Glück? Das ist eine Frage der Perspektive. Und auch eine kleine Frage der Definition. Der Schmidt Max vom Bayerischen Rundfunk sucht das Glück und spricht mit Menschen, die glücklich sind. Die rausgefunden haben, was sie glücklich macht. Ob Landwirte, Millionär oder eine Psychologin, die Forschungen dazu kennt, aus der sogenannten positiven Psychologie.
Was uns Menschen glücklich macht?
Bilder von GEOVANIA SILVA OLIVERIA und OpenClipart-Vectors von Pixabay
Ich bin in drei Sprachen und mehr Kulturen bequem zu Hause. Deutsch, Englisch und Persisch. Umgangston ist eine Frage der Kultur, der Sprache – aber auch der Perspektive. In Deutschland besonders, aber auch in anderen Regionen vor allem westlicher Kulturen wird oft angenommen, Führungsstil, Autorität in einem Zusammenhang beweise sich durch lautes Rufen, regelrecht Brüllen und – ‚zur Schnecke‘ machen.
Das sind Methoden, die aus teils vorsintflutlichen Ideen von Führung, wie derzeit aus dem Militär übernommen, stammen. Der ‚Sergeant‘, der ‚Spieß‘, der ‚Schleifer‘, sind einige bekannte Ausdrücke für diese Art, Menschen durch lautes und aggressives Verhalten dazu zu kriegen, sich an Regeln zu halten, zuzuhören – oder Befehle auszuführen.
Gott sei Dank sind wir im normalen Alltag mittlerweile weit davon entfernt, Befehlsempfänger zu sein. Wir sind manchmal weisungsgebunden, manchmal weisungsbefugt.
Aber: Mitdenken ist erlaubt!
In der Ruhe liegt die Kraft. Verhalten, das Frieden und Kooperation fördert, können wir manchen östlichen Kulturen abschauen.
Wenn es mal eng wird, im Alltag, sind Ruhe und Selbstvertrauen und damit mehr Entspannung die besten Voraussetzungen, um Probleme zu lösen.
Seit es Menschen gibt, gibt es Kommunikation. Aktuelle Forschung geht auch davon aus, dass Sprachen, wie wir sie heute kennen, erst sehr viel später entwickelt wurden. Sprache besteht aus Wörtern. Aus Sätzen und Formulierungen.
Kommunikation besteht aus mehr: Aus Voraussetzungen, die wir selbst in Gedanken machen. Die wir mitbringen. Weil wir in einer Region und Kultur aufwachsen. Weil wir glauben, Dinge schon gehört zu haben, sodass wir eine Situation oder Menschen einschätzen können.
Kommunikation setzt das auch voraus: Wenn wir in einer Kultur aufwachsen und dann in eine andere Kultur wechseln, kann das komplex werden, in Bezug auf Verstehen und Verständnis.
Denn nicht alle Gesten, Mimik und Ausdrucksweisen sind universal.
Universal sind menschliche Bedürfnisse, Ängste und Gefühle.
Worte sind allerdings manchmal zweitrangig: Denn es kommen noch die Aspekte Wahrhaftigkeit und – nicht zu unterschätzen – Körpersprache hinzu.
Kaum etwas wird mehr unterschätzt, als die Motive der Menschen, die sie dazu bringen, ‚falsch Zeugnis abzulegen wider ihren Nächsten‘.
Darum gehört zu echter Kommunikation Vertrauen. Die Fähigkeit, Spreu von Weizen zu trennen und zu wissen, auf wen man sich wirklich verlassen kann.
Manipulation ist vielschichtig. Ein besonders aussagekräftiges Beispiel ist vielleicht die Geschichte über Taubstumme, die im TV die Aussage des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton anschauten. Sie lachten und waren ausgelassen wie nach einem guten Witz. Als sie gefragt wurden, warum sie so reagierten, antworteten sie, sinngemäß: „Der lügt doch so offensichtlich.“
Manchmal sind Worte nur scheinbar bedeutsam. Manchmal sind Menschen zu sehr an sich selbst interessiert. Manchmal sind Worte nicht verlässlich.
„Die Menschen reden viel, wenn der Tag lang ist.“ – „Wenn Du viel Gutes reden hörst, bring einen kleinen Korb mit.“
Ob Worte der Menschen verlässlich sind, lehrt uns teilweise die Lebenserfahrung, weil wir lernen, zu unterscheiden. Und teilweise die Zeit: Wen wir noch nicht kennen, lernen wir mit der Zeit einzuschätzen.
Aber, wie es auch so schön heißt: „Holzauge, sei wachsam.“ Denn gerade Gerede und Gerüchte haben oft einen sehr ernsten und weniger beeindruckenden Hintergrund.
Leider ist es gerade im ‚Business‘ verbreitet, zuerst auf sich selbst zu schauen und gegebenenfalls ruhig und scheinbar sachlich Lügen zu verbreiten; oder Worte in einen falschen Kontext zu setzen und dadurch einen falschen Eindruck zu erwecken. Eine Methode, die immer wieder ‚gerne genommen‘ wird.
