Die Feigenblatt-Methode: Hauptsache ‚Problem gelöst‘? – Die Scheinlösung für ein Nicht-Problem

Die heilige Familie auf der Flucht nach Bethlehem.
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Integration: Das bedeutet, ‚Besuch willkommen heißen‘. Sich annähern und voneinander lernen.

Es ist eine altbekannte Methode und sie wird immer wieder gerne genommen: Ein Schein-Problem aus der Schublade holen, es schön aus- und aufklopfen, in grellen Farben darstellen – und dann mit viel Trara eine Lösung präsentieren. Seit Jahrzehnten ist es das gleiche Bild: Immer, wenn es wirtschaftlich eng wird, Menschen in Scharen arbeitslos werden, wird nach ‚Schuldigen‘ gesucht.

Scheinbar unterfüttert von Statistiken, die keine sind, weil sie die Perspektive verzerren:

Was wäre unser Land damals gewesen, als Italiener und Türken zu Hunderttausenden zu uns kamen, um nach dem II. Weltkrieg beim Wiederaufbau zu helfen? Dringend benötigte Arbeitskräfte zu stellen?

Seit Jahrzehnten ebenso, sind die Geburtenraten rückläufig. Das heißt auch, dass uns nicht nur Fachkräfte fehlen. Auch das Rentensystem, das schon länger unterhöhlt wurde, weil alle ihre eigene Kasse haben…bricht fast zusammen.

Pflege: Was wären wir ohne Zuwanderer?

Aber auch: Was wären wir ohne die Bereicherung durch die Kultur derer, die zu uns kommen?

Einst waren sie scheinbar merkwürdig: Pizza, Nudeln und Kebap & Co. Heute sind sie aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Aber auch Tanz, neue Perspektiven und eine andere Art der Gemeinschaft können wir finden.

Menschen sind keine Klappstühle.“ So hat es Reporter, Kabarettist und Journalist „Alfons Puschelmikro“ ausgedrückt.

Sind sie nicht. Wie würden wir uns fühlen, würde man uns zu ‚Klappstuhl-ähnlichen‘ Lebewesen degradieren? Wir würden uns schön beschweren!

Millionen sind es, die unser Land auch wirtschaftlich bereichern, weil sie Firmen gründen und Arbeitsplätze schaffen.

Darum sind die Statistiken falsch.

Die Themen werden uns aufgezwungen. Interessanterweise sind die Wahlergebnisse für rechtsextreme Parteien immer dort am höchsten, wo es keine Zuwanderer gibt. Wo also keine Bekanntheit hergestellt wurde. Allenfalls Konfrontation, weil urplötzlich in einer Landgemeinde Zuwanderer angesiedelt wurden. Ohne gute Unterkunft. Und ohne vernünftige Rücksprache.

Diese Dinge können eine Herausforderung sein. Dass sie versucht werden, ist schon ein Schritt. Aber zu glauben, Menschen könnten wie ‚Klappstühle‘ behandelt werden, ohne dass ihre Seele – oder unsere – Schaden nimmt, ist beinahe naiv.

Der Mensch ist mehr, als die Summe seiner Teile. Ein Land wird durch Zuwanderer bereichert. Das war schon immer so. Sich abschotten hieß, auch historisch und anthropologisch, kultureller Niedergang.

Lassen wir uns nicht zu Instrumenten derer machen, denen Macht und Geld alles bedeuten. Anstand und Menschenwürde nichts.

Positive Verstärkung – Die Kunst der Kraft aus dem Guten

Die Weltkarte vor einem Sonnenuntergang mit Silhouetten von Menschen, Männer, Frauen, Kinder, davor.
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Freude? Lachen? Klarheit? Selbstvertrauen? Klugheit? – Das und noch mehr sind erwünschte Aspekte und Gefühle im Leben. Für die meisten von uns. Es ist wissenschaftlich mittlerweile gut erforscht, wie Kraft, ‚Energie‘, im Alltag entsteht: Nicht durch das Fokussieren auf Schwierigkeiten. Nicht durch Jammern. Sondern durch die Kraft des Positiven. Des Guten.

