Hannah Arendt und „Die Banalität des Bösen“ – oder: Die Wahrheit hinter dem ‚Monster‘

Foto: Barbara Niggl Radloff, „Hannah Arendt auf dem 1. Kulturkritikerkongress“

Die Banalität des Bösen ist Hannah Arendts Schrift auf Grundlage ihrer Beobachtung des Prozesses gegen den Kriegsverbrecher  und Nationalsozialisten Adolf Eichmann in Jerusalem, 1961. Sie wurde und wird teils immer noch heftig diskutiert und Arendt wurde zeitlebens dafür kritisiert.

Ich selbst bin zwei Generationen jünger. Aber ich kann ihre Sichtweise voll unterstützen:
Auch noch zu meiner Jugendzeit gab es die generelle Idee von der ungeheuerlichen, unvorstellbaren Grässlichkeit der Nazis, der NSDAP, und insbesondere Adolf Hitlers als Vorsitzendem und Reichskanzler.

Grausamste Verbrechen wurden begangen und schienen beispiellos. Also wurden die Täter in die Ecke der ‚Monster‘ abgeschoben: Charakterlich deformierte, geradezu gestörte Wesen, die kaum etwas Menschliches an sich hätten.

Aber das entzieht sie nicht nur ihrer Schuld, weil sie beinahe als unzurechnungsfähig escheinen. Es lässt auch Ursachen und Muster im Dunkel, die durch genaue Analyse und echtes Hinschauen erkannt und künftig verhindert werden können.

Gerade die Art, wie Eichmann sich auf scheinbar völlig alltägliche Weise der Verantwortung zu entziehen versuchte, musste entlarvt werden als das, was es war: Der traditionelle, militärisch geprägte ‚Kadavergehorsam‘.

Niemand ist verantwortungslos, das ist der Kern der Erkenntnis aus diesen und ähnlichen Diktaturen und deren Gräueltaten, früher genauso wie heute.

Auch Hannah Arendt berief sich auf Kants kategorischen Imperativ: Er besagt, dass jeder Mensch zu jeder Zeit für seine oder ihre Taten volle Verantwortung trägt:

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Zu Ende gedacht bedeutet es nicht eine Vorschrift, sondern einen Maßstab: Wenn alle es täten, wäre es dann auch in Ordnung?

Menschen sind gelegentlich krank und das kann festgestellt werden. Aber die heutigen Rechtsextremen genauso wie erklärte frühere und heutige Nazis waren weder Monster noch im engeren Sinne krank. Sie waren und sind macht- und geldgierig – und manipulieren jene, die womöglich einen Groll hegen oder Geltungsbedürfnis ausleben wollen.

Erst wenn wir solche Muster erkennen, können wir auch den folgenden Generationen deutlich machen, worum es geht:

Menschenwürde – und die Menschenrechte:

Die Grundfesten unserer Demokratie: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit = Mit-Menschlichkeit

Das Sparen, die Politik und der politische Gegner: Manipulationen – oder: Von China und dem ‚Kaputtsparen‘

Bild von zwei Flamingos, die in einer Wolkenlandschaft zu schweben scheinen..
Image by Дмитрий Бирюков from Pixabay – „Wolkenkuckucksheim….“

„Schulden sind schlecht. Staatsschulden? Die für unsere Kinder. Das ist richtig schlecht.“ Sehr simple ‚Botschaften‘. Simpel? Genau. Zu simpel. Diese und ähnliche Formulierungen werden immer dann aus der Schublade geholt, wenn es darum geht, den politischem Gegner irgendwo zu packen, weil andere Argumente gerade fehlen.

Oder weil man es simpel mag, denn viele Menschen lassen sich immer noch viel zu leicht davon einwickeln.

Aber wir müssen unterscheiden, wofür Schulden gemacht werden, warum. Und was sie wirklich bedeuten.

