Worte, Reden und ‚Eindruck‘: Kommunikationsmuster und die Frage nach der Wahrheit

Ein Paar älterer Menschen, die sich auf einer Bank im Park bei sonnigem Wetter sitzend eine freundliche Geste zeigen.
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Seit es Menschen gibt, gibt es Kommunikation. Aktuelle Forschung geht auch davon aus, dass Sprachen, wie wir sie heute kennen, erst sehr viel später entwickelt wurden. Sprache besteht aus Wörtern. Aus Sätzen und Formulierungen.

Kommunikation besteht aus mehr: Aus Voraussetzungen, die wir selbst in Gedanken machen. Die wir mitbringen. Weil wir in einer Region und Kultur aufwachsen. Weil wir glauben, Dinge schon gehört zu haben, sodass wir eine Situation oder Menschen einschätzen können.

Kommunikation setzt das auch voraus: Wenn wir in einer Kultur aufwachsen und dann in eine andere Kultur wechseln, kann das komplex werden, in Bezug auf Verstehen und Verständnis.

Denn nicht alle Gesten, Mimik und Ausdrucksweisen sind universal.

Universal sind menschliche Bedürfnisse, Ängste und Gefühle.

Worte sind allerdings manchmal zweitrangig: Denn es kommen noch die Aspekte Wahrhaftigkeit und – nicht zu unterschätzen – Körpersprache hinzu.

Kaum etwas wird mehr unterschätzt, als die Motive der Menschen, die sie dazu bringen, ‚falsch Zeugnis abzulegen wider ihren Nächsten‘.

Darum gehört zu echter Kommunikation Vertrauen. Die Fähigkeit, Spreu von Weizen zu trennen und zu wissen, auf wen man sich wirklich verlassen kann.

Manipulation ist vielschichtig. Ein besonders aussagekräftiges Beispiel ist vielleicht die Geschichte über Taubstumme, die im TV die Aussage des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton anschauten. Sie lachten und waren ausgelassen wie nach einem guten Witz. Als sie gefragt wurden, warum sie so reagierten, antworteten sie, sinngemäß: „Der lügt doch so offensichtlich.“

Manchmal sind Worte nur scheinbar bedeutsam. Manchmal sind Menschen zu sehr an sich selbst interessiert. Manchmal sind Worte nicht verlässlich.

„Die Menschen reden viel, wenn der Tag lang ist.“ – „Wenn Du viel Gutes reden hörst, bring einen kleinen Korb mit.“

Ob Worte der Menschen verlässlich sind, lehrt uns teilweise die Lebenserfahrung, weil wir lernen, zu unterscheiden. Und teilweise die Zeit: Wen wir noch nicht kennen, lernen wir mit der Zeit einzuschätzen.

Aber, wie es auch so schön heißt: „Holzauge, sei wachsam.“ Denn gerade Gerede und Gerüchte haben oft einen sehr ernsten und weniger beeindruckenden Hintergrund.

Leider ist es gerade im ‚Business‘ verbreitet, zuerst auf sich selbst zu schauen und gegebenenfalls ruhig und scheinbar sachlich Lügen zu verbreiten; oder Worte in einen falschen Kontext zu setzen und dadurch einen falschen Eindruck zu erwecken. Eine Methode, die immer wieder ‚gerne genommen‘ wird.

Ich hatte sehr viel Gelegenheit, Menschen kennen zu lernen.
Es gibt viele, die Herz haben und Verstand. Die Anstand besitzen und wissen, was Mitgefühl bedeutet. Das Leben in einer Gemeinschaft.

Über solche freue ich mich. Jeden Tag.

Resilienz, Perspektive und die Güte der Anderen: Was Freude macht

Bild eines Fahrrads neben einem Feldweg an einem sonnigen Tag, im Vordergrund eine frische Mohnblume.
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Abhängig von unseren Erlebnissen und unserer Sichtweise kann es passieren, dass wir bitter werden. Schwere Zeiten oder auch Erlebnisse, die uns mitnehmen, beuteln, könnten uns dazu bringen, das Leben und die Menschen um uns schwarz zu sehen.

Ich denke, wichtig ist, die eigene Perspektive zu überprüfen. Und auch die eigenen Gefühle und Gedanken anzunehmen.