In Prüfungen können wir das lernen. In schweren Zeiten, wenn niemand anderer außer uns selbst verantwortlich ist. Was gibt uns Kraft?

Welche Art ‚Kraft‘? Muskelkraft…?

Es ist die Kraft, die wir spüren, dass sie uns fehlt – wenn wir schwere Zeiten durchmachen. „Wie aus dem Wasser gezogen“ fühlen wir uns als Menschen nach Krisen.
Das ist die Energie, die Kraft, die dann fehlt.

Umgekehrt: Mit freundlichen Menschen Scherze zu machen, sich auszutauschen mit Gleichgesinnten. Sich verstanden zu fühlen, zu verstehen. Sich über das Gute freuen – das entspannt, gibt uns realistisches Selbstvertrauen (im Gegensatz zur Selbstüberschätzung) und die innere und äußere Atmosphäre, die Lösungen erleichtert.

Nicht an den Schwächen herumdoktorn.

Sondern: „Stärken stärken“

‚Soziale Medien‘ – die EU – die Demokratie – die USA – Waffen – Zölle – Iran – Geld… – Italien und der Brexit: Demokratie stärken!

Bild eines Globus, mit Europa im Zentrum der Betrachtung, durch ein angestrahlt.
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Die USA unter Präsident Trump verfolgen drei Ziele: „America first.“ – Macht – Geld. Macht und Geld sind eng miteinander verknüpft. Das wissen wir alle, spätestens, wenn wir unsere ersten Märchen gehört haben.

Warum die im Titel genannten Dinge verknüpft sind?

Die EU und besonders Deutschland sind ein großer, wichtiger Markt, für die USA – und weltweit.
Sie sind wichtige Handelspartner, für Im- und Export.
Sie sind wichtige Forschungs- und Wissenspartner, auch weltweit. Forschung und Wissen gehen in neue Technologien, neue Produkte und damit mögliche Gewinne ein.
Der deutsche Musikmarkt beispielsweise ist nach den USA der größte der Welt.

Daraus ergibt sich eine sehr entscheidende Machtposition der EU, in Bezug auf das Gewicht, die Bedeutung der Stimme, weltweit – und in der NATO.

Es ist ein bekanntes Phänomen, dass einer Gruppe leichter zu schaden ist, wenn man sie ‚auseinander dividiert‘. Wenn man die Glieder einer Kette schwächt.

Das ist, was hier momentan versucht wird zu tun:

    • Historisch gesehen sind sich Britannien und die USA nahe. Also wird seit geraumer Zeit damit ‚operiert‘, den Engländern Vorteile bei Handelsabkommen zu versprechen. Sie sind jetzt nicht mehr Teil der EU und damit nicht mehr geschützt. Stehen im Zweifel alleine da.
      • Die Wirtschaft dort und die Menschen leiden darunter schon jetzt, sichtbar.
      • Die Regierungen geben sich die Klinken in die Hand.
    • Italien und die Vorsitzende der Ultrarechten dort, Giorgia Meloni, waren das zweite, geschwächte Glied in der Kette. Meloni wurde ‚einbestellt‘ zu Trump. Und ließ sich fast komplett ‚einwickeln‘. Fast.
    • Die CDU, ob unter Merz oder anderen, war immer für Nähe zur USA. Aber nicht ohne Bedingungen.
    • Die AfD hat nachweislich Kontakte zu Trumps extremem, rechten Flügel und Trump selbst.
      • Trump und seine ‚Genossen‘ können also mit bedingungsloser Unterstützung rechnen, wenn die AfD mit an die Macht kommt – oder käme.
    • Darum werden auf sozialen Medien systematisch alle besonders im Rampenlicht stehenden Mitglieder der deutschen Regierung torpediert.
    • Mit Nichtigkeiten, die aufgeblasen werden!

