Selbstachtung – Basis von Nächstenliebe und Freude

Zeichnung dreier mensclicher Porträts, mit unterschiedlicher Hautfarbe, Geschlecht - lächelnd.
Bild: freie Lizenz freepik.com (keine KI)

Selbstachtung ist wie ein Felsen. Selbstachtung hilft, die Dinge in Perspektive zu rücken.  Sie kann heilend wirken, weil sie der Seele, dem Fühlen und Denken, Kraft gibt. Sie kann zu mehr Frieden in der Welt führen, weil sie uns hilft, uns selbst freundlich zu behandeln und darum auch anderen freundlich zu begegnen.

Dies ist der wunderbare Text von Virginia Satir zum Thema:

Ich bin ich selbst.

Es gibt auf der ganzen Welt keinen, der mir vollkommen gleich ist. Es gibt Menschen die in manchem sind wie ich, aber niemand ist in allem wie ich. Deshalb ist alles, was von mir kommt, original mein; ich habe es gewählt. Alles, was Teil meines Selbst ist, gehört mir — mein Körper und alles, was er tut, mein Geist und meine Seele mit allen dazugehörigen Gedanken und Ideen, meine Augen und alle Bilder, die sie aufnehmen, meine Gefühle, gleich welcher Art: Ärger, Freude, Frustration, Liebe, Enttäuschung, Erregung; mein Mund und alle Worte, die aus ihm kommen, höflich, liebevoll oder barsch, richtig oder falsch, meine Stimme, laut oder sanft, und alles, was ich tue in Beziehung zu anderen und zu mir selbst.

Mir gehören meine Fantasien, meine Träume, meine Hoffnungen und meine Ängste. Mir gehören alle meine Siege und Erfolge, all mein Versagen und meine Fehler.

Weil alles, was zu mir gehört mein Besitz ist, kann ich mit allem zutiefst vertraut werden. Wenn ich das werde, kann ich mich liebhaben und kann mit allem, was zu mir gehört, freundlich umgehen. Und dann kann ich möglich machen, daß alle Teile meiner selbst zu meinem Besten zusammenarbeiten.

Ich weiß, daß es manches an mir gibt, was mich verwirrt, und manches, was mir gar nicht bewußt ist. Aber so lange ich liebevoll und freundlich mit mir selbst umgehe, kann ich mutig und voll Hoffnung darangehen, Wege durch die Wirrnis zu finden und Neues an mir selbst zu entdecken

Wie immer ich in einem Augenblick aussehe und mich anhöre, was ich sage und tue, das bin ich. Es ist original (authentisch) und zeigt, wo ich in diesem einen Augenblick stehe.

Wenn ich später überdenke, wie ich aussah und mich anhörte, was ich sagte und tat, und wie ich gedacht und gefühlt habe, werde ich vielleicht bei manchem feststellen, daß es nicht ganz paßte. Ich kann dann das aufgeben, was nicht passend ist, und behalten, was sich als passend erwies, und ich erfinde etwas Neues für das was ich aufgegeben habe.

Ich kann sehen, hören, fühlen, denken, reden und handeln. Ich habe damit das Werkzeug, das mir hilft zu überlegen, anderen Menschen nahe zu sein, produktiv zu sein und die Welt mit ihren Menschen und Dingen um mich herum zu begreifen und zu ordnen.

Ich gehöre mir, und deshalb kann ich mich lenken und bestimmen. Ich bin Ich, und ich bin o. k.

(Virginia Satir, Selbstwert und Kommunikation, 7. Auflage, 1987)


Anmerkung: Eigene Inhalte wiederverwendet

Verhandlungen, Machtspiele und Taktik der Drohkulisse: Die USA als ‚Power Game Player‘ – Zusammenhalten, jetzt erst recht

Eine Spielekonsole-Bedienung und eine VR-Brille vor dunklem Hintergrund mit bunt beleuchteter Nebelwolke davor.
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Seit es Computerspiele und Spielekonsolen gibt, werden wir gewarnt: Unsere Kinder sollten davon fern gehalten werden, damit sie nicht die falschen Werte lernen.
Aber: Was ist mit Erwachsenen…? Man sehe sich an, was seit vielen Jahren in den USA passiert, durch einen Präsidenten, der vor einem Gericht der USA bereits rechtskräftig verurteilt ist, für Bestechung, Korruption, Veruntreuung und sexuelle Nötigung. Ein Krimineller.