Das kann klingen, wie ein unmöglicher Widerspruch…
Wie kann ich meine Perspektive ändern, um nicht durch schwere Zeiten zu verbittern, aber Wut und Trauer oder auch Angst und andere als negativ erlebten Gefühle wahr nehmen?

Es ist eine Technik, die Übung braucht. In vielen Kulturen lernen wir, dass Gefühle wie Wut und Angst unangenehm sind, vielleicht auch für unsere Umwelt und dass wir sie deshalb beherrschen sollten. Das kann soweit gehen, dass Menschen ihre Gefühle nicht bewusst wahr nehmen.

Im Alltag kann es aber auch einfach so viel zu tun und zu bedenken geben, dass keine Zeit bleibt, Revue passieren zu lassen. Inne zu halten und uns selbst zu begegnen…

Im Wesentlichen ist das gemeint, insbesondere das Konzept der „gewaltfreien Kommunikation“ ist dabei sehr erhellend, wie ich finde. Es beruht auf Forschungen zu Konflikten und Frieden. Unter anderem.

Es geht davon aus, dass Selbstachtung die Basis ist, die uns ermöglicht, auf andere zuzugehen.
Selbstachtung, die damit beginnt, dass wir uns und unsere Bedürfnisse und die unseres Körpers (wieder) mit Selbstachtsamkeit betrachten lernen.

Wissen oder wieder lernen, dass auch Wut oder Angst oder Enttäuschung berechtigt sind.

Die Kunst besteht darin, und muss vielleicht auch mit Hilfe geübt werden, die  Gefühle nicht fest zu halten, sondern sie anzunehmen und zugleich ‚ziehen‘ zu lassen. Verrauchen lassen, quasi.

Dadurch können wir nicht nur ruhiger werden, sondern durch echte Selbstachtung unsere wahren Bedürfnisse erkennen und kommunizieren lernen.

Das und noch mehr hilft in schweren Zeiten:

Selbstachtung, die Grundlage für ‚gewaltfreie Kommunikation‘, die keine Schuldzuweisung braucht. Sondern an Lösungen interessiert ist, die integrieren, statt zu bekämpfen.

Denn Gemeinschaft entsteht durch Respekt – und der beruht auch auf Selbstrespekt. Selbstachtung.

Güte. Die mich dankbar macht, jeden Tag.

Die Linke, Israel und unglückliche Formulierungen: Kein Zweifel an Israel oder Palästina

Karte von Israel und Palästina als kleines Symbol, angordnet als viele kleine Karten in Form eines roten Herzens.
Karte von Israel und Palästina als viele kleine Symbole angeordnet (Original image by Gordon Johnson from Pixabay, edited for colour)

Dass eine politische Partei ein zentrales Papier formuliert, um die eigene Sichtweise klar zu machen, ist manchmal wichtig. Dass dabei Formulierungen derart verunglücken, ist schade und recht brisant in der momentanen Situation. Der Ausdruck ‚Zionismus‘ wird manchmal ungenau ausgelegt und interpretiert als ein ‚Recht auf Vorherrschaft‘.

Tatsächlich ist der Zionismus historisch im 19. Jahrhundert entstanden – als die Bewegung von Menschen jüdischen Glaubens, wieder einen Staat zu haben, der ihre Heimat werden kann. Im historisch angestammten Gebiet.

Niemand spricht Israel das Recht auf Existenz ab! Das wurde in den Jahrzehnten seit der Gründung des Staates Israel von gewaltbereiten Organisationen immer wieder behauptet.

Israel als Staat ist historisch und tatsächlich ein Teil der Region. In jeder Weise!

Aber auch die Palästinenser haben ein historisches Recht auf einen eigenen Staat in eben dieser Region.

Dass solche gewalttätigen und kriegerischen Konflikte entstehen konnten, hat auch damit zu tun, dass noch zu oft Diplomatie verwechselt wird mit Machtgebahren. Würde, ja. Aber in Verhandlungen die eigene Macht an oberste Stelle zu setzen, kann nur schief gehen.

Die benachbarten Staaten schlugen sich teilweise auch aus Tradition und Geschichte auf die Seite der Palästinenser. Die USA stehen ebenfalls aus Tradition und Geschichte sowie der größten Gemeinde an jüdischen Mitbürgern außerhalb Israels auf der Seite dieses Staates.