Wenn die deutsche Regierung in kurzer Zeit wieder gewählt werden muss, kann das in der jetzigen Situation zu Koalitionen führen, die es der AfD ermöglichen, an der Regierung beteiligt zu werden.

Dann wären nominell die USA im Herzen der EU an ihrem noch stärksten Glied an der Regierung mitbeteiligt.

Wollen wir das wirklich?

Vasall eines Landes werden, das praktisch nichts  auf die Reihe kriegt? Ihre Bildung nicht, ihr Wirtschaftssystem nicht, ihr Sozialsystem nicht und auch nicht die medizinische Versorgung? – Die USA?

Die Demokratie stärken, jetzt!

Nein zu Rechtsextremismus, Habgier und Menschenverachtung!

Nein zur AfD!

Wehrpflicht, die NATO und Krieg als Druckmittel

Ein Weizenfeld mit einer Kanone, im Sonnenuntergang, it einem Korb mit Blumen am Rohr.
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Die Diskussion und die Regelungen sind nicht mehr neu. Zur Wehrpflicht. Aber sie sind nicht nur ‚aufgekocht‘: Sie sind auch aus nichtigen Gründen entstanden. Denn die Geschichte hat eines deutlich gezeigt: Bedrohung ist auch immer eine Frage des Standpunktes.

Krieg ist kein Naturereignis, wie ein Grippevirus, das man sich zuzieht.

Krieg wird gemacht.
Von Menschen, die Interessen vertreten. Nicht immer die Interessen der friedliebenden, breiten Bevölkerungsschichten. Sondern derer, die an Krieg verdienen: Ausrüster und Waffenhersteller.

Erst recht in diesen Zeiten sind Kriege kein unvorhersehbarer Schicksalsschlag, sondern Zeichen für Hintergründe, für Macht- und Geldinteressen.
Für die Tatsache, dass Menschen in entscheidenden, politischen Positionen ihrer Pflicht nicht nachgekommen sind und Verhandlungen geführt haben.

Die EU und auch Deutschland, erinnern wir uns, wurden von den USA unter Trump geradezu erpresst: In Hinblick auf die Bedrohung aus dem ‚Osten‘ (Europas) müssten die Ausgaben der NATO-Mitgliedstaaten erhöht werden. (Wir erinnern uns, vielleicht mühsam, es ist schon wieder fast ein Jahr ins Land gegangen…)

Denn, die Mehrheit der Waffen in Europa wird aus den USA bezogen. Die Trump-Regierung und ihre Lobbyisten haben also ein direktes Interesse an der Erhöhung der Budgets.

Die Kontakte zwischen Russlands Putin und Trump in den USA sind seit 2016 öffentlich. Aber neu waren sie auch damals nicht.

Forschungen in der Anthropologie und den Sozialwissenschaften sind sich seit Jahrzehnten bereits einig, dass Kriege aus den Gesellschaften und deren Machtinteressen entstehen. Nicht auf Grund der ‚kriegerischen Natur‘ des Menschen.

Konflikte: Ja.

Aber Konflikte entstehen durch unterschiedliche Interessen. Konflikte können durch kluge und geduldige Verhandlungen gelöst werden. Aber dazu muss es ein Interesse an Beilegung geben.

Alle Berichte, die eine Einschätzung vornehmen, haben immer mit Meinung und im Ernstfall mit Meinungsmache zu tun.

Wenn wir Menschen – auch Politiker sind Menschen mit Interessen – handeln oder drohen sehen, ist die alte lateinische Frage „cui bono?“ – „Wem nutzt es?“ hilfreich.