Dieser Mensch maßt sich an, seine Macht- und Geldgier zusammen mit seinen Unterstützern dort fast ungebremst auszuleben:
Ob die Europäische Union, Iran oder die Ukraine:
Immer wieder baut er Drohkulissen auf, lässt durch Druck und wieder Drohungen wahlweise mit hohen Zöllen und wahlweise mit Kriegsdrohungen zum Beispiel Verteidigungsbudgets der NATO-Mitgliedstaaten erhöhen, so dass diese dann statt um 3% des Bruttosozialproduktes 5% ausgeben müssen.
(Womöglich sogar in Absprache mit Russland; Links zur New York Times und Pulitzer-Preis-Komittee dazu.)

Wofür?
Für Waffen, die in den USA produziert werden, zum überwiegenden Teil.

Wer profitiert? Die US-Industrie.

Andere Taktik, aber das Ziel ist deutlich und dasselbe wie damals zu Zeiten des Dritten Reiches: Mehr Macht, mehr Geld. Für die Beteiligten, die ‚Parteigänger‘.

Als internationale Gemeinschaft ist es einmal mehr unsere Aufgabe, Menschen wie dem Präsidenten der USA zu zeigen, wo es lang geht.

Zusammenstehen und sich nicht einschüchtern oder korrumpieren lassen! Zeigen, für welche Werte wir hier stehen! Jetzt erst recht!

 

Maslows Pyramide – oder: Menschen und Meinungen – oder: Hoffnung und Widerstandsfähigkeit

Abbildung der Malsowschen Bedürfnispyramide
Bild: Freie Lizenz via Wikimedia Commons

Maslows Pyramide der menschlichen Bedürfnisse zeigt sie in der Anordnung von grundlegend unten zu den Bedürfnissen an der Spitze. Erst wenn grundlegende Bedürfnisse befriedigt werden können, ist es möglich, sich um alles andere zu kümmern.

Es sind Stufen… und diese Stufen bauen aufeinander auf. Fundamentale Bedürfnisse müssen abgedeckt sein, sonst kann ‚mensch‘ sich nicht wirklich um die Erfüllung der weiter oben gelegenen kümmern.

Konkret: Wenn das Auskommen nicht gesichert ist, bleibt der Kopf nicht frei, um sich etwa um Beziehungen ausreichend bemühen zu können.

Vielen Menschen sind solche und andere Dinge nicht bewusst. Oder nur latent in einer Art zugrundeliegender Besorgnis.

Widerstandsfähigkeit den Unbilden des Lebens gegenüber entsteht durch Erfahrung. Durch das Miteinander von Menschen, die auch wissen, was es bedeutet, wenn es schwierig wird. Dass wir als Menschen aufeinander angewiesen sind.

Die tragischen Fälle derer, die alleingelassen werden, sind solche, die verzweifeln. Verzweiflung ist ein tragischer Zustand, denn er bedeutet, dass jemand die Hoffnung auf Leben aufgibt.

Es gibt genügend Hinweise in den guten Texten und menschlichem Wissen der Jahrtausende dazu, was ‚Gemeinschaft‘ bedeutet.

Aber auch solche, die deutlich machen, was Menschen, die ‚entmenschlicht‘ sind, zu tun imstande sind. Schillers Lied von der Glocke* wurde in früheren Jahrzehnten als Pflichtlektüre zum Auswendiglernen in Schulen gelehrt. Er ist  nicht umsonst einer der großen Dichter.

Der Glaube an das Gute im Menschen kann durchaus schwer sein; verloren gehen. Aber das Prinzip Hoffnung ist auch eines der ganz großen im menschlichen Leben.