Nochmal, so deutlich wie möglich: Hier geht es nicht um Antisemitismus! Denn das ist die Verfolgung und Verunglimpfung von Menschen sogenannter semitischer Abstammung.

Hier geht es um eine ausgewogene Sichtweise auf die aktuelle politische Lage.

Die Idee, dass genau die obigen historischen Fakten genutzt werden sollen, um endlich Frieden zu schaffen!

 

Humor: Ein Versuch

Bild eines Clowns der jongliert und dabei lächelt.
Image by OpenClipart-Vectors from Pixabay

“Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“ So ein alter Spruch. Das kann vorkommen, wenn das Leben einem Schwernisse beschert. Dass trotzdem zu lachen nötig ist. Aber vor allem ist Humor sowohl kulturell als auch regional unterschiedlich. Und es gibt Scherze, die sind ein ‘running gag’ nur für Eingeweihte. Für Menschen die dabei waren. Oder innerhalb einer Familie.

Manchmal kann es schwierig sein, Humor zu vermitteln. Es gibt Witze, die lassen sich nicht von einer Sprache in die andere übersetzen.

Aber es gibt auch Zeiten, in denen in derselben Kultur schon das Herkommen aus einer anderen Lebenserfahrung Humor schwer nachvollziehbar macht. Es gibt Varianten, die sind leicht oder locker-flockig, für Manche.
Andere stufen sie als albern ein.

Das kommt vor allem dann gerne vor, wenn eine bestimmte Klasse oder Schicht Regeln aufstellt, die sowohl Sprachstil als auch Einrichtungsstil oder eben Humor bestimmen. Eine scheinbare Verfeinerung wird angestrebt. Um sich absetzen oder abgrenzen zu können.
Das kann unterschiedliche Gründe haben.

Aber eine Offenheit anderen Umgangsweisen gegenüber, Alternativen, die das Leben und das Lachen leicht machen, können auch Erfahrung mit schweren Zeiten voraussetzen.
Das Wissen darum, dass manches sich auch kulturübergreifend nicht erklären lässt.
Dass Lachen zu Zeiten lebensrettend sein kann.

“Verstehen“ bedeutet manchmal nicht nur, dass man eine Sprache gelernt hat, Vokabeln auswendig kann und dann auch den einen oder anderen Satz spricht.
“Verstehen” kann Tieferes mit sich führen.

Ob Humor, Sprache oder Kultur:
Verstehen kann einen Willensakt der Mitmenschlichkeit beinhalten.
Grenzen zu überschreiten, mindestens temporär, die uns Perspektive, Kulturdünkel oder Erfahrung auferlegen wollen.

Humor ist das Lachen, das nach dem Weinen das Herz weit macht.


(Eigene Inhalte wiederverwendet.)

„…und wieder einmal ist die Kommunikation zusammen gebrochen…“ – oder: Die Kunst der Verständigung – oder: Vom Mann, der einen Hammer leihen wollte

Zwei Menschen einander gegenüber, als Silhouetten, die heftig diskutieren.
Image by Mohamed Hassan from Pixabay

Paul Watzlawick erzählt sie, die Geschichte vom Mann, der einen Hammer leihen wollte. In seiner „Anleitung zum Unglüklichsein.“ Paul Watzlawick ist Kommunikationswissenschaftler,  hat Standardwerke dazu geschrieben, aber der erwähnte Titel ist allgemeinverständlich, die Geschichte kurz nacherzählt:

Ein Mann wollte von seinem Nachbarn einen  Hammer leihen. Er denkt sich, hinüber zu gehen. Dann fällt ihm ein, dass der kürzlich einmal so merkwürdig geschaut habe. Und: War da nicht neulich ein Treffen gewesen, auf dem Gehweg, da er ihn nicht zurück gegrüßt hatte? Und überhaupt, waren da nicht auch ein paar Situationen gewesen, an denen er so leicht gelächelt hatte ? Hatte er nicht kürzlich auch die Stirn so komisch gerunzelt? Und wie er das Auto neuerdings parkte… Ging er ihm nicht wirklich aus dem Weg…?!