Ich hatte sehr viel Gelegenheit, Menschen kennen zu lernen. Es gibt viele, die Herz haben und Verstand. Die Anstand besitzen und wissen, was Mitgefühl bedeutet. Das Leben in einer Gemeinschaft.
Images by Simon Oberthaler and Juan Diego Salinas from Pixabay, meine Graphik
Menschen sind ‚Herdentiere‘. Diese Idee ist nicht neu… Sie verkürzt, was das Konzept dahinter ausdrückt: Wie Tiere, die in Herden leben, so haben auch Menschen von Natur aus, einem Instinkt ähnlich, das Bedürfnis, in Gruppen zu leben. Gruppen von solchen Menschen, die sie als sich selbst ähnlich empfinden.
Denn das Andere kann verunsichernd sein. Urängste auslösen.
Wenn Menschen Angst bekommen, so die Forschung, würden andere Hirnareale aktiv, als im Alltag, ohne Sorge oder Angst:
Der ältere Teil des Gehirns, das Stammhirn, wird aktiviert und treibt uns zur Flucht. Oder gar zum Angriff.
Der neuere Teil unseres Gehirns, so die Definition, ist der Neocortex. Er ermöglicht, dass wir komplexe Dinge denken und – Empathie empfinden: Mitgefühl.
Sicherheitsgefühl: Das ist in Herden ausgeprägter, als allein. Auch das ist wohl zentral: Wir wünschen uns Sicherheit und Akzeptanz.
Das geht dann am Einfachsten, wenn alle scheinbar oder tatsächlich ‚gleich‘ sind, sich wohlig in einer Gruppe von Gleichen aufgehend fühlen.
Dass manche Menschen Teil einer Gruppe sein können, obwohl sie eine andere Herkunft haben, eine andere Hautfarbe – oder schlicht eine neue Herangehensweise, ist in manchen Umgebungen ein neues Konzept.
Vielfalt statt Einerlei macht das Leben bunter, fröhlicher – und kann neue Ideen hervorbringen.
Die Waage zu halten zwischen Vorsicht und echter Gemeinschaft in Vielfalt macht Freude – und innovativ.
Neue Wege gehen… (Image by Gerd Altmann from Pixabay)
Gib Alarm!
Gib Alarm
Sammle Deine Freunde
nicht
wenn die Hyänen heulen
nicht
wenn der Schakal Dich umkreist
oder
die Haushunde kläffen
nicht
wenn der Ochs unterm Joch
einen Fehltritt tut
oder der Muli am Göpel stolpert
Gib Alarm
Sammle deine Freunde
wenn die Karnickel die Zähne blecken
und ihren Blutdurst anmelden
Wenn die Spatzen Sturzflug üben
und zustoßen
Gib Alarm.
Heinrich Böll
Spaziergang nach einer Enttäuschung
Da hätte mich also wieder einmal
eine der hausschlachtenen Ohrfeigen ereilt,
die das eigens hierzu gegründete Schicksal
in beliebiger Windstärke und Zahl
an die Umstehenden gratis verteilt.
Na schön. Der Weg des Lebens ist wellig.
Man soll die Steigerungen nicht noch steigern.
Es war wieder mal eine Ohrfeige fällig.
Ich konnte die Annahme schlecht verweigern.
So ein Schlag ins vergnügte Gesicht
klingt für den, der ihn kriegt, natürlich sehr laut,
weil das Schicksal mit Liebe zur Sache zuhaut.
Tödlich sind diese Ohrfeigen hingegen nicht.
Der Mensch ist entsprechend gebaut.
Jedoch, wenn ich den See betrachte
und die schneeweiß bedeckten Berge daneben,
muß ich denken, was ich schon häufig dachte:
Diese Art Ohrfeigen brauchte es nicht zu geben.
Da rennt man nun die Natur entlang
und ist froh, daß man keinem begegnet.
Die Vögel verüben Chorgesang.
Die Sonne scheint im Überschwang.
Aber innen hat’s ziemlich geregnet.
Die Glockenblumen nicken verständig.
Eine Biene kratzt sich ernst hinterm Ohr.
Und der Wind und die Wellen spielen vierhändig
die Sonnenscheinsonate vor.
Das Schicksal wird mich noch öfter äffen
und schlagen, wie es mich heute schlug.
Vielleicht wird man wirklich durch Schaden klug?
Mich müssen noch viele Schläge treffen,
bevor mich der Schlag trifft! Und damit genug.
Erich Kästner (1899 – 1974)
aus Dr. Erich Kästners lyrische Hausapotheke,
Atrium Zürich, 1936
Wissen und Können sind nie gleich bei zwei verschiedenen Menschen. Egal, wieviel jemand gelernt, studiert oder erlebt und erfahren hat: Wir sind im Detail immer einzigartig in einem bestimmten Arbeitsumfeld. Wie unsere Fingerabdrücke.
Wenn Menschen hinzu kommen und ihre Expertise mitbringen, kann das Unruhe auslösen: Wird mir das schaden, weil ich weniger kompetent wirke?
Was muss ich vielleicht beachten? Was kann ich noch nicht, habe es übersehen oder sollte es gekonnt haben…?