Hoffnung gründet sich auch darauf, dass wir Menschen um uns haben, denen wir wichtig sind. Die uns unterstützen oder trösten, in schweren Zeiten.

Hoffnung.

Poto von einem Sprössling in trockener, aufgerissener Erde und leichem Regen darüber
Bild lizenziert via Adobe CC

*Auszug aus „Das Lied von der Glocke“

Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte
Der Feuerzunder still gehäuft,
Das Volk, zerreißend seine Kette,
Zur Eigenhilfe schrecklich greift!
Da zerret an der Glocken Strängen
Der Aufruhr, daß sie heulend schallt
Und, nur geweiht zu Friedensklängen,
Die Losung anstimmt zur Gewalt.

Freiheit und Gleichheit! hört man schallen,
Der ruhge Bürger greift zur Wehr,
Die Straßen füllen sich, die Hallen,
Und Würgerbanden ziehn umher,
Das werden Weiber zu Hyänen
Und treiben mit Entsetzen Scherz,
Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen,
Zerreißen sie des Feindes Herz.
Nichts Heiliges ist mehr, es lösen
Sich alle Bande frommer Scheu,
Der Gute räumt den Platz dem Bösen,
Und alle Laster walten frei.
Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken,
Verderblich ist des Tigers Zahn,
Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in seinem Wahn.
Weh denen, die dem Ewigblinden
Des Lichtes Himmelsfackel leihn!
Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
Und äschert Städt und Länder ein.

Friedrich Schiller, 1799

 

„Ich hab‘ schließlich auch eine Meinung“… oder: Meinungsbildung – oder: Menschen beurteilen

Bild des Hammers eines Richtertisches vor einem Stadtbild im Hintergrund.
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„Richtet nicht, auf das Ihr nicht gerichtet werdet.“
„Was siehst Du das Streichholz in Deines Bruders Auge – aber den Balken im eigenen Auge siehst Du nicht?“

„Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ („Der kleine Prinz“, Antoine de Saint-Exupéry)

Motiv und Wirkung; ‚Sender‘ und ‚Empfänger‘ (in der Kommunikation).

Die Geschichte von dem Mann mit dem Hammer in Paul Watzlawicks populärwissenschaftlicher „Anleitung zum Unglücklichsein“. Paul Watzlawick, Kommunikationswissenschaftler, der Standardwerke geschrieben hat.

„Eines Mannes Rede ist keines Mannes Rede. Man soll sie billig hören beede.“ Ein uralter Rechtsgrundsatz, der offenbar an vielen öffentlichen Gebäuden seit dem Mittelalter eingraviert oder angebracht war. Lateinisch: „Audiatur et altera pars.“

Wo wir auch hinschauen, ob in die Bibel, Rechtstexte oder alte Traditionen unserer Region, eines bleibt eigentlich sehr deutlich:

    • Wer andere beurteilt, sollte sich vor Fehlurteilen schützen.
    • Sich klar sein oder werden, woher seine Urteile, seine ‚Beurteilungen‘ des Charakters oder der Taten eines anderen stammen.
    • Ob aus erster Hand, aus eigener Beobachtung; ob aus Berichten von mehr oder weniger verlässlichen Zeugen…
      • Sind Zeugen wirklich so verlässlich, wie sie scheinen?
      • Schon ein und dieselbe Situation, von 5 verschiedenen Menschen anzuhören, wird 5 verschiedene Berichte hervorbringen.
    • Welche eigenen Bedürfnisse und Wünsche und Erfahrungen und Ideen beeinflussen die Sicht auf den anderen?

„Richtet nicht, auf das Ihr nicht gerichtet werdet.“

Das ist manchmal leichter gesagt als getan. Aber es kann tragische Fehlurteile verhindern helfen.