Der Mann wird immer wütender, denn wie kann ihn der Nachbar so behandeln? Schließlich stürmt er zum Nachbarhaus, klingelt und als der Nachbar öffnet, brüllt er ihn an: „Sie können Ihren blöden Hammer behalten!“

Diese und andere Geschichten in Paul Watzlawicks Buch machen teils auf sehr amüsante und regelrecht lustige Weise deutlich, wie leicht wir Menschen uns das Leben schwer machen, weil wir andere aufgrund von ‚Vor-urteilen‘ einschätzen, die uns kaum noch bewusst sind. Auf diese Weise uns selbst und anderen das Leben unnötig schwer machen.

Woher kommt das wohl?
Es sind die kleinen und großen Gewohnheiten und Sichtweisen, die wir im Laufe unseres Lebens lernen. Sie hängen mit unserer Familie zusammen, aber auch mit der Kultur, in der wir aufwachsen.

Diese Ideen werden zu einer Perspektive auf die Welt, auf das Leben, die wie ein Filter wirken. Das kann es schwer machen, andere Menschen in ihrer Gesamtheit zu erkennen und einzuschätzen.

Viel Kummer und viele Missverständnisse beruhen darauf: Dass wir unsere ‚Filter‘ einsetzen, ohne uns dessen wirklich so recht bewusst zu sein.

Paul Watzlawick war nicht nur Österreicher, er war auch weltweit anerkannter Wissenschaftler.

Sein Buch ist zur sehr vergnüglichen Lektüre empfohlen.
Denn: Lachen ist nicht nur gesund.
Es lässt sich lernen, miteinander in echte Kommunikation zu treten – und (wieder) zu Verständigung zu kommen.

ヽ(•‿•)ノ

 

Heinrich Böll trifft Erich Kästner – Das Leben wie es ist

Straße mit Schildern die bunt und unbeschriftet in verschiedene Richtungen weisen.
Neue Wege gehen… (Image by Gerd Altmann from Pixabay)

Gib Alarm!

Gib Alarm
Sammle Deine Freunde
nicht
wenn die Hyänen heulen
nicht
wenn der Schakal Dich umkreist
oder
die Haushunde kläffen
nicht
wenn der Ochs unterm Joch
einen Fehltritt tut
oder der Muli am Göpel stolpert
Gib Alarm
Sammle deine Freunde
wenn die Karnickel die Zähne blecken
und ihren Blutdurst anmelden
Wenn die Spatzen Sturzflug üben
und zustoßen
Gib Alarm.

Heinrich Böll

Spaziergang nach einer Enttäuschung

Da hätte mich also wieder einmal
eine der hausschlachtenen Ohrfeigen ereilt,
die das eigens hierzu gegründete Schicksal
in beliebiger Windstärke und Zahl
an die Umstehenden gratis verteilt.

Na schön. Der Weg des Lebens ist wellig.
Man soll die Steigerungen nicht noch steigern.
Es war wieder mal eine Ohrfeige fällig.
Ich konnte die Annahme schlecht verweigern.

So ein Schlag ins vergnügte Gesicht
klingt für den, der ihn kriegt, natürlich sehr laut,
weil das Schicksal mit Liebe zur Sache zuhaut.
Tödlich sind diese Ohrfeigen hingegen nicht.
Der Mensch ist entsprechend gebaut.

Jedoch, wenn ich den See betrachte
und die schneeweiß bedeckten Berge daneben,
muß ich denken, was ich schon häufig dachte:
Diese Art Ohrfeigen brauchte es nicht zu geben.

Da rennt man nun die Natur entlang
und ist froh, daß man keinem begegnet.
Die Vögel verüben Chorgesang.
Die Sonne scheint im Überschwang.
Aber innen hat’s ziemlich geregnet.

Die Glockenblumen nicken verständig.
Eine Biene kratzt sich ernst hinterm Ohr.
Und der Wind und die Wellen spielen vierhändig
die Sonnenscheinsonate vor.

Das Schicksal wird mich noch öfter äffen
und schlagen, wie es mich heute schlug.
Vielleicht wird man wirklich durch Schaden klug?
Mich müssen noch viele Schläge treffen,
bevor mich der Schlag trifft! Und damit genug.

Erich Kästner (1899 – 1974)
aus Dr. Erich Kästners lyrische Hausapotheke,
Atrium Zürich, 1936

Das Leben speziell oder: Des Künstlers Refugium oder: Verdis Gut in Norditalien

Giuseppe Verdi gilt als einer der größten Opernkomponisten weltweit. Seine Musik berührt die fundamentalen Themen des menschlichen Lebens: Trauer, Liebe, Verzweiflung, Tod. Aber auch Kampf und Widerstand. Leidenschaftlich und zugleich kontrolliert.

