Wohlstand, Reichtum, Selbstwertgefühl… Geld – oder: Leben

Collage von 4 Bildern, davon eines von dem Disney Charakter Dagobert Duck (Scrooge McDuck im Original)
Bilder: Lizenziert via Adobe CC, meine Anordnung – Zeichnung des Disney-Charakters Dagobert Duck: freie Lizenz via Ecosia.org, ©Disney

Es gibt verschiedene Sichtweisen auf das Thema: Den Lottogewinn, zum Beispiel. Einmal ein paar Kreuze – und ausgesorgt haben, für den Rest des Lebens. Es gibt auch solche, die wie im Song des Musicals „Anatevka“, „If I were a rich man“ sich nach Anerkennung sehnen. Nach der scheinbaren Bedeutung, die dem wohlhabenden oder reichen Menschen zukommt.

Es gibt Menschen, die werden zu Kriminellen, um Reichtum anzuhäufen, Geld zu mehren.

Manchen ist es nie genug. Sie sind womöglich schon so reich wie der antike König Krösus angeblich war. Aber weil das innere Gefühl der Erfüllung, des Selbstwertes, ausbleibt – häufen sie mehr und mehr an.

Man kann sehr ‚reich‘ sein – und trotzdem wenig oder überschaubare Mengen Geld besitzen.

Es gibt viel Ungerechtigkeit in der Welt, früher genauso wie heute.

Mir scheint manchmal, dass die Auflösung der Sowjetunion alle Zügel derer ‚zerrissen‘ hat, die sich in kapitalistischen Nationen noch unter einer Art Beweisdruck fühlten:
Der ‚Raubtierkapitalismus‘ vor allem in Ländern wie den USA, beinahe ohne kontrollierende Mächte, die Geldgier und Machtstreben einschränken würden, ist wieder da…

Noch ist nicht alles, was an demokratischem Fortschritt erreicht wurde, zunichte.
Der gegenwärtige Präsident der USA, Donald Trump, ein Beispiel übelster Sorte, in den USA verurteilter Krimineller, der an seiner Präsidentschaft so viel verdient, wie nie zuvor jemand in diesem Amt – der Kriege beginnt, um seiner und seiner ‚Hintermänner‘ (und -frauen) Gier nach Öl und damit mehr Profit zu befriedigen. (Links zu Artikeln der New York Times)

Es gibt eine Menge von Geschichten, Literatur, Märchen und tatsächliche Nachrichten über Menschen, die ihr ganzes Leben damit verbringen, mehr und mehr Geld anzuhäufen. Aber nie wirklich Freude oder Erfüllung empfinden.

Ich empfinde es als Glück, in einer Familie aufgewachsen zu sein, die weder besonders reich noch besonders arm war. Aber mit mehr Geschwistern, als der Durchschnitt, vorsichtig war. In Bezug auf Geld.

Mit klugen Eltern aufgewachsen, die uns lehrten, dass Glück oder Erfolg eher eine Frage der Sichtweise sind. Und das Geld eher ein notwendiges Übel ist; mit Vorsicht zu behandeln. Das zwar beruhigt. Aber nicht glücklich macht.

Mein Erwachsenenleben war zeitweise von schweren Phasen geprägt, als Studium, Arbeit und Kind parallel in meinem Leben Platz fanden.

Es gibt Dinge des Alltags, wie Urlaubsreisen oder Kleidung, ein schönes Zuhause oder Annehmlichkeiten, wie größere Ausflüge, die ohne Geld nicht möglich sind.
Auch ein Ruhestand mit sehr eng begrenzten Mitteln, wie er gerade auch Frauen leider noch zu oft beschieden ist, ist eine schwere Bürde.

Aber dennoch weiß ich eines so gewiss, wie kaum etwas Anderes:

Geld macht nicht glücklich. Echten inneren Frieden finden wir aufgrund inneren Reichtums, Selbstwertgefühl und Liebe – die wir geben, empfinden – und die wir erleben dürfen.

 

„Nachts sind alle Katzen grau“ – oder: Vertrauen und Zuversicht – oder: „Yes We Can“

Cat on front of a small puddle with a tiger's reflection showing, in the night before a street light
Image by Diego Edits from Pixabay

Manchmal gibt es Schwierigkeiten. Schwere Zeiten. Enge Terminplanungen. Regelrechte Rätsel des Alltags… sich Sorgen zu machen, ist menschlich. Aber es hat sich auch gezeigt, dass Perspektive ein entscheidender Faktor ist, bei der Lösung:

Wie schaue ich drauf? Mit Visionen von Weltuntergang, sicherem Fehlschlag – oder mit Mut?