Rechtspopulismus, Rechtsextreme und die Weltpolitik: NEIN zur falschen Richtung, NEIN zu Menschenverachtung – NEIN zur AfD

Zeichnung der ersten Nationalversammlung 1848 in der Frankfurter Paulskirche
Erste Sitzung der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche 1848, der Sprecher ist Robert Blum; farbige Zeichnung von Ludwig von Elliott, 1848, Historisches Museum, Frankfurt a.M., via Wikimedia Commons

Ob Wahlen oder nicht: Menschenverachtung ist keine Lösung. Dumme Parolen der AfD und ähnlicher Gruppierungen waren noch nie hilfreich. Sie dienen nur dazu, Menschen zu polarisieren, die sich durch Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Schwierigkeiten verunsichert fühlen.

Auch das ist ein altbekanntes Muster.

Wir leben in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Darum werden nun Kriegsparolen ausgegeben, die Stimmung angeheizt, damit die Waffenindustrie und damit ein Teil der Wirtschaft angekurbelt werden….?

Es ist auch ein bekanntes Phänomen und Muster der Weltgeschichte, dass etwa Jahrhundert- oder besonders Jahrtausendwechsel dazu verleiten, besonders schwarz zu sehen und Unkenrufe bei jeder ‚Wegbiegung‘ auszustoßen.

Wenn dann noch eine Pandemie auf diesen Wechsel der Zeiten stößt, ist die Krise besonders heftig spürbar und wird in diesen Zeiten medial ausgeschlachtet.

Es gibt allen Anlass zur Hoffnung! Nicht nur für dieses Land; aber auch und gerade in Deutschland gibt es eine große Tradition von Bildung, Wissenschaft, Kunst und Innovation. Beruhend auf guter Erziehung und Bildung unserer Kinder.

Auf Aufklärung der Philosophen, die unsere Gesellschaft durchdrungen hat: Wissenschaft als Teil der vernunftgeleiteten, nachprüfbaren und messbaren Versuchsaufbauten und -ergebnisse.

Nutzen wir unsere Herzen und unseren Verstand! Lassen wir uns nicht ins Bockshorn jagen von Sprüchemachern – oder verführen von Rechtspopulisten, die immer die gleiche Menschenverachtung predigen.

JA zu Demokratie, zu Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit = Mit-Menschlichkeit.

Demokratie und demokratisch gewählte Regierung stärken — Rechtsextremismus bekämpfen

Photo von Friedrich Merz, diskutierend
(Image free license via ecosia search – courtesy geostrategicmedia.com)

Es gibt keinen Zweifel, dass auch die Regierung unter Friedrich Merz vom ersten Tag an unter Druck gerät.

Muss man angesichts der internationalen Netzwerke und dümmlich-frech-offensichtlichen Äußerungen der US-Regierung noch Zweifel haben an den Netzwerken und ihren Absichten? Je öfter wir neue Regierungen haben und je stärker diese immer wieder durch alberne, oberflächliche ‚Nachrichten‘ in Zweifel gezogen werden, desto leichteres Spiel haben die Rechtsextremen.

Schauen wir in die Geschichte und lernen wir daraus: Es war auch beim Erstarken des Nationalsozialismus eine fast gleiche Strategie: Immer wieder die ‚Werbetrommel‘ lautstark rühren — gegen scheinbare Inkompetenz und Missstände.
Lügen und Hetze verbreiten, massenhaft.

Das Sündenbockprinzip, einst und jetzt: Migranten (damals waren es Juden) für schwere Zeiten verantwortlich machen; sie aus dem Land treiben zu wollen, schien oberste Maxime.

Alice Weidel ist offensichtlich eine grässliche Fratze der Gemeinheit und Schlechtigkeit: Sie ist machtverliebt und ihr ist jedes Mittel und jede Aussage recht. Wäre es nicht so peinlich für eine (angebliche) Akademikerin — und verwerflich auf ethischem Gebiet — es wäre bedauernswert und lächerlich zugleich. Ihre Äußerungen sind ungeheuer oberflächlich und dumm.

Lassen wir uns nicht auseinander dividieren! Zusammen stehen, mit allen demokratischen Kräften und Stimmen — gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit — für ein starkes und demokratisches Deutschland!

