbst kenne und gut leiden kann. Weil ich Selbstachtung gelernt habe.

Nur wer aufrecht steht, kann die Arme zum Umarmen ausstrecken.

Maslows Pyramide – oder: Menschen und Meinungen – oder: Hoffnung und Widerstandsfähigkeit

Abbildung der Malsowschen Bedürfnispyramide
Bild: Freie Lizenz via Wikimedia Commons

Maslows Pyramide der menschlichen Bedürfnisse zeigt sie in der Anordnung von grundlegend unten zu den Bedürfnissen an der Spitze. Erst wenn grundlegende Bedürfnisse befriedigt werden können, ist es möglich, sich um alles andere zu kümmern.

Es sind Stufen… und diese Stufen bauen aufeinander auf. Fundamentale Bedürfnisse müssen abgedeckt sein, sonst kann ‚mensch‘ sich nicht wirklich um die Erfüllung der weiter oben gelegenen kümmern.

Konkret: Wenn das Auskommen nicht gesichert ist, bleibt der Kopf nicht frei, um sich etwa um Beziehungen ausreichend bemühen zu können.

Vielen Menschen sind solche und andere Dinge nicht bewusst. Oder nur latent in einer Art zugrundeliegender Besorgnis.

Widerstandsfähigkeit den Unbilden des Lebens gegenüber entsteht durch Erfahrung. Durch das Miteinander von Menschen, die auch wissen, was es bedeutet, wenn es schwierig wird. Dass wir als Menschen aufeinander angewiesen sind.

Die tragischen Fälle derer, die alleingelassen werden, sind solche, die verzweifeln. Verzweiflung ist ein tragischer Zustand, denn er bedeutet, dass jemand die Hoffnung auf Leben aufgibt.

Es gibt genügend Hinweise in den guten Texten und menschlichem Wissen der Jahrtausende dazu, was ‚Gemeinschaft‘ bedeutet.

Aber auch solche, die deutlich machen, was Menschen, die ‚entmenschlicht‘ sind, zu tun imstande sind. Schillers Lied von der Glocke* wurde in früheren Jahrzehnten als Pflichtlektüre zum Auswendiglernen in Schulen gelehrt. Er ist  nicht umsonst einer der großen Dichter.

Der Glaube an das Gute im Menschen kann durchaus schwer sein; verloren gehen. Aber das Prinzip Hoffnung ist auch eines der ganz großen im menschlichen Leben.

Hoffnung gründet sich auch darauf, dass wir Menschen um uns haben, denen wir wichtig sind. Die uns unterstützen oder trösten, in schweren Zeiten.

Hoffnung.

Poto von einem Sprössling in trockener, aufgerissener Erde und leichem Regen darüber
Bild lizenziert via Adobe CC

*Auszug aus „Das Lied von der Glocke“

Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte
Der Feuerzunder still gehäuft,
Das Volk, zerreißend seine Kette,
Zur Eigenhilfe schrecklich greift!
Da zerret an der Glocken Strängen
Der Aufruhr, daß sie heulend schallt
Und, nur geweiht zu Friedensklängen,
Die Losung anstimmt zur Gewalt.

Freiheit und Gleichheit! hört man schallen,
Der ruhge Bürger greift zur Wehr,
Die Straßen füllen sich, die Hallen,
Und Würgerbanden ziehn umher,
Das werden Weiber zu Hyänen
Und treiben mit Entsetzen Scherz,
Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen,
Zerreißen sie des Feindes Herz.
Nichts Heiliges ist mehr, es lösen
Sich alle Bande frommer Scheu,
Der Gute räumt den Platz dem Bösen,
Und alle Laster walten frei.
Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken,
Verderblich ist des Tigers Zahn,
Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in seinem Wahn.
Weh denen, die dem Ewigblinden
Des Lichtes Himmelsfackel leihn!
Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
Und äschert Städt und Länder ein.

Friedrich Schiller, 1799

 

Menschliche Gefühle: Angst, Vertrauen und Zuversicht – oder: Freude und Leid teilen

Photo einer Hochhauslandschaft, davor eine junge Frau in einer Hängematte, scheinbar darüber schwebend.
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Gefühle sind im Menschenleben eine sehr starke Kraft. Sie beeinflussen unsere Gedanken, unser körperliches Wohlbefinden, unsere Urteile – und unsere Entscheidungen. Gefühle sind manchmal sehr fundamental und universal. Ob Freude oder Ekel, Angst oder Traurigkeit, alle Menschen kennen sie.

In der Forschung über die Seele, die Psychologie, werden diese menschlichen Regungen und teils auch die dazugehörigen Vorgänge im Körper, Psychosomatik, genau erforscht und beschrieben.

Oft wird es dargestellt und auch teils so erfahren, als wären wir unseren (heftigen) Gefühlen oder Leidenschaften hilflos ausgeliefert. Aber das ist nicht so.