Er liebte das Leben auf seinem Gut in Norditalien, manche seiner Freunde nannten es Einöde. Er schrieb zeitlebens viele Briefe und war seine Kunst betreffend sowohl streng als auch wenig gewillt zu Kompromissen. Er kannte die Welt und wusste, dass es wichtig ist, seine Freunde sorgfältig zu wählen.

Es heißt von ihm auch, dass er Entscheidungen manchmal über Jahre durchdachte und eine einmal getroffene Entscheidung nicht mehr rückgängig machte.

Dies ist ein Ausschnitt aus einer Dokumentation über ihn, neu zusammengesetzt, aber mit Originaltext.
(Original: ©arte.tv, 2013)

Humor: Ein Versuch

Zeichnung und Photo kombiniert, ein Elefant, der sich an ein Auto lehnt, das viel kleiner ist, als er selbst.
Image by Richard Duijnstee from Pixabay

“Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“ So ein alter Spruch. Das kann vorkommen, wenn das Leben einem Schwernisse beschert. Dass trotzdem zu lachen nötig ist. Aber vor allem ist Humor sowohl kulturell als auch regional unterschiedlich. Und es gibt Scherze, die sind ein ‘running gag’ nur für Eingeweihte. Für Menschen die dabei waren. Oder innerhalb einer Familie.

Manchmal kann es schwierig sein, Humor zu vermitteln. Es gibt Witze, die lassen sich nicht von einer Sprache in die andere übersetzen.

Aber es gibt auch Zeiten, in denen in derselben Kultur schon das Herkommen aus einer anderen Lebenserfahrung Humor schwer nachvollziehbar macht. Es gibt Varianten, die sind leicht oder locker-flockig, für Manche.
Andere stufen sie als albern ein.

Das kommt vor allem dann gerne vor, wenn eine bestimmte Klasse oder Schicht Regeln aufstellt, die sowohl Sprachstil als auch Einrichtungsstil oder eben Humor bestimmen. Eine scheinbare Verfeinerung wird angestrebt. Um sich absetzen oder abgrenzen zu können.
Das kann unterschiedliche Gründe haben.

Aber eine Offenheit anderen Umgangsweisen gegenüber, Alternativen, die das Leben und das Lachen leicht machen, können auch Erfahrung mit schweren Zeiten voraussetzen.
Das Wissen darum, dass manches sich auch kulturübergreifend nicht erklären lässt.
Dass Lachen zu Zeiten lebensrettend sein kann.

“Verstehen“ bedeutet manchmal nicht nur, dass man eine Sprache gelernt hat, Vokabeln auswendig kann und dann auch den einen oder anderen Satz spricht.
“Verstehen” kann Tieferes mit sich führen.

Ob Humor, Sprache oder Kultur:
Verstehen kann einen Willensakt der Mitmenschlichkeit beinhalten.
Grenzen zu überschreiten, mindestens temporär, die uns Perspektive, Kulturdünkel oder Erfahrung auferlegen wollen.

Humor ist das Lachen, das nach dem Weinen das Herz weit macht.

 

Wenn es ‚menschelt‘ oder: Wenn Menschen zusammen kommen…

Eine Gruppe von Menschen aller Hautfarben und Altersstufen, die sich miteinander wohl fühlen und in die Kamera schauen und lachen.
Bild: Lizenziert via Adobe CC

‚Menscheln‘ ist ein schöner, alter Ausdruck der Alltagssprache. Er bezeichnet das, was passiert, wenn Menschen zusammen kommen, arbeiten, leben, sich streiten und wieder vertragen.

Es gibt natürlich graduelle Unterschiede: Manche Auseinandersetzungen können eskalieren. Es kann zu schlimmen Streitigkeiten kommen, Wortwechseln, Vorwürfen und lauten Wortgefechten.

Aber im Alltag wird man feststellen, mit einer gewissen Lebenserfahrung und Hintergrundwissen, dass viele Muster sich ähneln.

Im Geschäftsbereich, in Instituten und Organisationen, Fabriken, in der Stadt, auf dem Dorf:
Es menschelt halt manchmal.