Herr Bundeskanzler Friedrich Merz, ich wünsche Ihnen und Ihrer Regierungsmannschaft allen Mut und alle Standhaftigkeit sowie die richtigen Verbündeten für die kommenden, schweren Zeiten — jetzt erst recht!

Kleiner Exkurs: Toleranz — und ihre Grenzen…

Bild: Adobe Stock, lizenziert

Die Toleranz ist tatsächlich kein leichtes Thema. Dass sie erst in der Neuzeit definiert wurde, ist nicht verwunderlich: Sie gehört wohl eigentlich integral zur bürgerlichen Gesellschaft: Demokratie, das ‚Herrschen einer Gruppe‘ statt eines Einzelnen kann nur dadurch gerechtfertigt werden:

    • Der Einzelne zählt.
    • Die Verschiedenheit ist dabei kein Hinderungsgrund.
      • Denn sonst würde man zum Herrschen des Einzelnen und des ‚einen Prinzips‘ zurück finden müssen.

Toleranz hieß im Lateinischen ursprünglich ‚erdulden, ertragen‘.

Das kann wichtig sein: etwas auszuhalten, das man nicht mag oder nicht angenehm findet.

Denn ob es religiöse Überzeugungen sind oder politische, etwa das konservative Lager (das ich aushalte 😉 ) oder auch Meinungen, die noch weit ‚rechter‘ davon stehen: Sie sind als Meinung zunächst auszuhalten.

Allerdings sind die Grenzen dann erreicht, wenn grundlegende, als gut erkannte Werte in Gefahr geraten: Das sind die Menschenrechte.

Menschenrechtsverletzende Meinungen dürfen nicht unwidersprochen bleiben.

Taten und Handlungen, die ‚das Andere‘ ausgrenzen und verletzen, müssen auf Grundlage eines bürgerlichen, verlässlichen und bindenden Rechtssystems unterbunden und gegebenenfalls auch geahndet werden.

Toleranz angesichts von Hasspostings oder Verfolgung(en) oder Ausgrenzungen oder physischer oder psychischer Verletzungen — ist nicht ok.

Intoleranz ‚nur‘ aufgrund einer als irritierend oder auch ärgerlich empfundenen Andersartigkeit — ist nicht ok.

Menschen und Lebewesen – oder Ideen und Dinge? – Toleranz

tiger lying on wooden floor
Wenn Dinge oder Ideen wichtiger werden, als Lebewesen – dann werden im Extremfall Grausamkeiten und Misshandlungen Tür und Tor geöffnet: Dem Ding oder der Idee zu huldigen, ein Leben zu weihen – und dann eines Tages enttäuscht zu werden, weil jemand anderes es nicht als Heiligtum behandelt – führt zu Aggression. Im schlimmsten Fall zu Mord und Totschlag.

In der Geschichte der Menschheit hat es das immer wieder gegeben, ob während Ausschreitungen zu religiösen Orten oder Haltungen – oder das ‚Sammeln von Menschen‘ hinter einer Idee, die anschließend in die Lage versetzt werden, andere für diese Idee zu foltern oder gar zu töten.

Ich denke, dies passiert, weil Menschen die Idee oder das Ding mit ihrer Person gleichsetzen; mit ihrem Stolz, ihrer Selbstachtung.

Wenn dann das Ding oder die Idee angezweifelt werden, empfinden sie dies als persönliche Kränkung, die sie sich minderwertig fühlen lässt.

Darum bin ich der festen Überzeugung, dass zwei Dinge wichtig sind, zu lernen:

    • Eine Idee oder ein Ding ist niemals wichtiger, als die Menschen, die Lebewesen. Allenfalls genauso wichtig.
    • Toleranz: Sie lehrt uns, die Dinge und Ideen von den Menschen getrennt zu betrachten. Auch uns selbst.

Dann wird Frieden und Verzeihung möglich.

Gefühle – Emotionen – Corona – Gefühle ‚Lernen‘

image of a friendly roaring lion and a smiling child embracing it
Gefühle und Emotionen sind in der Psychologie per definitionem nicht dasselbe.
Emotionen werden die 5 Grundempfindungen genannt, die in der Psychologie identifiziert wurden. Sie sind allen Menschen eigen und universal.