Machtblöcke gab es nach dem Zweiten Weltkrieg schon einmal: Die Sowjetunion einerseits, die NATO-Staaten andererseits. Im Zuge der Verhandlungen um die Perestroika und die deutsche Wiedervereinigung wurden auch Gespräche zur NATO-Osterweiterung geführt. Damals schon wurde in Richtung Russland deutlich signalisiert, dass die NATO sich zurück halten werde.

Dieses Versprechen wurde mehr und mehr unterhöhlt. Regelrechte Verträge gibt es dazu nicht.

Seit Jahrzehnten bereits hat sich die NATO dazu ‚geziert‘.

Wer als Bedrohung erscheint, hängt vom Standpunkt ab. Auch NATO und EU können als Bedrohung der eigenen Position gesehen werden.

Wenn man den Standpunkt einmal wechselt. Die Perspektive. Auch wenn es nur versuchsweise geschieht.

Krieg kann verhindert werden. Heutzutage erst recht.

Demokratie, Gemeinschaft(en), Familie und Grundlagen: Rechte und Pflichten

Der Einzug des Vorparlaments in die Paulskirche am 21. März 1848, Frankfurt am Main, (kolorierte Lithographie, Jean Ventadour, 1822-1880; Creative Commons Lizenz, Wikimedia Commons)

Erst recht seit der Corona-Pandemie ist es wieder ein großes Thema gewesen: Wer darf wem was vorschreiben oder untersagen? Und warum? Anders ausgedrückt: Was sind die Maßstäbe? Was ist ‚gut‘, in einer Situation? Und warum? Wer oder was weicht ab? Gibt es mildernde Umstände?

Hilfreich kann der Blick in die Geschichte sein. Woher kam es, dass der Wunsch nach Demokratie laut wurde?

Es folgt der Versuch einer Übersicht:

Vor den demokratischen Bewegungen waren Monarchie und Feudalismus die regierenden Gesellschaftsformen. Sie waren ungerecht, im Extrem: Wer einen Adelstitel oder Land hatte, war Teil der gesetzgebenden Versammlung(en). Teils gab es keine Gesetze, vor allem wenig oder keinen Schutz derer, die in Abhängigkeit lebten, Bauern etwa und Leibeigene. Frauen sowieso nicht.

Im Zuge der Ausprägung der bürgerlichen Gesellschaften, des Kapitalismus, der das Geld zur wesentlichen ‚Grundmaterie‘ auch im Zuge der Industrialisierung machte, wurden schon durch Kaufleute und nicht-adelige Bürger Rufe nach mehr Gleichberechtigung laut.

„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“, waren die Grundpfeiler damals und sind es immer noch, für moderne Demokratien, wobei

    • Freiheit sich bezieht auf Meinungs- und Berufsfreiheit, Presse- und Versammlungsfreiheit.
    • Gleichheit bezieht sich auf die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz: Niemand darf bevorzugt oder benachteiligt werden, aufgrund irgendwelcher Merkmale, seien es Religion, Hautfarbe oder Geschlecht.
    • Brüderlichkeit, aus den ursprünglichen Zusammenhängen entstanden, sollte in ‚Mit-Menschlichkeit‘ übersetzt werden.

Dazu kommt, dass in einer funktionierenden Gemeinschaft, einem Zusammenleben, immer Rechte und Pflichten gelten. In allen Arten von Gemeinschaften, ob größere oder kleinere.

Es ist ein „Gesellschaftsvertrag“, den wir eingegangen sind: Wir einig(t)en uns darauf, dass wir so zusammen leben wollen, dass Rechte und Sicherheit geschützt werden. Bestmöglich.
Und niemandem geschadet.

Das ist im Einzelfall nicht trivial. Dazu gibt es auch das Prinzip der Gewaltenteilung. Um einseitige Entscheidungen zu vermeiden, werden drei Kräfte getrennt in gesetzgebende, rechtsprechende und ausführende Organe: Legislative, Judikative und Exekutive.

