„Manche Menschen werden emotional – manche rauchen…“ – oder: Wie man mit Gefühlen umgehen kann

Photo einer dunkelroten Rose im Feuer
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„Südländer sind leidenschaftlich. Nordlichter sind kühl und beherrscht. Südländer sind emotional. Nordlichter rational.“ Diese Art Ideen, um nicht zu sagen Vorurteile, halten sich hartnäckig.  Ich hatte viel Glück im Laufe eines Lebens: Ich habe eine ganze Reihe Kulturen ‚von innen‘ kennen gelernt. Aber es waren auch oft schwere Zeiten.

Gefühle sind von mehreren Faktoren abhängig:

    • Davon, welche Art von Gefühlsäußerungen gesellschaftlich akzeptiert sind. Ärger, Wut, Trauer und Freude…
    • Von der natürlichen Grundkonstitution. Manche Menschen sind temperamentvoller als andere, von Natur aus.
    • Von der Lebenssituation: Wer harte Lebensbedingungen erlebt, aber noch nicht gelernt hat, damit umzugehen, reagiert auf Frustration anders, als jemand mit Erfahrung. Stichwort dazu ‚Resilienz‘.

Es gibt Kulturen auch außerhalb Europas, in denen sind heftige Gefühle kein Problem. Sondern selbstverständlich. Sogar im Gegenteil. Die ‚deutsche‘ Art der Selbstbeherrschung wird dort als ‚trocken‘ und unnahbar, sogar als kalt wahrgenommen.

Es gibt tatsächlich Kulturen, die auch im normalen Alltag eine andere Grundlautstärke beispielsweise bei Familientreffen pflegen.

Sigmund Freud war der erste, der beschrieben hat, was mit unterdrückten und gar unbewussten Gefühlen im Menschen geschieht. Psychologie:
Es bedeutet die „Lehre von der Seele“, nach dem Altgriechischen für ‚psyché‘ = Seele und ‚logos/legein‘ = Rede(n)/lehren.

Die neuere Psychosomatik und in dem Zusammenhang auch ein Schüler Freuds, Alexander Lowen, beschäftigen sich intensiv mit dem Zusammenhang von Seele und Körper.

Wieviel Spannung etwa im Körper durch beherrschte, unterdrückte Gefühle entstehen kann und dann tatsächlich zu Schmerzen führt.

Das Thema ist nicht trivial und kann hier auf keinen Fall erschöpfend behandelt werden!

Aber unsere Gefühle sind unser größter Schatz: Wir fühlen uns lebendig, dadurch.

Und wie Daniel Goleman in seinem populärwissenschaftlichen Werk „EQ“ ausgeführt hat:
Wenn wir unsere Gefühle besser kennen, erkennen wir andere und das Leben leichter. Und wir werden auf ganz andere, bessere Weise in die Lage versetzt, uns zu entscheiden.
Er führt aus, dass Menschen, die aufgrund von Operationen die entsprechenden Teile ihres Gehirns einbüßen mussten, alles verstanden, alles Wissen weiterhin besaßen, aber keine Emotionen. Sie wurden unfähig, sich zu entscheiden.

Ein persisches Sprichwort drückt es sehr schön und sehr klar etwa so aus: „Erst wenn die Regentropfen meiner Traurigkeit bis zum Saum meines Gewandes getropft sind, kann die Sonne wieder scheinen.“

Ich wünsche allen, die dies lesen, einen wundervollen, gefühlsreichen Tag!

„Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ – oder: Der schöne Irrtum der Mode

Hummel auf gelber Blüte, Nektar sammelnd.
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„Schlank = schön = liebens- und/oder begehrenswert“. Das ist die Gleichung, auf den Punkt gebracht. Aber wie so oft, wohl auch in der Mathematik, auf jeden Fall in der Logik: Wenn die Schlussfolgerung ‚wahr‘ sein soll, müssen es ihre Prämissen auch sein.

Es ist zunächst ein scheinbarer Irrtum des Patriarchats, dass eine Frau schön sein müsse, um liebenswert zu sein. In manchen Frauenköpfen spielt sich das nicht einmal bewusst ab: „Nur wenn ich als schön gelte, werde ich geliebt.“

Die Auswüchse in den letzten Jahrzehnten nehmen seit den Hollywoodfilmen und TV-Werbungen, seit social media und dem amerikanischen Ideal von der „Selbstverbesserung“ teils groteske Formen an: Immer öfter legen sich Menschen unters ‚Messer‘ des ‚Schönheitschirurgen‘, um sich scheinbar attraktiver und damit liebens- oder auch begehrenswerter zu ‚formen‘.

Was ist denn überhaupt Schönheit?