Manchmal empfinden wir heftige Wut, Furcht, Angst oder Traurigkeit. Und dann gute Wege zu finden, sie zu erleichtern, kann wichtig sein. Aussprechen, evtl. auch durch ‚Kissenboxen‘, oder Trost durch liebe Menschen, wenn wir weinen müssen, kann wichtig sein.

Aber es gibt die Möglichkeit, in ruhigeren Momenten unsere Gedanken zu prüfen: Ob wir auch andere Perspektiven finden.

Selbstkritik kann heftig werden. Sie kann uns ohnmächtig fühlen lassen. Schuldgefühle.

Wenn das passiert, kann auch professionelle Hilfe durch gut geschulte, zertifizierte und erfahrene Fachpersonen wichtig sein.

Angst kann sich aber eben auch in nicht ausreichendem Vertrauen gründen: Wenn wir schwere Zeiten erlebt haben, vielleicht auch wiederholt ähnlich: Jobverlust, schlechte Erfahrungen oder Behandlung durch andere, Krankheit und Tod lieber Menschen; dann neigen wir dazu, vorsichtig zu werden.

Kann ich dieser oder jener Person wirklich vertrauen?

Vertrauen.

Vertrauen fällt nicht vom Himmel. Aber es kann im Voraus geschenkt werden, der berühmte ‚Vertrauensvorschuss‘.

Danach kann es wachsen.
Weil wir mit den noch unbekannten Menschen immer vertrauter werden. Schwere Zeiten durchmachen und wissen, wir können uns auf sie verlassen. Vertrauen haben.

Vertrauen kann man aufbauen, zerstören – aber auch wiederfinden. Es sollte gehütet werden, wie ein Schatz. Vertrauen.


Literaturempfehlung zum Thema Gefühle und Alltag:
Daniel Goleman: EQ. Emotionale Intelligenz, 34. Auflage, 1997

Anpassung, Gleichklang, ‚More of the Same‘ – oder: Vielfalt leben

Eine Elephantenherde und im Vordergrund eine Vignette mit einem Kreis von ausgestreckten Händen, die verschiedene Blätter halten.
Images by Simon Oberthaler and Juan Diego Salinas from Pixabay, meine Graphik

Menschen sind ‚Herdentiere‘.  Diese Idee ist nicht neu… Sie verkürzt, was das Konzept dahinter ausdrückt: Wie Tiere, die in Herden leben, so haben auch Menschen von Natur aus, einem Instinkt ähnlich, das Bedürfnis, in Gruppen zu leben. Gruppen von solchen Menschen, die sie als sich selbst ähnlich empfinden.

Denn das Andere kann verunsichernd sein. Urängste auslösen.

Wenn Menschen Angst bekommen, so die Forschung, würden andere Hirnareale aktiv, als im Alltag, ohne Sorge oder Angst:
Der ältere Teil des Gehirns, das Stammhirn, wird aktiviert und treibt uns zur Flucht. Oder gar zum Angriff.

Der neuere Teil unseres Gehirns, so die Definition, ist der Neocortex. Er ermöglicht, dass wir komplexe Dinge denken und – Empathie empfinden: Mitgefühl.

Sicherheitsgefühl: Das ist in Herden ausgeprägter, als allein. Auch das ist wohl zentral: Wir wünschen uns Sicherheit und Akzeptanz.

Das geht dann am Einfachsten, wenn alle scheinbar oder tatsächlich ‚gleich‘ sind, sich wohlig in einer Gruppe von Gleichen aufgehend fühlen.

Dass manche Menschen Teil einer Gruppe sein können, obwohl sie eine andere Herkunft haben, eine andere Hautfarbe – oder schlicht eine neue Herangehensweise, ist in manchen Umgebungen ein neues Konzept.

Vielfalt statt Einerlei macht das Leben bunter, fröhlicher – und kann neue Ideen hervorbringen.

Die Waage zu halten zwischen Vorsicht und echter Gemeinschaft in Vielfalt macht Freude – und innovativ.

„…und wieder einmal ist die Kommunikation zusammen gebrochen…“ – oder: Die Kunst der Verständigung – oder: Vom Mann, der einen Hammer leihen wollte

Zwei Menschen einander gegenüber, als Silhouetten, die heftig diskutieren.
Image by Mohamed Hassan from Pixabay

Paul Watzlawick erzählt sie, die Geschichte vom Mann, der einen Hammer leihen wollte. In seiner „Anleitung zum Unglüklichsein.“ Paul Watzlawick ist Kommunikationswissenschaftler,  hat Standardwerke dazu geschrieben, aber der erwähnte Titel ist allgemeinverständlich, die Geschichte kurz nacherzählt:

Ein Mann wollte von seinem Nachbarn einen  Hammer leihen. Er denkt sich, hinüber zu gehen. Dann fällt ihm ein, dass der kürzlich einmal so merkwürdig geschaut habe. Und: War da nicht neulich ein Treffen gewesen, auf dem Gehweg, da er ihn nicht zurück gegrüßt hatte? Und überhaupt, waren da nicht auch ein paar Situationen gewesen, an denen er so leicht gelächelt hatte ? Hatte er nicht kürzlich auch die Stirn so komisch gerunzelt? Und wie er das Auto neuerdings parkte… Ging er ihm nicht wirklich aus dem Weg…?!

