(Video: E.v. Hirschhausen über ‚Freunde‘)
Freundschaft als Idee ist Teil philosophischer Betrachtungen. Aber auch einfach eine Tatsache, die wir manchmal unterschätzen, bis sie scheinbar verloren geht.
Was sind Freunde? Freundschaft?
Ich denke, es kommt ein wenig auf die eigene Perspektive an: Wenn wir noch jung sind, kann es passieren, dass wir glauben, uns der Welt beweisen zu müssen: Schau, ich bin gut genug, ich bin mit XYZ befreundet… Jemand will mich als Freund/Freundin.
Das kann sich auflösen, wenn unsere Selbstachtung ausreichend gewachsen ist, zu finden: Ich bin so OK, wie ich bin. Vielleicht nicht perfekt. Aber OK. Spätestens dann fangen wir an zu verstehen, dass wir Freunde und Freundinnen brauchen, die uns verstehen.
„Freude und Leid teilen.“
Das geht nicht mit jedem. Denn Freude oder Leid sind je nach Lebenssituation unterschiedlich. Wer bestimmte Erfahrungen nicht machen konnte (oder durfte), dem fehlt die Perspektive.
Im ‚kleinen Prinzen‘, diesem wundervoll gelungenen Buch zu Leben, Liebe und Freundschaft von Antoine de Saint-Exupéry heißt es:
„Man sieht nur mit dem Herzen gut.
Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
Es bedeutet, dass wir Empathie brauchen, Mitgefühl. Das kommt eben von Herzen, aber auch von Selbsterkenntnis: Nur wer seine eigenen Gefühle und Erfahrungen zulassen und erkennen kann, kann Empathie üben.
Hinzu kommt aber auch, dass Erfahrungen sich manchmal ähneln müssen: Manches können wir schwer nachempfinden, wenn uns Erfahrung und / oder Phantasie fehlen.
Oder Interessen: Wem die Interessen des Anderen gleichgültig sind oder gar fremd, der ist vielleicht ein guter Bekannter – aber kein Freund / Freundin.
Freundschaft finden bedeutet für mich auch:
„Qualität vor Quantität.“
„Gut Ding will Weile haben.“