Die Entscheidungen, die manchmal zu treffen sind, sind nicht nur komplex, im Sinne der betroffenen Menschen oder Dinge. Sie sind oft auch eine ‚Kostenfrage‘. Die Interessen aller Beteiligten einer Gemeinschaft immer unter einen Hut zu bringen, kann schwer bis unmöglich sein.

Dann gilt der Mehrheitsgrundsatz: Was ist für alle oder eben die meisten Menschen die bestmögliche Lösung?

Lösungen finden ist zu Zeiten vielleicht die schwierigste, anspruchvollste und schönste Aufgabe, die es gibt.

Bürokratieabbau – Billig, billiger, *und* schneller? – Sicherheit…?

Photo des Gemäldes von Vermeer
Dienstmagd mit Milchkrug, von Johannes Vermeer, 1660 – Courtesy Wikimedia Commons

Die Diskussionen sind nicht neu! Seit ich angefangen habe, Nachrichten bewusst zu verfolgen, seit mehr als 45 Jahren, werden die gleichen Stimmen laut: Alles soll immer noch besser, noch schneller und noch einfacher sein. Aber: Zugleich – sicher – technologisch auf dem neusten Stand – und trotzdem kostengünstig! Um nicht zu sagen, billig.

Das sind scheinbar die gleichen Menschen, die zu Discountern laufen, wenn sie Thunfisch kaufen; ohne auf Zertifizierung zu achten, woraufhin Tausende Wale jährlich zugrunde gehen; aber heiße Tränen (online) um einen gestrandeten Wal weinen.

„Ja, geht’s noch?“

Die gleichen Menschen, die sich beschweren, wenn Unfälle passieren, tragische, mit ungeahnten Folgen bis hin zu Tod oder lebenslanger Behinderung; aber quasi die hierzulande nicht heimischen Palmen raufklettern, wenn die Maßnahmen zur Absicherung Zeit benötigen.

Die sich über unnötige Bürokratie beschweren, wenn es um ihre Wünsche geht, die bitte vorgestern schon erfüllt sein sollten.

Aber sich bitter beklagen, wenn sie Schaden leiden müssen.

Milchmädchen lässt grüßen!

Wer immer alles noch billiger machen will, ‚Bürokratie abbauen‘, schlussendlich also auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen; wer trotzdem auf höchstem Niveau bei Tempo 250 km seinen Cappuccino im kuschelig-warmem Zugabteil schlürfen, derweil draußen Schneeflöckchen leis herniedersinken…

Der muss sich das fragen lassen: „Geht’s noch?“

„Über sieben Brücken musst du geh’n“

Einfache Inhalte, leichte Kost – so werden Schlager oft eingeordnet. Peter Maffays „Über sieben Brücken musst du geh’n“ hat mich schon als junges Mädchen angesprochen.

Ich bin weniger streng, als früher. Der Text ist schlicht und eingängig, aber wer schwere Zeiten erlebt hat, der kann damit etwas anfangen.
Bei mir ist wieder mehr Licht.

Ich wünsche allen, die schwere Zeiten kennen oder sie gerade durchmachen, dass sie die Hoffnung nicht aufgeben. Dass sie wissen, Trost ist, dass wir Menschen kennen, denen wir nicht gleichgültig sind.


Text: „Über sieben Brücken musst du geh’n“, nach Genius.com.

Manchmal geh‘ ich meine Straße ohne Blick
Manchmal wünsch‘ ich mir mein Schaukelpferd zurück
Manchmal bin ich ohne Rast und Ruh
Manchmal schließ‘ ich alle Türen nach mir zu
Manchmal ist mir kalt und manchmal heiß
Manchmal weiß ich nicht mehr, was ich weiß
Manchmal bin ich schon am Morgen müd
Und dann such‘ ich Trost in einem Lied

[Refrain]
Über sieben Brücken musst du geh’n
Sieben dunkle Jahre übersteh’n
Siebenmal wirst du die Asche sein
Aber einmal auch der helle Schein