Gefühle sind detaillierter und vielschichtiger. Sie sind auch Forschungsgebiete der Sozialwissenschaft und der Anthropologie, bezogen auf Ausdruck und Merkmale in den jeweiligen Kulturen.

Der Umgang mit Gefühlen ist nicht immer einfach: Wir werden als Menschen früh, sehr früh, konditioniert und sozial geprägt. Das ist auch gut so, denn ohne die Prägung der Gesellschaft um uns würden wir an Leib und Seele quasi verkümmern und zu einem Fall werden, wie er in der deutschen Literatur durch den Fall Kaspar Hauser schon im 19. Jahrhundert bekannt wurde.

Geschlecht und Gefühle

Es bedeutet aber auch, dass abhängig von Geschlecht, Machtposition, Alter und Familienstand, sowie Rolle im Alltag bestimmte Gefühle zugelassen sind. Andere nicht.

Das klassische und einleuchtendste Beispiel ist der Unterschied darin, wie Männern und Frauen in westlichen Gesellschaften Wut ‚gestattet‘ ist:

Noch immer gilt die Prämisse, Frauen sollten lieb, anschmiegsam und gefühlvoll, vielleicht auch lächelnd und zugleich sanft und ’nährend‘ sein. Aber die wütende Frau wurde schon im Altertum und in der frühen Neuzeit oft als ‚Furie‘ oder ‚Drachen‘ verunglimpft.

Ein wütender Mann dagegen gilt meist als männlich, durchsetzungsstark und sehr respektabel.

Andersherum ist tragischer Weise Männern Angst als Gefühl nicht gestattet. Das heißt, auch wenn sie diese heftig empfinden, dürfen sie das meist nicht zeigen. In vielen  sozialen und gesellschaftlichen Gruppen werden sie sonst sofort mindestens zeitweise aus der Gruppe isoliert, um nicht zu sagen, ausgestoßen.

Gefühle im ‚Untergrund‘

Die Tatsache, dass Gefühle so stark unterdrückt werden, von Kindheit an, dass ein Mensch diese gar nicht mehr bewusst empfindet, hat Sigmund Freud als erster zu einem großen und anerkannten Teil der psychologischen Forschung gemacht.

Den Umgang mit solchen unterdrückten Gefühlen wieder oder neu zu lernen, könnte ein Schritt auf dem Weg zur Heilung bei Gewalt gegen Frauen sein. Denn Angst und Unsicherheit, die ein Mann gesellschaftlich nicht empfinden darf, obwohl er als Mensch diese auch immer wieder hat, naturgegeben, ist ein Teil der Tragödie von Gewalt gegen und Mord an Frauen.

Manipulation auf Seiten der Unterdrückten

Es sollte aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass es ein anderes klassisches Merkmal des unterdrückten Teils eines oder mehrerer Teile einer Gruppe oder Konstellation (Paar, Familie, Gruppe von Freunden, berufliche Zusammenhänge, u.ä.) ist, dass diese oftmals zu Mitteln der Manipulation verbaler und nonverbaler Art greifen. Das kann leider sehr perfide werden und wird in seiner Wirkung von außenstehenden, ungeschulten Menschen vielfach unterschätzt.

Fazit und Ausblick

Ein Blog-Eintrag wie dieser kann allenfalls einen kurzen Überblick und Eindruck verschaffen.
Er kann weder den Besuch beim Psychologen noch das vertraute Gespräch mit anderen Fachpersonen oder Freunden ersetzen!