Denn: Mut heißt nicht, keine Sorge zu haben. Oder auch gelegentlich Angst. Ein menschliches Gefühl, das (auch) universal ist.

Mut heißt, Sorge oder Angst zu empfinden und trotzdem zu tun, was nötig oder wichtig ist.

Und noch viel interessanter: Unsere Perspektive wird gefärbt von der Tages- (oder Nacht)zeit:
„Nachts sind alle Katzen grau.“
Gedanken und Gefühle werden von nächtlicher Dunkelheit gefärbt. Wenn man es zulässt.

Denn: Unsere Gedanken, unsere ‚Visionen‘, das bildhafte Erleben durch Worte, haben wir in der Hand.

Ich kann nicht beeinflussen, was mir passiert. Manchmal sind es Stürme, vielleicht. Erdbeben, Vulkanausbrüche, Fluten. Oder eine Wirtschaftskrise.

Aber meine Haltung, meine Reaktion darauf, kann ich selbst bestimmen.

Dabei geht es nicht um Schönreden, sondern um Mut machen.

An all jene erinnern, die gut zu mir waren und sind. An all jene, die um mich sind und die tatsächlich helfen wollen.

An all die Fähigkeiten denken, die im Laufe eines Lebens hinzu kamen und gerade jetzt auch kommen.
Wissen: Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben.

Das nach außen signalisieren:
Vertrauen und Zuversicht.

Denn, Unkenrufe haben noch nie geholfen. Sie sind nur ein Geräusch.

YES, WE CAN.

Herbsttag

Dekoration - Image by NVD from PixabayHerr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke
aus Die schönsten Gedichte, Diogenes

EU, Finanzen und die Frage nach dem Niveau… oder: „Deutschland, ein Wintermärchen“

Oyster with a pink pearl inside
Image by Dee from Pixabay

Wir können natürlich immer verlangen: Alles soll immer billiger und zugleich immer besser werden. Aber, ist das realistisch? Ich denke, eigentlich ist manches simpler, als wir annehmen: Qualität und auch Quantität haben ihren Preis. Wenn ich Austern und Champagner schlürfen will – genügen ein ‚Appel und Ei‘ dafür nicht.

Aber, sind es wirklich Austern und Champagner, die wir wollen? Oder ist es eher so, dass es auch kostet, über viele Jahrzehnte gute Qualität zu erhalten?

Ob Bahnstrecken, gute Straßen, die dem Warenverkehr und dem Privatverkehr im wesentlichen freie Fahrt ermöglichen, oder gute Schulen, sie kosten Geld. Wer Kindern Bildung und unseren Städten und Dörfern – und Ländern – eine Infrastruktur gönnen will, muss manchmal tiefer in die Tasche greifen.

„Früher war alles besser…!“ Wirklich? Wer hatte ‚früher‘ einen Personal Computer, einen Laptop und einen digitalen Fernseher zu Hause? Und ein mal größeres, mal kleineres Smartphone? In den meisten Fällen mittlerweile ein Smartphone pro Haushaltsmitglied!

Wieviele Menschen konnten sich früher zahllose Eier kaufen und essen, wann immer sie wollten? Wer konnte sich eigentlich Fleisch leisten?

Wieviele Menschen konnten eine höhere Schulbildung genießen? Und studieren?

Wir können fast jederzeit überall hin ‚gondeln‘ – mit Bussen und Bahnen. Selten war unsere Umwelt so sicher wie heute.

Wir jammern auf hohem Niveau, weil wir – vielleicht mehr Nachrichten gucken, als Dokumentationen ansehen. Oder Statistiken finden, die verlässlich, weil unabhängig sind.
„Drama und Galama“ sind halt unterhaltsamer, oft; vor allem, wenn wir nicht selbst betroffen sind.

Auch im GEO-Magazin findet sich ein guter Artikel dazu, mit der Kernaussage: „Pessimismus ist ein Privileg für Reiche“.

Wir drehen am Knauf und die Heizung wird warm. Wir chatten mal eben mit Singapur oder Australien.

Wir lernen online und tanzen oder singen im Verein; sind uns der Wichtigkeit gesunder Ernährung bewusster, als je zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Auch dies ist richtig: Es ist nicht alles wunderbar. Manches bedarf der Verbesserungen.