[Strophe 2]
Manchmal scheint die Uhr des Lebens stillzusteh’n
Manchmal scheint man immer nur im Kreis zu geh’n
Manchmal ist man wie von Fernweh krank
Manchmal sitzt man still auf einer Bank
Manchmal greift man nach der ganzen Welt
Manchmal meint man, dass der Glücksstern fällt
Manchmal nimmt man, wo man lieber gibt
Manchmal hasst man das, was man doch liebt

[Refrain]
Über sieben Brücken musst du geh’n
Sieben dunkle Jahre übersteh’n
Siebenmal wirst du die Asche sein
Aber einmal auch der helle Schein
Über sieben Brücken musst du geh’n
Sieben dunkle Jahre übersteh’n
Siebenmal wirst du die Asche sein
Aber einmal auch der helle Schein

[Saxophonsolo]

[Refrain]
Über sieben Brücken musst du geh’n
Sieben dunkle Jahre übersteh’n
Siebenmal wirst du die Asche sein
Aber einmal auch der helle Schein

[Saxophonsolo]

Selbstachtung – Basis von Nächstenliebe und Freude

Zeichnung dreier mensclicher Porträts, mit unterschiedlicher Hautfarbe, Geschlecht - lächelnd.
Bild: freie Lizenz freepik.com (keine KI)

Selbstachtung ist wie ein Felsen. Selbstachtung hilft, die Dinge in Perspektive zu rücken.  Sie kann heilend wirken, weil sie der Seele, dem Fühlen und Denken, Kraft gibt. Sie kann zu mehr Frieden in der Welt führen, weil sie uns hilft, uns selbst freundlich zu behandeln und darum auch anderen freundlich zu begegnen.

Dies ist der wunderbare Text von Virginia Satir zum Thema:

Ich bin ich selbst.

Es gibt auf der ganzen Welt keinen, der mir vollkommen gleich ist. Es gibt Menschen die in manchem sind wie ich, aber niemand ist in allem wie ich. Deshalb ist alles, was von mir kommt, original mein; ich habe es gewählt. Alles, was Teil meines Selbst ist, gehört mir — mein Körper und alles, was er tut, mein Geist und meine Seele mit allen dazugehörigen Gedanken und Ideen, meine Augen und alle Bilder, die sie aufnehmen, meine Gefühle, gleich welcher Art: Ärger, Freude, Frustration, Liebe, Enttäuschung, Erregung; mein Mund und alle Worte, die aus ihm kommen, höflich, liebevoll oder barsch, richtig oder falsch, meine Stimme, laut oder sanft, und alles, was ich tue in Beziehung zu anderen und zu mir selbst.

Mir gehören meine Fantasien, meine Träume, meine Hoffnungen und meine Ängste. Mir gehören alle meine Siege und Erfolge, all mein Versagen und meine Fehler.

Weil alles, was zu mir gehört mein Besitz ist, kann ich mit allem zutiefst vertraut werden. Wenn ich das werde, kann ich mich liebhaben und kann mit allem, was zu mir gehört, freundlich umgehen. Und dann kann ich möglich machen, daß alle Teile meiner selbst zu meinem Besten zusammenarbeiten.

Ich weiß, daß es manches an mir gibt, was mich verwirrt, und manches, was mir gar nicht bewußt ist. Aber so lange ich liebevoll und freundlich mit mir selbst umgehe, kann ich mutig und voll Hoffnung darangehen, Wege durch die Wirrnis zu finden und Neues an mir selbst zu entdecken

Wie immer ich in einem Augenblick aussehe und mich anhöre, was ich sage und tue, das bin ich. Es ist original (authentisch) und zeigt, wo ich in diesem einen Augenblick stehe.

