Positive Verstärkung – oder: Visualisieren, Phantasie und – Menschen

Colourful drawing of two cats sitting in the moonlight on a large mushroom, ther backs to the viewer.
Image by Betidraws from Pixabay

Es gibt unterschiedliche Ideen darüber, wie im Alltag miteinander gesprochen wird. Oder einander geschrieben. Das gilt auch dafür, wie man erklärt, wohin ‚die Reise‘ gehen soll. Wenn etwas vielleicht noch nicht ganz rund läuft. Es gibt nicht nur den Ausdruck ‚konstruktive Kritik‘. In dem Zusammenhang sehr interessant ist die „positive Verstärkung“.

Warum?

Worte sind wirkungsvoll. Sie können geradezu explosive Kraft entfalten. Sie tun das, was man beim Radio nennt:
„Das Kino im Kopf einschalten.“

Worte erzeugen Bilder in unseren Köpfen, besonders, wenn es anschauliche Begriffe sind. Solche, die wir positiv assoziieren:
Brot, Kuchen, kühler Drink, weicher, tiefblauer Samt, duftende Rosen, plätschernde Quelle, im Wind bewegte Gräser…

Das sind Ausrücke, die anschaulich sind.

Das bedeutet auch, dass Fehler oder Missgeschicke, in Worte gefasst, im Kopf Bilder erzeugen. Je nach Kultur werden diese dann zusätzlich verstärkt, weil Fehler als ein großes Problem angesehen werden.

In manchen Berufssparten sind Fehler deswegen ein Problem, weil sie teils dramatische Konsequenzen haben können. Etwa bei Ärzten.

Wenn also über Fehler lang und breit gesprochen wird, womöglich noch mahnend, kann das sehr heftig wirken. Hinzu kommt dann, dass auch kulturabhängig, teils familiär bedingt, Menschen gelernt haben, das „poker face“ zu bewahren, auch in schweren Zeiten. Oder wenn mit heftiger Kritik konfrontiert. Da braucht es dann Erfahrung und Fingerspitzengefühl, Kommunikation zu verfeinern.

Darum ist das Prinzip der positiven Verstärkung so bedeutungsvoll: Sie konzentriert sich darauf, das zu betonen, was schon gut ist. Ziele möglichst klar zu machen.

Ich erhebe trotz manchen Fachwissens nicht den Anspruch auf Vollkommenheit.
Ich habe in einem recht ereignisreichen Leben und durch Hintergrundwissen und Lektüre gelernt, dass es Zeiten gibt, da brauchen wir als Menschen Nachsicht. Zeiten, da müssen wir Nachsicht haben.

Im Alltag. Wer bewusst und wiederholt den Regeln des Anstands oder den Gesetzen zuwider handelt, ist sowieso ein anderes Kaliber.

Aber ich nutze diesen Blog immer wieder gerne, um Aufmerksamkeit auf Ideen zu lenken. Oder Prinzipien zu verdeutlichen. (Oder auch einfach mal Luft abzulassen…)

Ich wünsche allen, die dies lesen, viele Möglichkeiten, positive Verstärkung zu üben und zu erleben.

„Aus Liebe zu Deutschland“ – oder: Wer sich bückt, kann die Arme nicht zum Umarmen ausstrecken

Dieses Interview zu seinem Buch habe ich vor einiger Zeit zufällig gefunden. Selten habe ich soviel Herz und Verstand in der Sicht auf Deutschland erlebt. Seit einigen Jahren hatte ich das Gefühl immer stärker empfunden, dass wir in Deutschland zur Schwarzmalerei neigen.

Wir sollten uns wieder daran erinnern, dass das Böse im Menschen überall auf der Welt vorkommt. Dass der Nationalsozialismus keine spezifisch deutsche Eigenart darstellte – oder darstellt.

Dass Machtkonstellationen und Geldinteressen dazu führen konnten, dass eine zwar starke aber nicht eine Mehrheitspartei an die Macht kam, durch Koalitionen(!) – und eine Diktatur errichtete.

Darum gilt es auch, uns daran zu erinnern, wie Toleranz und Weltoffenheit entstehen:

    • „Toleranz“, die Fähigkeit, das zu akzeptieren, das anders ist. Solange es nicht schädlich oder lebensfeindlich ist.
    • „Weltoffenheit“: In Selbstachtung aufrecht denen gegenüber zu treten und sie willkommen heißen können, die eine andere Sichtweise mitbringen.

Toleranz und Weltoffenheit: Hamed Abdel-Samad spricht über seine Ideen mit viel Herz und Verstand: „Aus Liebe zu Deutschland“

„Schnittstelle“: Wenn der Kuchen ein Gerät ist – oder: Berufe und ihre Standpunkte in der Sprache

Zeichnung zweier Menschen, sitzend, mit je einem Kopf und angedeutetem Gehirn um sich gezeichnet, wie eine Hülle.
Image by Gerd Altmann from Pixabay

„Juristendeutsch“ ist vielleicht die bekannteste unter den eigenen ‚Sprachen‘, die jedem sofort deutlich macht: Juristen sind anders, wenn sie sprechen und schreiben.

Das ist auch wichtig: Denn bestimmte Formen und Standards des schriftlichen (und mündlichen) Ausdrucks sind je nach Berufsgruppe entscheidend, um sich verständigen zu können.

Dazu kommt auch, dass oftmals die Professionalität des sprechenden/schreibenden Menschen in seiner Sparte jeweils danach beurteilt wird, ob er sich passend ausdrückt.

Das macht es aber gelegentlich zur Herausforderung, je nach Vorwissen und eigener Sichtweise, bestimmte Dinge genau zu erfassen.

Mein Paradebeispiel ist der Begriff „Schnittstelle“: In der Informatik bezeichnet er diverse Dinge, unter anderem kann das ein Gerät sein, das eine Verbindung herstellt. Eine Software. Oder etwas so scheinbar simples, wie ein bestimmter Kabeltyp.

Ich finde darum auch sehr wichtig, dass wir im Hinterkopf behalten: Menschen sind je nach Berufssparte und Biographie sowohl in Ausdrucksweise als auch ihrer spezifischen Art, zu begreifen, unterschiedlich.

Das hat deshalb so gut wie nichts mit Intelligenz zu tun! Sondern mit dem Unterschied der Sichtweise(n).

Das macht es spannend, ist eine Bereicherung – und braucht manchmal Geduld und Erfahrung, um sich zu verständigen.