Der Mann wird immer wütender, denn wie kann ihn der Nachbar so behandeln? Schließlich stürmt er zum Nachbarhaus, klingelt und als der Nachbar öffnet, brüllt er ihn an: „Sie können Ihren blöden Hammer behalten!“

Diese und andere Geschichten in Paul Watzlawicks Buch machen teils auf sehr amüsante und regelrecht lustige Weise deutlich, wie leicht wir Menschen uns das Leben schwer machen, weil wir andere aufgrund von ‚Vor-urteilen‘ einschätzen, die uns kaum noch bewusst sind. Auf diese Weise uns selbst und anderen das Leben unnötig schwer machen.

Woher kommt das wohl?
Es sind die kleinen und großen Gewohnheiten und Sichtweisen, die wir im Laufe unseres Lebens lernen. Sie hängen mit unserer Familie zusammen, aber auch mit der Kultur, in der wir aufwachsen.

Diese Ideen werden zu einer Perspektive auf die Welt, auf das Leben, die wie ein Filter wirken. Das kann es schwer machen, andere Menschen in ihrer Gesamtheit zu erkennen und einzuschätzen.

Viel Kummer und viele Missverständnisse beruhen darauf: Dass wir unsere ‚Filter‘ einsetzen, ohne uns dessen wirklich so recht bewusst zu sein.

Paul Watzlawick war nicht nur Österreicher, er war auch weltweit anerkannter Wissenschaftler.

Sein Buch ist zur sehr vergnüglichen Lektüre empfohlen.
Denn: Lachen ist nicht nur gesund.
Es lässt sich lernen, miteinander in echte Kommunikation zu treten – und (wieder) zu Verständigung zu kommen.

ヽ(•‿•)ノ

 

Heinrich Böll trifft Erich Kästner – Das Leben wie es ist

Straße mit Schildern die bunt und unbeschriftet in verschiedene Richtungen weisen.
Neue Wege gehen… (Image by Gerd Altmann from Pixabay)

Gib Alarm!

Gib Alarm
Sammle Deine Freunde
nicht
wenn die Hyänen heulen
nicht
wenn der Schakal Dich umkreist
oder
die Haushunde kläffen
nicht
wenn der Ochs unterm Joch
einen Fehltritt tut
oder der Muli am Göpel stolpert
Gib Alarm
Sammle deine Freunde
wenn die Karnickel die Zähne blecken
und ihren Blutdurst anmelden
Wenn die Spatzen Sturzflug üben
und zustoßen
Gib Alarm.

Heinrich Böll

Spaziergang nach einer Enttäuschung

Da hätte mich also wieder einmal
eine der hausschlachtenen Ohrfeigen ereilt,
die das eigens hierzu gegründete Schicksal
in beliebiger Windstärke und Zahl
an die Umstehenden gratis verteilt.

Na schön. Der Weg des Lebens ist wellig.
Man soll die Steigerungen nicht noch steigern.
Es war wieder mal eine Ohrfeige fällig.
Ich konnte die Annahme schlecht verweigern.

So ein Schlag ins vergnügte Gesicht
klingt für den, der ihn kriegt, natürlich sehr laut,
weil das Schicksal mit Liebe zur Sache zuhaut.
Tödlich sind diese Ohrfeigen hingegen nicht.
Der Mensch ist entsprechend gebaut.

Jedoch, wenn ich den See betrachte
und die schneeweiß bedeckten Berge daneben,
muß ich denken, was ich schon häufig dachte:
Diese Art Ohrfeigen brauchte es nicht zu geben.

Da rennt man nun die Natur entlang
und ist froh, daß man keinem begegnet.
Die Vögel verüben Chorgesang.
Die Sonne scheint im Überschwang.
Aber innen hat’s ziemlich geregnet.

Die Glockenblumen nicken verständig.
Eine Biene kratzt sich ernst hinterm Ohr.
Und der Wind und die Wellen spielen vierhändig
die Sonnenscheinsonate vor.

Das Schicksal wird mich noch öfter äffen
und schlagen, wie es mich heute schlug.
Vielleicht wird man wirklich durch Schaden klug?
Mich müssen noch viele Schläge treffen,
bevor mich der Schlag trifft! Und damit genug.

Erich Kästner (1899 – 1974)
aus Dr. Erich Kästners lyrische Hausapotheke,
Atrium Zürich, 1936