Aber, wie im GEO-Newsletter ausgedrückt, vor ein paar Tagen, der Hinweis auf den oben verlinkten Artikel:

„Die extreme Armut hat sich weltweit seit dem Jahr 2000 fast halbiert, die Lebenserwartung in Europa hat sich in den vergangenen zwei Jahrhunderten verdoppelt, und statistisch war die Wahrscheinlichkeit, durch eine Gewalttat ums Leben zu kommen, selten so niedrig wie heute.

Für mich kohlestaubgeschädigtes Ruhrpott-Kind interessant: Über 90 Prozent aller neuen Kraftwerke auf der Welt arbeiten mit Wind, Wasser, Sonne oder sonst wie nachhaltig. Und in London, einer notorisch grauen europäischen Metropole, ist die Luft so sauber wie seit gut 200 Jahren nicht.

[…]

Steffens plädiert dafür, dem Fatalismus nicht das Feld zu überlassen: „Pessimismus ist ein Privileg für Reiche, für die guten Zeiten“, schreibt er. „Nur wer hat, kann fürchten zu verlieren. Pessimismus mag nützlich sein, um frühzeitig zu warnen. Aber wenn es darauf ankommt, ist er gefährlich. Weil er lähmt und radikalisiert.“

Auch Optimisten glauben nicht, dass alles gut wird. Sie sind allerdings überzeugt, dass etwas getan werden kann. Ein fundamentaler Unterschied.“

Deutschland als Wintermärchen war Heinrich Heines Text und zugleich Streitschrift und Liebesbrief an Deutschland.

Man kann sich zu Tode sparen… Geiz ist manchmal – einfach nur geizig.

Klug wirtschaften bedeutet, zu investieren. Und in guten und schweren Zeiten zusammen halten.

Gemeinsam sind wir stärker.

Wenn das Murmeltier täglich grüßt – oder: Was Erfahrung und Gewöhnung ausmachen

„Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist eine Komödie von 1993, mit sehr illustrem Cast: Regie Harold Ramis, Hauptdarsteller Bill Murray und Andie MacDowell. Der Film handelt von einem Mann, der wie in einer Art magischen Zirkels gefangen, denselben Tag immer und immer wieder erlebt.

Er merkt das erst nach einer gewissen Zeit. Zunächst scheint es ihm wie ein Geschenk. Dann wie ein Fluch. Schließlich lernt er, zu verstehen, was es bedeutet Mensch zu sein, statt eines angeberischen, egozentrischen ‚Hans Dampf in allen Gassen‘.

Faszinierend daran:  Als Zuschauer findet man eine Menge Menschen und Situationen darin, die einem irgendwie bekannt vorkommen.

Das Ende ist – happy. Aber auf eine Art, die bei Hollywood-Komödien mindestens unerwartet ist.

Ein manchmal leises, manchmal dröhnendes Vergnügen.

Wer noch nicht wusste, wie selbstverständlich der Alltag werden kann – und warum wir vielleicht manchmal nicht mehr darüber sprechen, vor lauter Gewöhnung – der findet hier die Antwort.

„Krieg und Frieden“ – oder: „Wer profitiert?“ – oder: Säbelrasseln, Machtspielchen und die reale Welt

image of the NATO member states and Russia as a world map, the NATO member states coloured in light blue.
Screenshot von der NATO-Seite selbst, abgenommen: 05-10-2026, 20-12-16, lokale Zeit: UTC+1; die NATO-Mitgliedsstaaten sind hellblau gefärbt. Aus der russischen Perspektive ist das sehr nah.

Wenn Interessen bestehen, sollte man hinter die Kulissen schauen: Was war wirklich los? Welche Muster sind wiedererkennbar? Aus früheren Zeiten und Jahrhunderten? Von heute?

Machtspielchen und Säbelrasseln sind eine alte, immer wieder gern genommene Methode: Sie machen Menschen Angst. Das führt dazu, dass sie vielleicht sogar unbedacht handeln und ihnen später leicht vorzuwerfen ist, sie hätten ja angefangen…

Wenn man sich die Geschichte der NATO und der Sowjetunion, danach Russlands, anschaut, stellt man fest, dass es tatsächlich sogar Zeugen in den USA gibt, die aussagen, dass es Versprechen gab. Zur Wiedervereinigung Deutschlands: Die NATO-Osterweiterung werde bestimmte Grenzen danach nicht überschreiten. Schriftlich festgehalten in Verträgen wurde das seltsamerweise nie.