Wer sich mit Finanzen und der Finanzwirtschaft und mit Betrieben und Betriebswirtschaft ein wenig auskennt, der weiß, dass Schulden, also Kredite, an den richtigen Stellen gang und gäbe sind. Sie dienen dazu, beispielsweise ‚vorzufinanzieren‘. Waren und Dienstleistungen herstellen zu können, weil die Rohstoffe eingekauft werden können, um sie anschließend gewinnbringend absetzen zu können.

Aber: Das ist die Wirtschaft.

Ein Staat – unser Staat – eine Staatswirtschaft funktioniert nicht nach den gleichen Regeln.

Überall gibt es schwarze Schafe, um das auch vorwegzunehmen. Wir wissen alle noch, wie die Finanzkrise 2008/2009 zustande kam: Banken und Finanzinstitute hatten Kredite umgewandelt, teils mehrfach in verschiedenen ‚Paketen‘ wiederverkauft und damit Termingeschäfte im großen Stil betrieben, dass man – als es öffentlich wurde – nur noch mit den Ohren schlackern konnte.

Wir wissen alle, dass Vertrauen gut, aber Kontrolle besser sein kann. Denn es gibt immer ein paar wenige, die sind entweder schwach. Oder regelrecht kriminell.

Aber Staatsschulden sind eine Investition in alle die Dinge, die unser Leben besser und zuverlässiger machen.

Wir sollten im Auge behalten, dass eine gute Infrastruktur und Rechtssicherheit die Grundlage für florierende Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft sind.

Ob die Straßen, die Bahn (Personen- und Güterverkehr), Telekommunikation oder Müllabfuhr.

Ob Krankenhäuser, Ärztinnen und Ärzte, Physiotherapeuten oder Pflegekräfte: Wir leben in diesen kleinen und größeren Orten zusammen und haben eine Demokratie seit geraumer Zeit. Manchmal müssen auch im Staat Dinge vorfinanziert werden, aber auf andere Weise.

Auch den Staatsbediensteten, Abgeordneten, Beamten, Angestellten muss man Kontrolle zukommen lassen. Aber sinnvoll.

„Schulden“ sind nicht das Problem. Sondern die falschen Prioritäten. Denn wer am falschen Ende spart, der öffnet der ‚Konkurrenz‘ Tür und Tor.  China: Eine alte Kulturtradition, Fleiß als Teil der staatstragenden Philosophie und einer gewissen Öffnung kapitalistischen Grundregeln gegenüber ist eine nicht zu unterschätzende Größe.

Wenn wir klug bleiben und uns nicht von manipulativen Sprüchen irre führen oder gar Angst machen lassen, werden wir es auch weiterhin sein: Eine nicht zu unterschätzende Größe.

Wahrheit – Soziale Medien – Medienkompetenz – Textformen

Bilder lizenziert via Adobe CC, meine Anordnung (ohne KI)

Soziale Medien sind oft sehr unsozial. Nicht verwunderlich, eigentlich, wenn man bedenkt, dass Menschen es auch sein können. Aber wie kann ich als Benutzerin kluge Entscheidungen treffen? Woran erkenne ich Wahrheit oder manipulative oder gar falsche Information?

Es braucht etwas Übung. Das ist wichtig. Die folgenden Grundsätze helfen. Aber täglich anwenden wird helfen, zuverlässiger zu sein. Vor allem, weil man aufhört, sich auf einen Kanal zu verlassen.

Grundsätze zur Medienkompetenz:

    • Auf die Quelle achten: Wer schreibt da was? Aus welcher Absicht und Richtung heraus?
    • Nie ausschließlich einen Kanal nutzen. Sich vor allem auf öffentlich-rechtliche Kanäle verlassen, in Demokratien in Europa.
    • Immer auch Hintergrundinformationen zu Nachrichten nachlesen oder -schauen. Es gibt oft sehr gute Dokumentationen, die zugleich unterhaltsam sind. Auch dabei private Sendeanstalten allenfalls als zweite oder dritte Quelle nutzen.
    • Formulierungen prüfen: Wird etwas sehr positiv oder negativ dargestellt? Warum? Welches Interesse könnte damit verknüpft sein?
    • Werbung und Nachrichten trennen. Manche Werbung scheint wie eine Nachricht gemacht.
    • Sogenannte Influencer auf Plattformen wie YouTube, TikTok, Facebook oder Instagram auch auf ihren Hintergrund prüfen: Was ist ihr Interesse? Womit verdienen sie Geld? Woher nehmen sie ihre Informationen?