Ich bin in der glücklichen Lage, als Frau und junges Mädchen von gebildeten und klugen Eltern erzogen worden zu sein. Sie haben mir nicht nur die ‚Relativität der Geschlechterrollen‘ schon früh nahe gebracht. Ich habe durch weitere Lektüre, Gespräche und Yoga, Jiu-Jitsu (eine Kunst der Selbstverteidigung) und intensive Weiterbildung einen produktiven Umgang mit teils sehr heftigen Gefühlen eines angeborenen, leidenschaftlichen Temperaments gelernt.
Konkret nutze ich beispielsweise bewusst Momente, in denen ich allein bin – oder mich allein wähne – um das zu tun was man landläufig ‚Dampf ablassen‘ nennt. Ob Fluchen oder laut Schimpfen, oder auf’s Kissen klopfen, all‘ das hilft mir, Wut oder gelegentliche Frustration zu kanalisieren.
Ähnlich bei Trauer oder Kummer und dazugehörigem Weinen: Ich kann sie herauslassen, ich habe sie in und mit mir kennen gelernt.
Ich kenne ihre körperlich spürbare Wucht – und ihr ‚Ende‘.

Dadurch kann ich auch immer wieder aus tiefem Herzen lachen!

Denn wenn die Kanäle für bestimmte Gefühle, wie Wut, Trauer oder Angst, verstopft sind, kann auch das Lachen nicht heraus. Oder nicht so gut.

Ein persisches Sprichwort drückt das etwa so aus:

„Wenn der Regen meines Kummers bis zum Saum meines Gewandes getropft ist, kann auch die Sonne wieder scheinen.“

Hamid Abdel-Samad – Aufklärung – Gedankenfreiheit – Klarheit

Ich bin als Christin aufgewachsen, im Geist der Aufklärung nach Kant und der deutschen Geistesgeschichte seit dem 18. Jahrhundert. Im Zentrum steht außerdem der Humanismus mit seinem Bildungs- und Erziehungsideal.

Dazu gehört auch die Idee, sich für Gerechtigkeit einzusetzen. Früh im Leben bin ich auf Fremdenfeindlichkeit aufmerksam geworden. Auf die zerstörerische Kraft, die zugrundeliegende Unsicherheit haben kann, wenn sie sich zur ‚Eigenbestärkung‘ als Ablehnung des ‚Anderen‘ zeigt.

Darum ist es mir immer wieder ein Anliegen, Klarheit der Gedanken und Verständigung anzustreben, die Selbstvertrauen und Erkenntnis fördern. Auch Hamed Abdel-Samad verfolgt dieses Ziel:
Offenheit in persönlicher Freiheit im Geist des Humanismus und der Aufklärung.

phoenix persönlich: Hamed Abdel-Samad zu Gast bei Alfred Schier

„Islam und Islamismus ist wie Alkohol und Alkoholismus: Es kommt auf die Dosis an.“ (Zitat Abdel-Samad)

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit.“ (Immanuel Kant)

„Es gibt keine fremden Menschen. Es gibt nur Menschen, mit denen wir uns noch nicht unterhalten haben.“ (Großmutter Abdel-Samads)

Anmerkung / Randnotiz:
Es ist so wichtig, sich bewusst zu machen, dass die religiösen Schriften oder Bücher der Religionen dem Großteil einer Gemeinschaft / Gemeinde sehr selten genau genug bekannt sind. So können Einzelne, die evtl. auch vorgeben, sie zu kennen, sie einfach missbrauchen.

Wer die Bibel oder den Koran liest, oder die Thora, wird immer auch Stellen finden, die aus Sicht der heutigen, bürgerlichen Zivilgesellschaften erschreckend sind.
Ob die Ideen von Krieg oder Vergeltung, vor allem im alten Testament, etwa. Oder die Aussage in der Bibel, „die Frau schweige in der Gemeinde“…
Ideen zu Gehorsam oder Prügelstrafe. Und andere.

Es muss immer wieder klar sein und werden, dass Menschen zunächst keine „Masse“ sind, homogen und furchtbar.  Sondern dass es fehlgeleitete Menschen gibt, die nach Macht und / oder Geld gieren und deswegen zu wirklich allem bereit sind. Egal in welchem Teil der Welt.

Mir persönlich geht es nicht um eine Religion mehr als eine andere.
Sondern um Klarheit, Gerechtigkeit und den Weg zu mehr Frieden durch Verständigung und Verstehen.