Ob man diese Dinge eher sehr ernst nimmt, oder nehmen muss, oder sie mit einem leichten Lächeln als das „Menschliche allzu Menschliche“ abtropfen lassen kann, hängt sehr von den Umständen ab.

Denn wie wir eine Angelegeneheit bewerten, macht ihren ‚Wert‘, ihr Gewicht aus. Ihre Bedeutung für uns.

Diese Bewertung wiederum hängt von unseren Erfahrungen ab, von möglichen Ängsten und Sorgen, die in dem Zusammenhang auftauchen können.

Ängste wiederum sind immer gekoppelt an unsere Perspektive. Sie sind ein menschliches Gefühl, das durchaus positive Eigenschaften haben kann:
Wenn wir Sorge haben, dass es einen Unfall geben könnte, werden wir vorsichtiger Auto fahren.

Ich habe es verkürzt einmal so ausgedrückt:
„Wer behauptet, nie Angst zu haben, lügt entweder – oder ist dumm.“

Denn um Angst oder Sorge haben zu können, braucht es Vorstellungskraft, Phantasie. Und die ist mit Dummheit kaum vereinbar.

Menscheln: So vieles Menschliche ist einfach nur wunderbar.

Es gibt die Freundlichkeit, den Humor, Lachen, Erfahrung und Wissen austauschen. Freundschaft, Liebe – in all ihren Erscheinungsformen.

Manchmal ‚menschelt‘ es halt. 🥰

Von Netzwerken, Bekanntschaften und – der Neugier… oder: „Vitamin B“

Zeichnung der Weltkarte als halber Globus, mit großen und kleinen Punkten die durch halbkreisförmige Linien verbunden sind.
Image by Gerd Altmann from Pixabay

Als ich jung war, hieß es auch „Vitamin B“, Beziehungen. Es bedeutete, dass jemand eine Stelle oder eine Position nicht durch eigene Leistung oder Können erreicht hatte – sondern weil er jemand kannte, der jemanden kannte, der…

Seit einigen Jahren wird es nicht nur ‚Networking‘ genannt: Es hat auch eine neue Konnotation bekommen, eine auch mitgedachte Bedeutung. Es ist jetzt positiv, jemanden zu kennen, der jemanden kennt und der eine Person womöglich weiter empfehlen kann.

Das Rechenexempel dazu lautet: Durch die spezifischen Zusammenhänge ist offenbar herausgefunden worden, dass wir alle mit jeder Person auf diesem Planeten über maximal 5 ‚Knoten‘ oder Netzwerkpunkte, also Kontakte, verknüpft sind. Also auch mit dem Dalai Lama, Barrack Obama – oder dem Papst.

Mein logisches Denkvermögen sträubt sich ein wenig, dieser Gleichung Glauben zu schenken…

Aber eines ist auch gewiss: Ob falsche Berichte über einen Menschen – vielleicht auch solche, die aus dem Kontext gerissen keinen Gehalt an Wahrheit mehr haben – sie können genauso kolportiert werden, wie die wahren Berichte.

Hinzu kommt, dass Menschen sehr unterschiedlich genau sind, wenn sie weitertragen. Dass sie eine sehr oberflächliche Art haben können, zu urteilen. Vorschnell. Bequem. An Stereotypen orientiert.

Das sind aber nur die Unaufmerksamen.
Schlimmer sind all jene, die weitertragen, was für sie selbst vorteilhaft ist. Die über andere ein falsches Bild verbreiten, weil sie im Grunde Sorge haben, es könne heraus kommen, welche … ‚Ungereimtheiten‘ sie sich haben zu schulden kommen lassen.

Und dann sind da noch die Neugierigen: Die jede noch so kleine ‚Sensation‘ heranziehen und dann versuchen, mit mehr oder minder albernen ‚Tests‘ zu ‚erproben‘, ob die Berichte wohl wahr seien.
Das sind übrigens dieselben, die in Kinderzeiten witzig finden, andere zu erschrecken. Je doller, je lieber.

Ich plädiere für Verantwortungsgefühl. Für genaues Hinsehen.

Das kann bedeuten, dass man Selbstachtung lernen muss. Denn Schadenfreude entstammt einem Mangel an Selbstachtung. Im Wesentlichen. Sich besser fühlen, weil es anderen (auch) mal schlecht geht.

Mit anderen Worten: Liebe Deinen Nächsten – wie Dich selbst.