Wie schütze ich mich online?

Ob online oder offline: Es gibt Menschen auf dieser Welt, die sind eigensüchtig und geldgierig. Darum ist ihnen jedes Mittel recht, ob legal oder nicht, mehr Geld, evtl. Macht oder Einfluss zu erlangen.

    • Zunächst ist wichtig, sich klar zu machen: Ich muss nicht überall dabei sein.
      • Der sogenannte ‚Gruppendruck‘ kann heftig wirken, wenn man sich fürchtet, ausgegrenzt zu werden.
      • Dazu bedenken: Was hat diese Gruppe für Maßstäbe? Sind sie es wert, dass ich mich ihnen anschließe?
      • „Ich bin wertvoll, als Mensch und als Teil der Gemeinschaft.“
      • „Ich bin niemals allein, denn“: Es gibt noch andere, wie mich, ich muss sie nur finden.
        • Dazu gibt es Zahlen: Im Support der IT ist statistisch erwiesen, dass für jedes Problem, dass 1 Person anmerkt, 100 sich nicht melden.
        • Darum: Wir sind viele, immer.
    • Sich auch  klar machen: Wie schlimm manche Nachrichten auch sind: Sie sind Teil der Sensationsmasche. Das bedeutet, sie müssen besonders sensationell klingen, damit sie Aufmerksamkeit erzeugen.
      • Gefühle bei Menschen anzusprechen und zu erzeugen, ist ein wichtiges Grundmerkmal aller Formen von Texten außerhalb von Wissenschaft.
      • Die Statistiken zeigen auch, dass Kriminelles, Straftaten, die Ausnahme sind, nicht die Regel!
    • Es gibt als junger Mensch Felder des menschlichen Lebens, die noch Neuland sind, unerforscht, quasi. Das nutzen manche Menschen online aus, um Geld zu machen, sich Menschen gefügig zu machen.
    • Bei jeder Art von Unwohlsein oder Unsicherheit: Wie im Leben unterwegs in Schule und Beruf: Hilfe von vertrauten Menschen zu Rate ziehen!

Werte und Maßstäbe, die Sinn machen:

    • Buddhismus: „Leiden vermeiden.“
    • Christentum: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ So, wie wir uns selbst schützen sollten. Schützen wir andere. Wer das nicht beachtet, ist unsere Aufmerksamkeit nicht wert!
    • Die Menschenrechte der UNO.

Die guten Informationen teilen.

Gute Menschen im Alltag und in der Natur treffen.

Gucker, Gucklöcher und moderne Technik – oder: Langeweile und Anmaßung

Ein leerer Raum, durch das Schlüsselloch gezeigt.
Image: Creative Commons license, Wikimedia Commons, courtesy larsjuh

Es gab sie zu allen Zeiten: Die ‚Spanner‘, die ‚peeping toms‘, die Schlüssellochgucker, die Fensterspäher und Gardinenhorcher. In diesen Zeiten haben sie es besonders gut, könnte man sagen. Denn diejenigen, die sich gerne angucken lassen, die Exhibitionisten, haben es online auch leicht.

Aber auch andere Technik ist ja leider auch dort zur Verfügung, wo Anmaßung hinzu kommt: In öffentlichen Bereichen etwa, wo Kameras sogar sichtbar sind. Aber auch kleinere Geräte sind nicht nur in Gebrauch, sondern leicht anzuwenden.

