„Krieg und Frieden“ – oder: „Wer profitiert?“ – oder: Säbelrasseln, Machtspielchen und die reale Welt

image of the NATO member states and Russia as a world map, the NATO member states coloured in light blue.
Screenshot von der NATO-Seite selbst, abgenommen: 05-10-2026, 20-12-16, lokale Zeit: UTC+1; die NATO-Mitgliedsstaaten sind hellblau gefärbt. Aus der russischen Perspektive ist das sehr nah.

Wenn Interessen bestehen, sollte man hinter die Kulissen schauen: Was war wirklich los? Welche Muster sind wiedererkennbar? Aus früheren Zeiten und Jahrhunderten? Von heute?

Machtspielchen und Säbelrasseln sind eine alte, immer wieder gern genommene Methode: Sie machen Menschen Angst. Das führt dazu, dass sie vielleicht sogar unbedacht handeln und ihnen später leicht vorzuwerfen ist, sie hätten ja angefangen…

Wenn man sich die Geschichte der NATO und der Sowjetunion, danach Russlands, anschaut, stellt man fest, dass es tatsächlich sogar Zeugen in den USA gibt, die aussagen, dass es Versprechen gab. Zur Wiedervereinigung Deutschlands: Die NATO-Osterweiterung werde bestimmte Grenzen danach nicht überschreiten. Schriftlich festgehalten in Verträgen wurde das seltsamerweise nie.

Dann kam der Antrag der Ukraine. 2014 bereits begann der offene Konflikt mit Russland, zunächst im Umweg über die Annektion der Krim.

Es gibt eine sehr gut recherchierte Dokumentation aus dem Jahr 2021, die in der ARD und auf arte.tv derzeit gesendet wurde: „Krieg in Europa – Das Ukraine-Drama“ Diese 2-teilige Dokumentation zeichnet sich durch einen ausgewogenen Blick auf die Hintergründe und mögliche sowie tatsächliche Interessen aus.

Denn wenn man verstehen will, warum, nach damals schon fast 20 Jahren eines einzigen Potentaten, angebliche Expansionsbestrebungen geäußert wurden in Russland, 2014 und davor – muss man sich die Karte der NATO-Staaten im Verhältnis zu Russland und seinen Verbündeten (auch) ansehen.

Die USA hätten sich im umgekehrten Falle schön bedankt…insofern ist Russland auffällig geduldig.

Auch andere unabhängige Quellen zeigen deutlich, dass es um ein Machtgleichgewicht, eine Ausgewogenheit der Kräfte geht. Schon während des Kalten Krieges und den ersten Anzeichen für Entspannung seit den 1970er Jahren bis zur Unterzeichnung der Abrüstungsverträge zwischen den USA und der russischen Föderation in den 1980ern war immer klar gewesen:

Nur wer auf dieses empfindliche Gleichgewicht achtete, konnte Eskalation vermeiden.
Die Kuba-Krise ist ein beredtes Zeugnis von so manchen: Damals schrammte die Welt dichter als jemals an einem 3. Weltkrieg vorbei.

Wir sollten Fakten und Interpretationen trennen. Das Säbelrasseln mancher weißer, alter Männer, die schon seit einem Menschenalter auf den nächsten Krieg warten – um, es sich in ihren Offizierssesseln gemütlich machend, ihre Orden zu verdienen – erkennen, als das was es ist: Wichtigtuerei.

Und wieder zurück kehren zu dem, was die europäische Geschichte auch groß gemacht hat: Kluge, zähe und klare Verhandlungen mit dem diplomatischen Blick auf das Gegenüber:

Denn, ganz ehrlich? – Sind wir wirklich auf die Kriegsindustrie angewiesen, um die Wirtschaft anzukurbeln?

NIE WIEDER KRIEG.

Wehrpflicht, die NATO und Krieg als Druckmittel

Ein Weizenfeld mit einer Kanone, im Sonnenuntergang, it einem Korb mit Blumen am Rohr.
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Die Diskussion und die Regelungen sind nicht mehr neu. Zur Wehrpflicht. Aber sie sind nicht nur ‚aufgekocht‘: Sie sind auch aus nichtigen Gründen entstanden. Denn die Geschichte hat eines deutlich gezeigt: Bedrohung ist auch immer eine Frage des Standpunktes.

Krieg ist kein Naturereignis, wie ein Grippevirus, das man sich zuzieht.

Krieg wird gemacht.
Von Menschen, die Interessen vertreten. Nicht immer die Interessen der friedliebenden, breiten Bevölkerungsschichten. Sondern derer, die an Krieg verdienen: Ausrüster und Waffenhersteller.

Erst recht in diesen Zeiten sind Kriege kein unvorhersehbarer Schicksalsschlag, sondern Zeichen für Hintergründe, für Macht- und Geldinteressen.
Für die Tatsache, dass Menschen in entscheidenden, politischen Positionen ihrer Pflicht nicht nachgekommen sind und Verhandlungen geführt haben.

Die EU und auch Deutschland, erinnern wir uns, wurden von den USA unter Trump geradezu erpresst: In Hinblick auf die Bedrohung aus dem ‚Osten‘ (Europas) müssten die Ausgaben der NATO-Mitgliedstaaten erhöht werden. (Wir erinnern uns, vielleicht mühsam, es ist schon wieder fast ein Jahr ins Land gegangen…)

Denn, die Mehrheit der Waffen in Europa wird aus den USA bezogen. Die Trump-Regierung und ihre Lobbyisten haben also ein direktes Interesse an der Erhöhung der Budgets.

Die Kontakte zwischen Russlands Putin und Trump in den USA sind seit 2016 öffentlich. Aber neu waren sie auch damals nicht.

Forschungen in der Anthropologie und den Sozialwissenschaften sind sich seit Jahrzehnten bereits einig, dass Kriege aus den Gesellschaften und deren Machtinteressen entstehen. Nicht auf Grund der ‚kriegerischen Natur‘ des Menschen.

Konflikte: Ja.

Aber Konflikte entstehen durch unterschiedliche Interessen. Konflikte können durch kluge und geduldige Verhandlungen gelöst werden. Aber dazu muss es ein Interesse an Beilegung geben.

Alle Berichte, die eine Einschätzung vornehmen, haben immer mit Meinung und im Ernstfall mit Meinungsmache zu tun.

Wenn wir Menschen – auch Politiker sind Menschen mit Interessen – handeln oder drohen sehen, ist die alte lateinische Frage „cui bono?“ – „Wem nutzt es?“ hilfreich.

Machtblöcke gab es nach dem Zweiten Weltkrieg schon einmal: Die Sowjetunion einerseits, die NATO-Staaten andererseits. Im Zuge der Verhandlungen um die Perestroika und die deutsche Wiedervereinigung wurden auch Gespräche zur NATO-Osterweiterung geführt. Damals schon wurde in Richtung Russland deutlich signalisiert, dass die NATO sich zurück halten werde.

Dieses Versprechen wurde mehr und mehr unterhöhlt. Regelrechte Verträge gibt es dazu nicht.

Seit Jahrzehnten bereits hat sich die NATO dazu ‚geziert‘.

Wer als Bedrohung erscheint, hängt vom Standpunkt ab. Auch NATO und EU können als Bedrohung der eigenen Position gesehen werden.

Wenn man den Standpunkt einmal wechselt. Die Perspektive. Auch wenn es nur versuchsweise geschieht.

Krieg kann verhindert werden. Heutzutage erst recht.