
„Du weißt, ich hab‘ nichts gegen Fremde, meine besten Freunde sind Fremde, aber diese Fremden sind nicht von hier.“ Das ist ein Zitat aus der Comic-Serie Asterix. Der Gallier, der 50 v. Chr. gegen die Besatzung der Römer mit viel List und Humor und Augenzwinkern – und der einen oder anderen ‚Rauferei‘ – vorgeht. Sein Dorf wird angeblich verschenkt… die neuen Besitzer sind kaum angekommen und eingezogen, da beginnen die Konflikte.
Es bringt sehr schön auf den Punkt, worum es eigentlich geht, das komplette kleine Zitat ist oben abgebildet.
Integration? Im Wesentlichen bedeutet es, sich kennen zu lernen, mit Geduld und Offenheit.
Wenn man sich das Bildchen oben nicht nur in Bezug auf die gesprochenen Worte ansieht – sondern sich fragt, warum und zu welchen Zeiten solche Aussagen gemacht werden, wird Vieles klarer.
Die Motive ähneln sich, oder sind dieselben. Denn Menschen sind so verschieden nicht. Erst recht, wenn es um die grundlegenden Gefühle geht, die wohl in unserem Stammhirn angelegt sind. Der älteste Teil des Gehirns, der bei Untersuchungen aktiv wird, wenn wir essen, uns fortpflanzen – oder schlicht Angst haben.
Das Gehirn ist aber mit mehr ausgestattet: Wir können auch Mitgefühl empfinden. Komplexe Ideen erfassen und entwickeln. Sprache lernen und nutzen. Aber das sind die ’neueren‘ Teile unseres Gehirns, der Neokortex.
Wenn aber die Angst von uns Besitz ergreift, kann sie alle anderen Fähigkeiten zeitweise ausblenden.
Uns vergessen machen, wer wir auch sind: Fühlende Menschen und Teil von Familien: Vater, Mutter, Tochter, Sohn, Enkel, Großvater, Tante, Onkel…
Das ‚Andere‘ kann schwierig erscheinen, weil es unsere eigene Sicht in Frage stellt: Die andere Art, sich zu kleiden, auszusehen, sich zu benehmen. Plötzlich scheint es, als wäre durch ‚Exotik‘ auch noch ein Reizwort hinzu gekommen: Spannung durch das Neue… das wiederum bedrohlich wirkt.
Eine Bedrohung = Verunsicherung. Der eigenen Werte, Maßstäbe und des eigenen So-Seins.
Wenn dann noch die Sorge um die eigene Zukunft hinzu kommt, ist es leicht, mit dem Finger zu deuten und zu sagen: Da, der ist Schuld, ich habe gar nichts gemacht.
Das Sündenbockprinzip.
Dies sind Muster. Menschliche. Sie kommen leicht vor, überall auf der Welt. Und es gibt Menschen, die aus Machtkalkül genau diese Muster ausnutzen. Die uns vorzumachen versuchen, die Lösung aller Probleme sei ganz einfach:
Alle wegjagen, die anders sind oder scheinen.
Integration bedeutet: Aufeinander zugehen. Sich kennen lernen. Mit Geduld und Offenheit. Es kann bedeuten, dass wir unsere Angst genauer kennen lernen und sie dann ‚in die Ecke‘ verweisen: Sie wird nämlich immer kleiner, wenn wir uns Neuem öffnen und es vorsichtig kennen lernen.
Das Wunderbare daran: Mit anderen Menschen kommen neue Ideen, andere Sichtweisen und sogar kulinarische Köstlichkeiten zu uns: Seien es Pizza, Nudeln oder auch Fleisch am Spieß:
Es ist in der sozialwissenschaftlichen Forschung bereits erweisen, dass Kulturen untergehen, die sich abschotten.
Vielfalt und Innovationskraft, statt Einfalt und Ideenmangel.