Wenn ich später überdenke, wie ich aussah und mich anhörte, was ich sagte und tat, und wie ich gedacht und gefühlt habe, werde ich vielleicht bei manchem feststellen, daß es nicht ganz paßte. Ich kann dann das aufgeben, was nicht passend ist, und behalten, was sich als passend erwies, und ich erfinde etwas Neues für das was ich aufgegeben habe.

Ich kann sehen, hören, fühlen, denken, reden und handeln. Ich habe damit das Werkzeug, das mir hilft zu überlegen, anderen Menschen nahe zu sein, produktiv zu sein und die Welt mit ihren Menschen und Dingen um mich herum zu begreifen und zu ordnen.

Ich gehöre mir, und deshalb kann ich mich lenken und bestimmen. Ich bin Ich, und ich bin o. k.

(Virginia Satir, Selbstwert und Kommunikation, 7. Auflage, 1987)


Anmerkung: Eigene Inhalte wiederverwendet

„Der Zweck heiligt die Mittel“ – oder: Das Ziel macht unfaire Aktionen Ok…?

Es gibt das alte Sprichwort vom Zweck, der die Mittel heiligt. Wie schon im Titel umschrieben, drückt das aus, dass ein gutes oder erstrebenswertes Ziel auch weniger angenehme oder unlautere Vorgehensweisen rechtfertigt.

Es kann dann im privaten oder beruflichen Umfeld dazu kommen, dass Menschen ihr eigenes, angenehmes Ziel für sinnvoll oder wichtig genug erachten, dass sie bereit sind, dafür zu schwindeln, oder gar zu lügen. Als Beschönigung werden dann Gründe zusammen gesucht, die oftmals recht fadenscheinig sein können.

Wir lernen, dass ‚Notlügen‘ gelegentlich ok seien, wenn sie einem guten Zweck dienten.

Die einfache Grundregel ist diese: Wenn wir anderen schaden, ist die Grenze erreicht.

Es gibt Regeln und Gesetze für das menschliche Zusammenleben, weil sie ein Rüstzeug sind, einen Rahmen bilden, der uns Orientierung geben kann.

Moderne Demokratien haben Rechtssysteme, die prinzipiell verlässlich sind. Das eigene Recht ist einklagbar und die Urteilsfindung soll unparteiisch erfolgen.

Ob privat oder beruflich, auch Gery Seidl bringt es sehr schön auf den Punkt: Verantwortung übernehmen – andere nicht behindern.

Freiheit ist nämlich auch die Freiheit der Anderen.

„Aus Liebe zu Deutschland“ – oder: Wer sich bückt, kann die Arme nicht zum Umarmen ausstrecken

Dieses Interview zu seinem Buch habe ich vor einiger Zeit zufällig gefunden. Selten habe ich soviel Herz und Verstand in der Sicht auf Deutschland erlebt. Seit einigen Jahren hatte ich das Gefühl immer stärker empfunden, dass wir in Deutschland zur Schwarzmalerei neigen.

Wir sollten uns wieder daran erinnern, dass das Böse im Menschen überall auf der Welt vorkommt. Dass der Nationalsozialismus keine spezifisch deutsche Eigenart darstellte – oder darstellt.

Dass Machtkonstellationen und Geldinteressen dazu führen konnten, dass eine zwar starke aber nicht eine Mehrheitspartei an die Macht kam, durch Koalitionen(!) – und eine Diktatur errichtete.

Darum gilt es auch, uns daran zu erinnern, wie Toleranz und Weltoffenheit entstehen:

    • „Toleranz“, die Fähigkeit, das zu akzeptieren, das anders ist. Solange es nicht schädlich oder lebensfeindlich ist.
    • „Weltoffenheit“: In Selbstachtung aufrecht denen gegenüber zu treten und sie willkommen heißen können, die eine andere Sichtweise mitbringen.

Toleranz und Weltoffenheit: Hamed Abdel-Samad spricht über seine Ideen mit viel Herz und Verstand: „Aus Liebe zu Deutschland“