„Der Zweck heiligt die Mittel“ – oder: Das Ziel macht unfaire Aktionen Ok…?

Es gibt das alte Sprichwort vom Zweck, der die Mittel heiligt. Wie schon im Titel umschrieben, drückt das aus, dass ein gutes oder erstrebenswertes Ziel auch weniger angenehme oder unlautere Vorgehensweisen rechtfertigt.

Es kann dann im privaten oder beruflichen Umfeld dazu kommen, dass Menschen ihr eigenes, angenehmes Ziel für sinnvoll oder wichtig genug erachten, dass sie bereit sind, dafür zu schwindeln, oder gar zu lügen. Als Beschönigung werden dann Gründe zusammen gesucht, die oftmals recht fadenscheinig sein können.

Wir lernen, dass ‚Notlügen‘ gelegentlich ok seien, wenn sie einem guten Zweck dienten.

Die einfache Grundregel ist diese: Wenn wir anderen schaden, ist die Grenze erreicht.

Es gibt Regeln und Gesetze für das menschliche Zusammenleben, weil sie ein Rüstzeug sind, einen Rahmen bilden, der uns Orientierung geben kann.

Moderne Demokratien haben Rechtssysteme, die prinzipiell verlässlich sind. Das eigene Recht ist einklagbar und die Urteilsfindung soll unparteiisch erfolgen.

Ob privat oder beruflich, auch Gery Seidl bringt es sehr schön auf den Punkt: Verantwortung übernehmen – andere nicht behindern.

Freiheit ist nämlich auch die Freiheit der Anderen.

„Aus Liebe zu Deutschland“ – oder: Wer sich bückt, kann die Arme nicht zum Umarmen ausstrecken

Dieses Interview zu seinem Buch habe ich vor einiger Zeit zufällig gefunden. Selten habe ich soviel Herz und Verstand in der Sicht auf Deutschland erlebt. Seit einigen Jahren hatte ich das Gefühl immer stärker empfunden, dass wir in Deutschland zur Schwarzmalerei neigen.

Wir sollten uns wieder daran erinnern, dass das Böse im Menschen überall auf der Welt vorkommt. Dass der Nationalsozialismus keine spezifisch deutsche Eigenart darstellte – oder darstellt.

Dass Machtkonstellationen und Geldinteressen dazu führen konnten, dass eine zwar starke aber nicht eine Mehrheitspartei an die Macht kam, durch Koalitionen(!) – und eine Diktatur errichtete.

Darum gilt es auch, uns daran zu erinnern, wie Toleranz und Weltoffenheit entstehen:

    • „Toleranz“, die Fähigkeit, das zu akzeptieren, das anders ist. Solange es nicht schädlich oder lebensfeindlich ist.
    • „Weltoffenheit“: In Selbstachtung aufrecht denen gegenüber zu treten und sie willkommen heißen können, die eine andere Sichtweise mitbringen.

Toleranz und Weltoffenheit: Hamed Abdel-Samad spricht über seine Ideen mit viel Herz und Verstand: „Aus Liebe zu Deutschland“