Dann kam der Antrag der Ukraine. 2014 bereits begann der offene Konflikt mit Russland, zunächst im Umweg über die Annektion der Krim.

Es gibt eine sehr gut recherchierte Dokumentation aus dem Jahr 2021, die in der ARD und auf arte.tv derzeit gesendet wurde: „Krieg in Europa – Das Ukraine-Drama“ Diese 2-teilige Dokumentation zeichnet sich durch einen ausgewogenen Blick auf die Hintergründe und mögliche sowie tatsächliche Interessen aus.

Denn wenn man verstehen will, warum, nach damals schon fast 20 Jahren eines einzigen Potentaten, angebliche Expansionsbestrebungen geäußert wurden in Russland, 2014 und davor – muss man sich die Karte der NATO-Staaten im Verhältnis zu Russland und seinen Verbündeten (auch) ansehen.

Die USA hätten sich im umgekehrten Falle schön bedankt…insofern ist Russland auffällig geduldig.

Auch andere unabhängige Quellen zeigen deutlich, dass es um ein Machtgleichgewicht, eine Ausgewogenheit der Kräfte geht. Schon während des Kalten Krieges und den ersten Anzeichen für Entspannung seit den 1970er Jahren bis zur Unterzeichnung der Abrüstungsverträge zwischen den USA und der russischen Föderation in den 1980ern war immer klar gewesen:

Nur wer auf dieses empfindliche Gleichgewicht achtete, konnte Eskalation vermeiden.
Die Kuba-Krise ist ein beredtes Zeugnis von so manchen: Damals schrammte die Welt dichter als jemals an einem 3. Weltkrieg vorbei.

Wir sollten Fakten und Interpretationen trennen. Das Säbelrasseln mancher weißer, alter Männer, die schon seit einem Menschenalter auf den nächsten Krieg warten – um, es sich in ihren Offizierssesseln gemütlich machend, ihre Orden zu verdienen – erkennen, als das was es ist: Wichtigtuerei.

Und wieder zurück kehren zu dem, was die europäische Geschichte auch groß gemacht hat: Kluge, zähe und klare Verhandlungen mit dem diplomatischen Blick auf das Gegenüber:

Denn, ganz ehrlich? – Sind wir wirklich auf die Kriegsindustrie angewiesen, um die Wirtschaft anzukurbeln?

NIE WIEDER KRIEG.

Deutsche Einheit: Vielfalt in Nord und Süd – West und Ost

Collage von deutschen Landschaften in Nord, Süd, Ost und West
Deutschland in Mitteleuropa: Schöner geht’s kaum… (Bilder lizenziert via Adobe CC, meine Anordnung)

Die deutsche Trennung in zwei Staaten begann nach dem zweiten Weltkrieg: Die alliierten Mächte hatten die jeweiligen Zonen besetzt. Schließlich wurden zwei Republiken daraus: Die DDR und die BRD. Die DDR sollte ein kommunistischer Staat nach sowjetischem Vorbild sein. Die BRD eine Demokratie nach französisch-US-amerikanischer Tradition.

Der zweite Weltkrieg war in seinen Effekten grausam und zerstörerisch. Millionen Tote, Menschen, die nie mehr nach Hause kamen. Vertriebene in vielen Gegenden Europas. Vor und während des Krieges in der Zeit des Nationalsozialismus Verfolgung und Ermordung von Menschen auf Grundlage menschenverachtender Ideen.

„Nie wieder Krieg!“ Das war und ist eine Überzeugung, die daraus entstanden ist.

Zugleich wurde die Trennung in zwei Staaten immer strenger gehandhabt: Weil der Aufbau in der DDR länger dauerte, als in der BRD, wollten eine ganze Reihe Menschen in die BRD und reisten aus. Als der Strom zu groß wurde, schloss man die Grenze: Ein Reiseverbot wurde für DDR-Bürger verhängt. Reiseerlaubnis war nur unter sehr eingeschränkten Voraussetzungen überhaupt zu bekommen.

Das Ergebnis war noch mehr Leid durch getrennte Familien und Gesellschaften in zwei Staaten über mehr als 4 Jahrzehnte.

Das prägt.

