„Fehlerkultur“? – „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ – oder: Der Unterschied zwischen Angst, Feigheit und Mut

Schwalbe, die ein Bad nimmt.
Bild: Wikimedia Commons, Creative Commons Lizenz – courtesy Prasan Shrestha: „Barn swallow taking a bath“

Die eine Schwalbe, die den Sommer nicht verkündet: Sie ist sprichwörtlich im Deutschen dafür, dass wir einzelne Ereignisse nicht als Anzeichen für eine Regel betrachten dürfen. „Fehler“ werden so genannt, weil sie Ausnahmen sind.
<Scherz an>Wenn Fehler zur Regel würden – könnten sie eine Marktlücke füllen…<Scherz wieder aus>

Seit geraumer Zeit wird der Begriff „Fehlerkultur“ im Deutschen gebraucht und diskutiert. Ich bin vor vielen Jahren schon in der Didaktik der Medizin damit konfrontiert worden, als ich in der Forschungsadministration beschäftigt war.

Im Englischen gibt es seit 1999 den Begriff der ‚psychological safety‘. Selbst Marktgiganten, wie Google haben sich damit befasst und mit den Auswirkungen auf Arbeitsatmosphäre und -qualität.

In diesem Zusammenhang kommen Angst, Mut und Feigheit zur Sprache. Wir werden oftmals erzogen zu glauben, dass Angst und Feigheit dasselbe seien. Dagegen Mut bedeute, keine Angst zu haben.

Das ist ein Trugschluss. Möglicherweise auf den Ideen des Militärs beruhend, die immer wieder auch ihren Niederschlag im Geschäfts- und Privatleben finden. Denn echte ‚Helden‘ sind natürlich ‚furchtlos‘.

Aber sowohl Psychologie als auch Anthropologie und eben auch Medizin haben längst erkannt, dass Angst zu den grundlegenden Emotionen gehört.

Wenn wir unsere Angst zu katalysieren lernen; lernen, mit ihr umzugehen, verstehen, dass sie kein Manko ist, sondern menschlich; dann werden wir in die Lage versetzt, neue Wege zu gehen.

Vielleicht das Beste, was man mit Fehlern tun kann, ist:

    • Verstehen, dass sie wie die eine Schwalbe, eine Ausnahme sind, keine ‚Regel‘.
    • Aus ihnen lernen, um neue und vielleicht bessere Wege zu gehen, wenn es um’s ‚Geschäft‘ geht.
    • Neue Wege zu finden, mit Menschen in Kontakt zu kommen und gegenseitiges Verständnis aufzubauen. Echte Beziehungen.

Denn eines ist auch klar: Feigheit ist eine Möglichkeit, mit Angst umzugehen. Sie kann aber schlimmere Folgen haben, als die Angst selbst. Weil sie Fehler verwischen oder unter den Tisch kehren macht, die besser klar wären. Um sie beheben zu können. Oder künftig zu vermeiden, weil man neue Wege gefunden hat.

Mut ist nicht Abwesenheit von Angst. Mut ist, Angst zu haben und trotzdem mit klarem Kopf zu tun, was nötig oder wichtig ist.