Es geht bei dem Prinzip vielleicht ein wenig danach, dass Toleranz dann angebracht ist, wenn sich die ‚Seelenverwandten‘ finden: Solche, die gerne spannen oder spähen. Und diejenigen, die sich gerne angucken lassen.

Anmaßung kommt dann ins Spiel, wenn Techniken und Geräte ohne Einwilligung angewendet werden.

Wenn Menschen ausgespäht  oder ‚betrachtet‘ werden, ohne dass sie darum gebeten hätten. Und die Spähenden sich anmaßen, davon auszugehen, wenn sie selbst es nur ausreichend wollen, sei das Rechtfertigung genug.

Dem ist nicht so. In Europa und besonders in Deutschland und sogar durch die Menschenrechtskonvention der UNO ist das Recht auf Privatsphäre geschützt.

Ohne Einwilligung zu ’spannen‘, wie und womit auch immer, ist strafbar, eine Straftat. Nicht mehr, nicht weniger.

Tag der Frauen – „24 h ohne Männer“ – Die Welt der Frauen | Frauen der Welt | Internationaler Frauentag

Ein Mann am Frauentag? Ja, denn es gibt auch Männer, die unsere Welt nicht nur als ihr Eigentum und die Machtposition der Männer  als selbstverständlich sehen. Und etwas in so klare Worte zu fassen, das Frauen so sehr beeinflusst und einschränkt, als Mann, für Männer, ist eine feine Sache.

Bodo Wartke ist einer von ihnen: An einem solchen Tag gibt es Aktionen, Aktivitäten und Protestmärsche, Demonstrationen und Postings.

Sie sind notwendig: Denn wir dürfen nicht nachlassen, um die Welt ein wenig ‚weiblicher‘, sicherer und für alle zu machen; nicht nur für Frauen. Nicht nur für Männer.

„Der Zweck heiligt die Mittel“ – oder: Das Ziel macht unfaire Aktionen Ok…?

Es gibt das alte Sprichwort vom Zweck, der die Mittel heiligt. Wie schon im Titel umschrieben, drückt das aus, dass ein gutes oder erstrebenswertes Ziel auch weniger angenehme oder unlautere Vorgehensweisen rechtfertigt.

Es kann dann im privaten oder beruflichen Umfeld dazu kommen, dass Menschen ihr eigenes, angenehmes Ziel für sinnvoll oder wichtig genug erachten, dass sie bereit sind, dafür zu schwindeln, oder gar zu lügen. Als Beschönigung werden dann Gründe zusammen gesucht, die oftmals recht fadenscheinig sein können.

Wir lernen, dass ‚Notlügen‘ gelegentlich ok seien, wenn sie einem guten Zweck dienten.

Die einfache Grundregel ist diese: Wenn wir anderen schaden, ist die Grenze erreicht.

Es gibt Regeln und Gesetze für das menschliche Zusammenleben, weil sie ein Rüstzeug sind, einen Rahmen bilden, der uns Orientierung geben kann.

Moderne Demokratien haben Rechtssysteme, die prinzipiell verlässlich sind. Das eigene Recht ist einklagbar und die Urteilsfindung soll unparteiisch erfolgen.

Ob privat oder beruflich, auch Gery Seidl bringt es sehr schön auf den Punkt: Verantwortung übernehmen – andere nicht behindern.

Freiheit ist nämlich auch die Freiheit der Anderen.

Verbundenheit: „Liebe als Überwindung des Abgetrenntseins“ – oder: ‚Soziale‘ Medien – oder: IN Sein?

A group of people smiling and joining hands standing in a circle, all colours, ages and gender.
Image licensed via Adobe CC

Das ‚Gefühl des Abgetrenntseins‘ ist uns als Menschen manchmal nicht bewusst. Es kann sehr stark werden, wenn wir dem Kindesalter entwachsen. Im Laufe der Jahre entwickeln wir ‚Strategien‘, die uns das Leben wieder erleichtern. Sich einer oder mehrer Gruppen zugehörig fühlen, etwa. Turnverein, Kegelclub, Tanzgruppe, Jazz-Band, Chor oder Surf-Club, oder…

Gleichgesinnte finden. Sich zugehörig fühlen. ‚Richtig sein‘. Es ‚richtig machen‘. Je nach Umfeld ist richtig dann oft auch unausgesprochen anders definiert.

