Die menschliche Herausforderung: Toleranz – oder: Selbstachtung als Basis

Embleme der Religionen der Welt in einem goldenen Strahlekranz auf lauchtend blauem Grund, mit meschlichen Fiuren dazwischen, im Zentrum ein Globus.
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Toleranz ist die Kunst, Dinge oder Sichtweisen, die man nicht mag, die abweichen, hinnehmen zu können. Als gleichberechtigt. Solange sie nicht schädlich oder lebensfeindlich sind.

Toleranz f. ‘Duldung, Duldsamkeit’ (Mitte 16. Jh.), später auch allgemein ‘Rücksichtnahme, Großzügigkeit, Aufgeschlossenheit’ und (ab 19. Jh.) ‘zulässige Abweichung vom Nennwert’, aus lat. tolerantia ‘Fähigkeit zu ertragen, Geduld, Duldsamkeit’.

Soweit das Wörterbuch (Wahrig + Duden: www.dwds.de).

Toleranz kann eine Herausforderung sein, weil sie erfordert, dass Menschen ihre eigene Sichtweise nicht absolut setzen. Sondern Alternativen, das Anderssein, zulassen können.
Das Andere kann aber die eigene Sichtweise infrage stellen.

Das ist nicht unbedingt ein Problem. Denn andere Sichtweisen können neue Eindrücke, neue Ideen oder neue Erkenntnisse ermöglichen.

Es wird dann zum Problem, wenn Menschen sich in ihrer Existenz, in ihrem ‚So-Sein‘ angezweifelt fühlen, weil sie ihre Sichtweise und ihre eigene Person gleichsetzen.

Wenn wir mehr Frieden und Gleichberechtigung in der Welt suchen, dann müssen wir das üben und lehren, wo es angemessen ist, in Schulen vielleicht, aber auch an anderen Bildungseinrichtungen und in Betrieben und Organisationen:

Was bedeutet Toleranz? Wo sind ihre Grenzen? Wie kann sie mich als Mensch bereichern, statt mir Angst zu machen?

Toleranz bedeutet, das Andere anders sein lassen können. Weil ich mich selbst kenne und gut leiden kann. Weil ich Selbstachtung gelernt habe.

Nur wer aufrecht steht, kann die Arme zum Umarmen ausstrecken.