Die menschliche Herausforderung: Toleranz – oder: Selbstachtung als Basis

Embleme der Religionen der Welt in einem goldenen Strahlekranz auf lauchtend blauem Grund, mit meschlichen Fiuren dazwischen, im Zentrum ein Globus.
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Toleranz ist die Kunst, Dinge oder Sichtweisen, die man nicht mag, die abweichen, hinnehmen zu können. Als gleichberechtigt. Solange sie nicht schädlich oder lebensfeindlich sind.

Toleranz f. ‘Duldung, Duldsamkeit’ (Mitte 16. Jh.), später auch allgemein ‘Rücksichtnahme, Großzügigkeit, Aufgeschlossenheit’ und (ab 19. Jh.) ‘zulässige Abweichung vom Nennwert’, aus lat. tolerantia ‘Fähigkeit zu ertragen, Geduld, Duldsamkeit’.

Soweit das Wörterbuch (Wahrig + Duden: www.dwds.de).

Toleranz kann eine Herausforderung sein, weil sie erfordert, dass Menschen ihre eigene Sichtweise nicht absolut setzen. Sondern Alternativen, das Anderssein, zulassen können.
Das Andere kann aber die eigene Sichtweise infrage stellen.

Das ist nicht unbedingt ein Problem. Denn andere Sichtweisen können neue Eindrücke, neue Ideen oder neue Erkenntnisse ermöglichen.

Es wird dann zum Problem, wenn Menschen sich in ihrer Existenz, in ihrem ‚So-Sein‘ angezweifelt fühlen, weil sie ihre Sichtweise und ihre eigene Person gleichsetzen.

Wenn wir mehr Frieden und Gleichberechtigung in der Welt suchen, dann müssen wir das üben und lehren, wo es angemessen ist, in Schulen vielleicht, aber auch an anderen Bildungseinrichtungen und in Betrieben und Organisationen:

Was bedeutet Toleranz? Wo sind ihre Grenzen? Wie kann sie mich als Mensch bereichern, statt mir Angst zu machen?

Toleranz bedeutet, das Andere anders sein lassen können. Weil ich mich selbst kenne und gut leiden kann. Weil ich Selbstachtung gelernt habe.

Nur wer aufrecht steht, kann die Arme zum Umarmen ausstrecken.

Anpassung, Gleichklang, ‚More of the Same‘ – oder: Vielfalt leben

Eine Elephantenherde und im Vordergrund eine Vignette mit einem Kreis von ausgestreckten Händen, die verschiedene Blätter halten.
Images by Simon Oberthaler and Juan Diego Salinas from Pixabay, meine Graphik

Menschen sind ‚Herdentiere‘.  Diese Idee ist nicht neu… Sie verkürzt, was das Konzept dahinter ausdrückt: Wie Tiere, die in Herden leben, so haben auch Menschen von Natur aus, einem Instinkt ähnlich, das Bedürfnis, in Gruppen zu leben. Gruppen von solchen Menschen, die sie als sich selbst ähnlich empfinden.

Denn das Andere kann verunsichernd sein. Urängste auslösen.

Wenn Menschen Angst bekommen, so die Forschung, würden andere Hirnareale aktiv, als im Alltag, ohne Sorge oder Angst:
Der ältere Teil des Gehirns, das Stammhirn, wird aktiviert und treibt uns zur Flucht. Oder gar zum Angriff.

Der neuere Teil unseres Gehirns, so die Definition, ist der Neocortex. Er ermöglicht, dass wir komplexe Dinge denken und – Empathie empfinden: Mitgefühl.

Sicherheitsgefühl: Das ist in Herden ausgeprägter, als allein. Auch das ist wohl zentral: Wir wünschen uns Sicherheit und Akzeptanz.

Das geht dann am Einfachsten, wenn alle scheinbar oder tatsächlich ‚gleich‘ sind, sich wohlig in einer Gruppe von Gleichen aufgehend fühlen.

Dass manche Menschen Teil einer Gruppe sein können, obwohl sie eine andere Herkunft haben, eine andere Hautfarbe – oder schlicht eine neue Herangehensweise, ist in manchen Umgebungen ein neues Konzept.

Vielfalt statt Einerlei macht das Leben bunter, fröhlicher – und kann neue Ideen hervorbringen.

Die Waage zu halten zwischen Vorsicht und echter Gemeinschaft in Vielfalt macht Freude – und innovativ.

Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft: Die Kunst des Vorwärtsschauens

image of a woman walking on the beach towards the sun looking forward
(Image by astoltz from Pixabay)

„..und Lots Frau blickte zurück und erstarrte zur Salzsäule…“ Es ist die Parabel von Lot und seiner Frau, die auf der Flucht aus Sodom und Gomorrha gewarnt wurden, sich nicht umzudrehen, weil sie ihr Leben in Gefahr brächten…

Für mich ist es eine der essenziellen Geschichten des Buches der Bücher, das auch ohne einem religiösen Kontext anzugehören, viel Weisheit und teils wunderbare Texte zu bieten hat, der Bibel.

Die Städte Sodom und Gomorrha sollen zerstört werden und weil Lot als guter Mensch bekannt ist, wird er rechtzeitig gewarnt, mit seiner Familie zu fliehen.

Das Leben kann schwer sein, ich habe einige schwere Zeiten erlebt. Vielen Menschen passieren schwere Dinge, oft viel schwerere, als ich sie kennen lernen musste.

Wenn es schwer wird, gibt es einige Techniken, die helfen. Es kann wichtig sein, das Gute und das Schwere in der Rückschau zu betrachten. Aber es kommt darauf an, wie.

Wir können manchmal aus der Vergangenheit lernen. Aber sie zu oft anzusehen, Revue passieren zu lassen oder sich mit Vorwürfen zu quälen ‚tötet‘ den Lebensmut, im Extremfall.

Das ist mit der Idee gemeint, Lots Frau erstarrte zur Salzsäule: Sie wird unfähig, sich zu bewegen, nach vorne zu schauen oder tatsächlich – zu leben.

Wenn man ein wenig mehr Glück hat, erinnert man sich an die schönen Zeiten. Das ist wichtig. Denn das Leben ist nie nur schwarz oder weiß. Sondern wie ein Kaleidoskop, nämlich bunt, mit allen Farben des Spektrums, darunter auch Schwarz und Weiß. An die eigenen Verdienste und Fähigkeiten. Denn auch das gibt Kraft, zu wissen, dass kein Mensch nur Fehler macht.
Sondern dass auch Menschen wie ein Kaleidoskop bunt sind, mit allen ‚Farben‘ innen – und manchmal auch außen.

Ich habe immer wieder vorwärts gehen müssen. Es gab Zeiten, da habe ich mich gefragt, wie solle es denn nun noch weitergehen.

Ich habe auch erfahren dürfen, dass es Menschen gibt, die laut oder leise zeigen, dass ihnen wichtig ist, wie es einem geht.

Das ist vielleicht das Schönste: Zu wissen, da sind Menschen, denen bedeutet man etwas.

Allen, die dies lesen und wissen, wen ich meine:
Danke dafür.