Dazu können in den digitalen Zeiten eben auch ‚Social Media‘, ’soziale‘ Medien gehören. Sie werden als ’sozial‘ bezeichnet, weil sie soziale Kontakte ermöglichen sollen. Zumindest soweit die offizielle und ursprüngliche Idee.

Es gibt Vorläufer, wie Chats und Foren, in denen online diskutiert wurde. Und wird.

Aber was heute als ’social media‘ bezeichnet wird, ist dazu da, den Betreibern Geld zu verschaffen. Daten und Ideen oder auch Vorlieben und Eigenheiten werden verkauft, geradezu gehandelt, um sie für Marketingzwecke nutzbar zu machen.

In manchen Fällen wurden und werden die persönlichen Daten nicht ausreichend geschützt.

Soziale Medien müssen bewusst und klug genutzt werden. Medienkompetenz zu lehren, ist einmal mehr wichtig.

Aber noch wichtiger scheint mir auch dies: Wenn wir uns zu sehr bemühen, ‚IN‘ zu sein, dazu zu gehören, verpassen wir die Chance, wir selbst und ein wenig anders zu sein. Denn erst die Vielfalt der ‚Gewürze‘ macht ein Gericht aromatisch.

Reden lassen – oder: Wenn Menschen reden

Wo Menschen sind, da wird geredet…das war schon immer so. Aber nicht allen ist bewusst, dass dieses Gerede eigentlich nicht immer ernst zu nehmen ist. Solche nehmen für bare Münze, was eben nur Sensationslust darstellt.

Dieser Song von den Ärzten bringt es recht deutlich auf den Punkt. Der Umgang damit kann manchmal schwierig sein. Denn Gerede wird oft auch hinterm Rücken ausgeführt… Es gibt dann auch noch solche, die meinen, in geradezu kindischer Art und Weise eine Art Test ausführen zu müssen, weil sie Gerüchte bestätigen wollen… Oberflächlich, unangemessen und störend.
Wenn man solchen Menschen begegnet, hilft es, sich privat Luft zu machen.

Um danach angemessen zu reagieren, bleibt eigentlich nur:

Würde bewahren.

Allen, die schon Opfer von oberflächlichem Gerede waren, zum Trost: Es gibt auch die anderen, mit Herz und Verstand, die nicht aus lauter Langeweile Mitmenschen verunglimpfen. Oder ‚testen‘.

Über die anderen, guten freue ich mich immer.


Anmerkung: Inhalt aus früheren, eigenen Texten wiederverwendet.

Rechtspopulismus, Rechtsextreme und die Weltpolitik: NEIN zur falschen Richtung, NEIN zu Menschenverachtung – NEIN zur AfD

Zeichnung der ersten Nationalversammlung 1848 in der Frankfurter Paulskirche
Erste Sitzung der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche 1848, der Sprecher ist Robert Blum; farbige Zeichnung von Ludwig von Elliott, 1848, Historisches Museum, Frankfurt a.M., via Wikimedia Commons

Ob Wahlen oder nicht: Menschenverachtung ist keine Lösung. Dumme Parolen der AfD und ähnlicher Gruppierungen waren noch nie hilfreich. Sie dienen nur dazu, Menschen zu polarisieren, die sich durch Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Schwierigkeiten verunsichert fühlen.

Auch das ist ein altbekanntes Muster.

Wir leben in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Darum werden nun Kriegsparolen ausgegeben, die Stimmung angeheizt, damit die Waffenindustrie und damit ein Teil der Wirtschaft angekurbelt werden….?