Wenn Menschen nicht das Gleiche können und wissen, ist das förderlich!
Ideen zu kombinieren, Eindrücke und Erfahrungen austauschen, befruchtet!
Ob im Arbeitsleben oder privat: Austausch ist oft entscheidend für das Fortkommen, die Weiterentwicklung oder schlicht Innovation.
In der Anthropologie ist es Teil der Forschung: Wenn Kulturen sich abschotten, gegen andere, der Austausch versiegt, dann gehen Kulturen unter.
Ein besonders berühmtes Beispiel sind die alten, chinesischen Kulturen: Sie bauten eine Mauer, um sich zu schützen, gegen feindliche Angriffe.
Aber sie schotteten ihr Reich immer mehr ab, so dass es in den Jahrhunderten danach regelrecht zu einem Geheimwissen, einer mysteriösen Existenz im Bewusstsein der Völker wurde.
Was läge wohl dahinter…?
Die Zeiten änderten sich, aber die Kultur ging tatsächlich unter. Und sie ist eben nur ein Beispiel.
Mich selbst erkennen, mein Können und Wissen verstehen und darauf als Basis auf solidem Grund stehen, kann Ausgangspunkt sein.
Von dort aus können Hände gereicht und Ideen ausgetauscht werden.
Ohne Angst oder Sorge, selbst etwas Entscheidendes zu verlieren oder aufgeben zu müssen.
‚Menscheln‘ ist ein schöner, alter Ausdruck der Alltagssprache. Er bezeichnet das, was passiert, wenn Menschen zusammen kommen, arbeiten, leben, sich streiten und wieder vertragen.
Es gibt natürlich graduelle Unterschiede: Manche Auseinandersetzungen können eskalieren. Es kann zu schlimmen Streitigkeiten kommen, Wortwechseln, Vorwürfen und lauten Wortgefechten.
Aber im Alltag wird man feststellen, mit einer gewissen Lebenserfahrung und Hintergrundwissen, dass viele Muster sich ähneln.
Im Geschäftsbereich, in Instituten und Organisationen, Fabriken, in der Stadt, auf dem Dorf:
Es menschelt halt manchmal.
Ob man diese Dinge eher sehr ernst nimmt, oder nehmen muss, oder sie mit einem leichten Lächeln als das „Menschliche allzu Menschliche“ abtropfen lassen kann, hängt sehr von den Umständen ab.
Denn wie wir eine Angelegeneheit bewerten, macht ihren ‚Wert‘, ihr Gewicht aus. Ihre Bedeutung für uns.
Diese Bewertung wiederum hängt von unseren Erfahrungen ab, von möglichen Ängsten und Sorgen, die in dem Zusammenhang auftauchen können.
Ängste wiederum sind immer gekoppelt an unsere Perspektive. Sie sind ein menschliches Gefühl, das durchaus positive Eigenschaften haben kann:
Wenn wir Sorge haben, dass es einen Unfall geben könnte, werden wir vorsichtiger Auto fahren.
Ich habe es verkürzt einmal so ausgedrückt:
„Wer behauptet, nie Angst zu haben, lügt entweder – oder ist dumm.“
Denn um Angst oder Sorge haben zu können, braucht es Vorstellungskraft, Phantasie. Und die ist mit Dummheit kaum vereinbar.
Menscheln: So vieles Menschliche ist einfach nur wunderbar.
Es gibt die Freundlichkeit, den Humor, Lachen, Erfahrung und Wissen austauschen. Freundschaft, Liebe – in all ihren Erscheinungsformen.
„Juristendeutsch“ ist vielleicht die bekannteste unter den eigenen ‚Sprachen‘, die jedem sofort deutlich macht: Juristen sind anders, wenn sie sprechen und schreiben.
Das ist auch wichtig: Denn bestimmte Formen und Standards des schriftlichen (und mündlichen) Ausdrucks sind je nach Berufsgruppe entscheidend, um sich verständigen zu können.
Dazu kommt auch, dass oftmals die Professionalität des sprechenden/schreibenden Menschen in seiner Sparte jeweils danach beurteilt wird, ob er sich passend ausdrückt.
Das macht es aber gelegentlich zur Herausforderung, je nach Vorwissen und eigener Sichtweise, bestimmte Dinge genau zu erfassen.
Mein Paradebeispiel ist der Begriff „Schnittstelle“: In der Informatik bezeichnet er diverse Dinge, unter anderem kann das ein Gerät sein, das eine Verbindung herstellt. Eine Software. Oder etwas so scheinbar simples, wie ein bestimmter Kabeltyp.
Ich finde darum auch sehr wichtig, dass wir im Hinterkopf behalten: Menschen sind je nach Berufssparte und Biographie sowohl in Ausdrucksweise als auch ihrer spezifischen Art, zu begreifen, unterschiedlich.
Das hat deshalb so gut wie nichts mit Intelligenz zu tun! Sondern mit dem Unterschied der Sichtweise(n).
Das macht es spannend, ist eine Bereicherung – und braucht manchmal Geduld und Erfahrung, um sich zu verständigen.