Die beiden Staaten waren nicht schon dadurch sehr verschieden. Das Wissen übereinander war und ist mancherorts kaum vorhanden. Vorurteile durch die gegensätzlichen Herangehensweisen.
Der ‚Besser-Wessi‘ wurde zum geflügelten Wort, für solche Menschen, die glaubten, es ‚denen in der ehemaligen DDR‘ nach der Wiedervereinigung erst zeigen zu müssen, was ‚Marktwirtschaft‘ bedeutet.
Wie ‚man es macht‘.

Die Wiedervereinigung wurde nicht zu unrecht als ein erneuter Ausverkauf des Ostens gesehen:
Zunächst nach dem 2. Weltkrieg, als die Sowjetunion als Retribution ganze Industriestätten abbauen und in die UDSSR bringen ließ.
Dann die Wiedervereinigung: Zu Konditionen der BRD, mit relativ plötzlicher Einführung der gemeinsamen Währung, auf DM-Basis.

Dann mithilfe der ‚Treuhandanstalt‘ Prüfung und Veränderung von Firmen, Werkstätten und Fabriken hin zu einem anderen Modell des Wirtschaftens.
Verlust von Arbeitsplätzen und grundlegender Werte:
Denn die DDR, tatsächlich im Grund eher eine Diktatur, hatte Menschen auch zusammen geschweißt: Bedrohung und teils schwierige Versorgungswege und Engpässe hatten zu einem Rückzug ins Private aber auch zu gegenseitiger Unterstützung geführt.

Das Alles war kein Spaziergang. Ressentiments auf allen Seiten, weil es Menschen in der BRD gab, die die Sozialabgabe für die neuen Bundesländer heftig kritisierten.

Ich denke, wir haben dennoch und erst recht viel Grund, auf unser Land stolz zu sein:
Immer wieder Weltwirtschaftskrisen, wie momentan, eine Pandemie und diese speziellen Herausforderungen – das stemmt sich nicht so mal eben.

Deutschland ist ein wunderschönes Land!

Es gibt hier viele neuere und alte Traditionen und Gebräuche. Ideen und Humor. Unterschiedlichste Menschen aus allen Teilen der Welt, die hierher kommen, um hier zu studieren, zu arbeiten und Firmen zu gründen.

Ob Süd, Nord, West oder Ost:
Wir werden nie eine homogene Masse sein!
Und – wer will das sein?

Die Einheit in Vielfalt leben, das kann manchmal Herausforderung sein. Aber es ist bereichernd. Immer.

Glückwunsch uns allen zu diesem 3. Oktober 2026!

Seehund auf Sandbank, in die Kamera schauend
Seehund auf Helgoland

Die USA als Blaupause? – oder: Jäger und Sammler… und Adam Smith

Bild via RVBusiness, mit freundlicher Genehmigung durch Sendeanstalt NBC, Originalbericht

So oft wird hier in Europa, und auch und gerade in Deutschland, damit hausiert, wir sollten es doch mehr wie die USA machen; die seien so erfolgreich. Mit ihrem Wirtschaftssystem. Niedrige Steuern, dadurch hohe Erträge. Kaum Sozialabgaben… das Gesundheitssystem auch erst neuerdings auf soziale Füße gestellt; durch Barack Obama und seine Politik.

Allerdings vergessen viel zu viele, was die Kehrseite ist, dort: Immer mehr Menschen leben unter Brücken und in ihren Autos. Weil es keine Absicherung gibt, wenn der Job mal verloren ging. Wenn es dann keine Jobs gibt. Über längere Zeit. Weil die Wirtschaft gerade eine Flaute erlebt. Eine sog. ‚Baisse‘, wie das an der Börse so hübsch heißt…

Das System, dass in den USA immer noch viel zu oft propagiert wird, geht vor allem auf Adam Smith zurück. Er war Schotte und hat wohl die moderne Nationalökonomie mitbegründet. Aber er hat sich auch nachweislich geirrt: Denn er votierte dafür, Firmen, Unternehmen, völlig freie Hand zu lassen. Dann würde sich der Markt schon von selbst regulieren.

Es ist inzwischen erwiesen, dass er das nicht tut. Der Markt. Dass es staatliche Regularien braucht, um dem ‚Raubtierkapitalismus‘ Riegel vorzuschieben.