Es ist auch ein bekanntes Phänomen und Muster der Weltgeschichte, dass etwa Jahrhundert- oder besonders Jahrtausendwechsel dazu verleiten, besonders schwarz zu sehen und Unkenrufe bei jeder ‚Wegbiegung‘ auszustoßen.

Wenn dann noch eine Pandemie auf diesen Wechsel der Zeiten stößt, ist die Krise besonders heftig spürbar und wird in diesen Zeiten medial ausgeschlachtet.

Es gibt allen Anlass zur Hoffnung! Nicht nur für dieses Land; aber auch und gerade in Deutschland gibt es eine große Tradition von Bildung, Wissenschaft, Kunst und Innovation. Beruhend auf guter Erziehung und Bildung unserer Kinder.

Auf Aufklärung der Philosophen, die unsere Gesellschaft durchdrungen hat: Wissenschaft als Teil der vernunftgeleiteten, nachprüfbaren und messbaren Versuchsaufbauten und -ergebnisse.

Nutzen wir unsere Herzen und unseren Verstand! Lassen wir uns nicht ins Bockshorn jagen von Sprüchemachern – oder verführen von Rechtspopulisten, die immer die gleiche Menschenverachtung predigen.

JA zu Demokratie, zu Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit = Mit-Menschlichkeit.

Migration als Problem? — Wirtschaftsdaten sind das Problem! — Rechtsextreme sind auch ein Problem — Migration löst Probleme!

Silhouetten von tanzenden Menschen vor einem schönen Sonnenuntergang
Bild: Pete Linforth, Pixabay

Innovation: Ein Motor in Wissenschaft und Forschung, kann nur gedeihen auf Grundlage von Ideen und Kreativität. Austausch ist für Ideen essentiell: Wer sich nicht mit anderen Menschen und auch mit anderen Kulturen austauscht, wird auf Dauer als Kultur selbst untergehen.

Das ist in den Sozialwissenschaften wissenschaftlich belegt.

Migranten unter Druck setzen, in Deutschland? Ernsthaft zu glauben, Menschen,  die hierher kommen, seien ein Problem?

Wir sind eine Gesellschaft mit großer Tradition, in Bildung, Kultur und Wissenschaft. Aber auch mit großer Verantwortung. Nicht nur hier aber auch hier sind Gräueltaten gegen Menschen im Namen der „Leitkultur“ verübt worden, in der Zeit des Nationalsozialismus.

Sowas darf sich nicht wiederholen!

Migration, konkret, ist ein Weg, um diese Kultur am Leben zu halten, bildlich gesprochen, aber auch wörtlich.

Für mich klingt es nicht angenehm, eine Rechnung aufzumachen, aber es ist Fakt: Die Geburtenraten sinken seit Jahren!

Für alle, die sich fragen, was es uns ‚kostet‘: Es kostet uns nicht nur humanitäre Werte, das Bewusstsein einer Menschheit, die im weiteren Sinne nur gemeinsam überleben kann, weil wir nur diesen einen Planeten haben; sondern es kostet uns sichere Renten!

Die sogenannte Völkerwanderung zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert hat große Teile des heutigen Europas neu durchmischt und organsiert. Aber ‚Bewegung‘, ‚Wandern‘, hat es zu allen Zeiten der Welt gegeben.

In der Antike war es ein klarer Begriff, dass: „…antiken Zeitgenossen war die Vorstellung wandernder Einheiten zwar bekannt – Einwanderung zählte für sie sogar zu den wichtigsten Impulsgebern für Staatsbildungs- und Vergesellschaftungsprozesse…“ *.

So viele freundliche, kluge, gebildete Menschen sind im Laufe der Zeit nur seit dem zweiten Weltkrieg hierher gekommen! Sie haben ihre Arbeitskraft, ihre Kraft zum Gründen ganzer Firmen und Arbeitsplätze, ihr Lächeln — und ihre Ideen mitgebracht.

Wieviel ärmer wäre dieses Land ohne sie?

 


* (meine Hervorhebung, s.u.: Die „Völkerwanderung“, Bundeszentrale für politische Bildung)