Sie ist zuallererst kulturabhängig! In manchen Völkern gilt es als schön, sich die Ohrläppchen auf übernatürliche Größe zu dehnen, in dem immer größere Metallringe, ähnlich Ohrringen, genutzt werden, damit die Ohrläppchen mit immer größeren Löchern wachsen.

In manchen Kulturen gilt es als schön, sehr weiße Haut zu haben und helles Haar. In anderen, sonnengebräunt zu sein.

Kulturabhängige Schönheitsideale entwickeln sich oftmals durch sogenannte wohlhabende Schichten:
Was teuer und schwer erreichbar ist, gilt als erstrebenswert – oder schön.

In früheren Jahrhunderten war Blässe nur den oberen Schichten aber vor allem Reichen vorbehalten: Sie konnten im Schatten bleiben. Wer gebräunte Haut hatte, war arm und es gab viele Arme…

Aber nicht nur Wohlstand gilt als maßgebend: Auch die sogenannte ‚Exotik‘ ist ein Faktor, der eine Rolle bei Schönheitsidealen spielt: Was selten ist, gilt als interessant oder sogar schön.

In Teilen der Welt, wo alle blaue Augen, helle Haut und helles Haar haben, gelten dunkle Augen, Haut und Haar als ‚exotisch‘.
Das ist aber umgekehrt ganz genauso: Wenn alle dunkle Haut und Haare haben, gelten helle Augen als erstrebenswert.

E. v. Hirschhausen, Arzt und Komödiant, hat einmal gesagt, ‚er habe in der Garderobe vor TV-Sendungen gesehen, was mit Models gemacht werde. Jeder Gebrauchtwagenhändler würde dafür in den Knast kommen.‘

Dabei ist über die Jahrhunderte tatsächlich erkennbar, dass nicht nur das Christentum sondern auch östliche Philosophien und Weisheiten sowie die moderne Psychologie festgestellt haben: Wer sich selbst mag, der kann anders auf andere zugehen. Der hat die Chance, gemocht und geliebt zu werden. Denn: Es ist eine Frage der inneren Haltung, nicht der Form.

Schönheitsideal? Ideal?

Erich Kästner hat es einmal sehr schön so ausgedrückt:
„Ein Mensch, der Ideale hat, der hüte sich, sie zu erreichen. Sonst wird er eines Tages statt sich selber andren Menschen gleichen.“

‚Knocked Out‘: Das K.O. der Spannung? – Oder die Freude am Spiel: Dabeisein ist Alles… Fussball-WM 2026

Gruppe von Fußballfans, jung und alt mit verschiedenen Flaggen, die in einem Tor stehen, lächelnd.
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Spannung und Entspannung: In Spielen, ‚games‘, vor allem solchen, die Wettbewerb beinhalten, wird das ‚mitgeliefert‘, der Kick.
Mitfiebern…
Spannung und Entspannung sind biologisch gesehen das, was uns das Gefühl von Leben vermittelt: Gefühle machen lebendig.

‚Mitfiebern‘ macht also vielleicht ein Gefühl im Leben spürbar, das im Alltag zu kurz kommt. Im Alltag des ‚Business‘, der Geschäftswelt, der Büros, Lagerhallen oder auch Fabriken. Wo Selbstbeherrschung angesagt ist.

Aber ich denke auch, dass in Bezug auf die deutsche Mannschaft dies ein Meilenstein ist.
„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“

Ist nicht auch schon etwas, das Freude macht – dabei sein? Die Gemeinschaft mit anderen Fans zu genießen? Die Freude zu teilen? Ob im heimischen Wohnzimmer, beim ‚Public Viewing‘ oder bei Freunden und Familie?

Niemand kann immer gewinnen.

In unseren modernen, digitalen Zeiten wird immer mehr der Eindruck erweckt, alles sei berechenbar, das Feld, die gegnerische Mannschaft, deren Aufstellung und deren Taktik, bevor das Spiel überhaupt begonnen hat.

Aber selbst KI beruht nicht auf Intelligenz – oder gar Magie, die Sicherheit garantiert. KI ist ein System von Wahrscheinlichkeitsrechnungen (Algorithmen), das genau das tut: Wahrscheinlichkeiten berechnen.

Wenn wir in diesen so sehr vom Geschäftsleben, dem Wettbewerb und im Endeffekt vom Geld als Prestigeobjekt geprägten Zeiten auch im Sport vergessen, worum es geht: Fairen Wettkampf zu führen und – mit Würde verlieren zu können – werden wir wieder verstehen lernen, dass Trainer schassen keine Lösung ist.

Freude am Mitmenschlichen.

Erkennen, dass jenseits der Berechenbarkeit das Glück liegt. Das Glück im Spiel.
Die Freude am Miteinander.