Es gibt immer auch wohlmeinende Unternehmer, die auch erfolgreich sind, im Sinne von eingefahrenen Profiten. Aber es gibt überall, in jeder Branche und auf allen Ebenen, schwarze Schafe. Ob bei Banken, Versicherungen, in Aufsichtsräten oder in der Verwaltung.

Und dann gibt es die vielen Anderen: Denen nicht egal ist, wie es der Gemeinschaft geht.

Wir dürfen und sollten, mit einem auch nur kleinen Interesse an unserer Heimat und dieser Region, den klugen und realistischen Blick mit Liebe um uns schweifen lassen.
Uns daran erinnern, was vor Jahrhunderten war. Was jetzt ist.

Wie weit der Weg war. Und wieviel wir geschafft haben.

Dies ist ein wunderbares Land mit vielen großen Köpfen – früher und heute.

Lassen wir uns nicht ‚aus der Bahn werfen‘ – von Halbwahrheiten. Genau hinschauen.

Dran bleiben. Pausen nicht vergessen.

„Manche Menschen werden emotional – manche rauchen…“ – oder: Wie man mit Gefühlen umgehen kann

Photo einer dunkelroten Rose im Feuer
Bild lizenziert via Adobe CC (ohne KI erstellt)

„Südländer sind leidenschaftlich. Nordlichter sind kühl und beherrscht. Südländer sind emotional. Nordlichter rational.“ Diese Art Ideen, um nicht zu sagen Vorurteile, halten sich hartnäckig.  Ich hatte viel Glück im Laufe eines Lebens: Ich habe eine ganze Reihe Kulturen ‚von innen‘ kennen gelernt. Aber es waren auch oft schwere Zeiten.

Gefühle sind von mehreren Faktoren abhängig:

    • Davon, welche Art von Gefühlsäußerungen gesellschaftlich akzeptiert sind. Ärger, Wut, Trauer und Freude…
    • Von der natürlichen Grundkonstitution. Manche Menschen sind temperamentvoller als andere, von Natur aus.
    • Von der Lebenssituation: Wer harte Lebensbedingungen erlebt, aber noch nicht gelernt hat, damit umzugehen, reagiert auf Frustration anders, als jemand mit Erfahrung. Stichwort dazu ‚Resilienz‘.

Es gibt Kulturen auch außerhalb Europas, in denen sind heftige Gefühle kein Problem. Sondern selbstverständlich. Sogar im Gegenteil. Die ‚deutsche‘ Art der Selbstbeherrschung wird dort als ‚trocken‘ und unnahbar, sogar als kalt wahrgenommen.

Es gibt tatsächlich Kulturen, die auch im normalen Alltag eine andere Grundlautstärke beispielsweise bei Familientreffen pflegen.

Sigmund Freud war der erste, der beschrieben hat, was mit unterdrückten und gar unbewussten Gefühlen im Menschen geschieht. Psychologie:
Es bedeutet die „Lehre von der Seele“, nach dem Altgriechischen für ‚psyché‘ = Seele und ‚logos/legein‘ = Rede(n)/lehren.

Die neuere Psychosomatik und in dem Zusammenhang auch ein Schüler Freuds, Alexander Lowen, beschäftigen sich intensiv mit dem Zusammenhang von Seele und Körper.

Wieviel Spannung etwa im Körper durch beherrschte, unterdrückte Gefühle entstehen kann und dann tatsächlich zu Schmerzen führt.

Das Thema ist nicht trivial und kann hier auf keinen Fall erschöpfend behandelt werden!

Aber unsere Gefühle sind unser größter Schatz: Wir fühlen uns lebendig, dadurch.

Und wie Daniel Goleman in seinem populärwissenschaftlichen Werk „EQ“ ausgeführt hat:
Wenn wir unsere Gefühle besser kennen, erkennen wir andere und das Leben leichter. Und wir werden auf ganz andere, bessere Weise in die Lage versetzt, uns zu entscheiden.
Er führt aus, dass Menschen, die aufgrund von Operationen die entsprechenden Teile ihres Gehirns einbüßen mussten, alles verstanden, alles Wissen weiterhin besaßen, aber keine Emotionen. Sie wurden unfähig, sich zu entscheiden.

Ein persisches Sprichwort drückt es sehr schön und sehr klar etwa so aus: „Erst wenn die Regentropfen meiner Traurigkeit bis zum Saum meines Gewandes getropft sind, kann die Sonne wieder scheinen.“

Ich wünsche allen, die dies lesen, einen wundervollen, gefühlsreichen Tag!