Demokratie, Gemeinschaft(en), Familie und Grundlagen: Rechte und Pflichten

Der Einzug des Vorparlaments in die Paulskirche am 21. März 1848, Frankfurt am Main, (kolorierte Lithographie, Jean Ventadour, 1822-1880; Creative Commons Lizenz, Wikimedia Commons)

Erst recht seit der Corona-Pandemie ist es wieder ein großes Thema gewesen: Wer darf wem was vorschreiben oder untersagen? Und warum? Anders ausgedrückt: Was sind die Maßstäbe? Was ist ‚gut‘, in einer Situation? Und warum? Wer oder was weicht ab? Gibt es mildernde Umstände?

Hilfreich kann der Blick in die Geschichte sein. Woher kam es, dass der Wunsch nach Demokratie laut wurde?

Es folgt der Versuch einer Übersicht:

Vor den demokratischen Bewegungen waren Monarchie und Feudalismus die regierenden Gesellschaftsformen. Sie waren ungerecht, im Extrem: Wer einen Adelstitel oder Land hatte, war Teil der gesetzgebenden Versammlung(en). Teils gab es keine Gesetze, vor allem wenig oder keinen Schutz derer, die in Abhängigkeit lebten, Bauern etwa und Leibeigene. Frauen sowieso nicht.

Im Zuge der Ausprägung der bürgerlichen Gesellschaften, des Kapitalismus, der das Geld zur wesentlichen ‚Grundmaterie‘ auch im Zuge der Industrialisierung machte, wurden schon durch Kaufleute und nicht-adelige Bürger Rufe nach mehr Gleichberechtigung laut.

„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“, waren die Grundpfeiler damals und sind es immer noch, für moderne Demokratien, wobei

    • Freiheit sich bezieht auf Meinungs- und Berufsfreiheit, Presse- und Versammlungsfreiheit.
    • Gleichheit bezieht sich auf die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz: Niemand darf bevorzugt oder benachteiligt werden, aufgrund irgendwelcher Merkmale, seien es Religion, Hautfarbe oder Geschlecht.
    • Brüderlichkeit, aus den ursprünglichen Zusammenhängen entstanden, sollte in ‚Mit-Menschlichkeit‘ übersetzt werden.

Dazu kommt, dass in einer funktionierenden Gemeinschaft, einem Zusammenleben, immer Rechte und Pflichten gelten. In allen Arten von Gemeinschaften, ob größere oder kleinere.

Es ist ein „Gesellschaftsvertrag“, den wir eingegangen sind: Wir einig(t)en uns darauf, dass wir so zusammen leben wollen, dass Rechte und Sicherheit geschützt werden. Bestmöglich.
Und niemandem geschadet.

Das ist im Einzelfall nicht trivial. Dazu gibt es auch das Prinzip der Gewaltenteilung. Um einseitige Entscheidungen zu vermeiden, werden drei Kräfte getrennt in gesetzgebende, rechtsprechende und ausführende Organe: Legislative, Judikative und Exekutive.

Die Entscheidungen, die manchmal zu treffen sind, sind nicht nur komplex, im Sinne der betroffenen Menschen oder Dinge. Sie sind oft auch eine ‚Kostenfrage‘. Die Interessen aller Beteiligten einer Gemeinschaft immer unter einen Hut zu bringen, kann schwer bis unmöglich sein.

Dann gilt der Mehrheitsgrundsatz: Was ist für alle oder eben die meisten Menschen die bestmögliche Lösung?

Lösungen finden ist zu Zeiten vielleicht die schwierigste, anspruchvollste und schönste Aufgabe, die es gibt.

Digitalisierung, Vorbilder…, Wirtschaft und der ROI: ‚Return on Investment‘ oder: Der ’schnöde‘ Gewinn…

Bild eines Globus, in digitales Netz eingehüllt und sanft beleuchtet, darunter eine zur Schale geformten menschliche Hand.
Image by Gerd Altmann from Pixabay

Wer kann es wirklich? Die USA…? Schweden? Frankreich? Oder doch ’nur‘ Dänemark…?

Digitalisierung in Deutschland wird seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, als ‚hinterher hinkend‘ bemängelt. Dabei kann und sollte man sich auch fragen:
Wer meckert da eigentlich…?
Es gibt nunmal Menschen, die zusätzliche Interessen verfolgen…

Wir neigen in Deutschland oft noch zu sehr dazu, unkritisch Berichte oder Behauptungen anderer Nationen zu übernehmen. Marketing muss man erkennen…
Die Zahlen evtl. nicht bereinigt, aufgrund tatsächlicher Gewinne.
Dabei hohe Verluste durch Unfälle, Cyberkriminalität oder auch hohen Investitionsbedarf bei geringen Garantien auf nachfolgenden Gewinn, die auch ’nur‘ gesparte Zeit betreffen können

Je nach Industrie und Betriebsgröße ist nunmal auch klar, dass Digitalisierung erstmal Geld kostet:
Investition in Geräte, in Software, in Schulungen, in digitale Archivierung – und das alles im ‚laufenden Geschäft‘.

Das stellt gerade Mittelständler vor schier unüberwindliche Herausforderungen.

Denn, und das ist in einem System, wie es nun weltweit ausnahmslos herrscht – man möchte mit Goethes Gretchen aus Faust ausrufen: „Ach, wir Armen…“ – zentral sind Umsatz und Gewinn, wenn man im Markt überleben will. Wer oft hohe Verluste einfahren muss, der tut sich schwer.
Wer weiß, was die Risiken sind, auch.

Zu oft wird mit mehr oder minder scheelem, um nicht zu sagen, neidischem Blick auf die USA und andere Staaten geblickt:

Die Ergebnisse scheinen besser. Die Methoden 1:1 übernehmbar.

Stichwort auch KI und ihr Einsatz: KI, die angemessen und sinnvoll eingesetzt werden soll, muss durch das menschliche Element mindestens kontrolliert werden. Immer.
Hinzu kommt, dass komplexe Lösungen maßgeschneidert sein müssen.

Das kostet: Zeit, Geld – und Energie… KI verbraucht Unmengen an Strom. Schon deshalb ist ihr Einsatz zurecht mindestens fragwürdig, aber sollte wohlüberlegt erfolgen.

Dazu bleibt mir noch dies zu sagen:

    • Ich habe mit einer Amerikanerin einige Zeit zusammen gearbeitet, deren Cousin bei der NASA als ‚intern‘, als Praktikant, beauftragt war, eine Übersicht der Projekte anzufertigen.
      • Die Zahl der angefangenen und aufgegebenen Projekte war beeindruckend hoch… und das sagte eine Amerikanerin. In den Sand gesetzt, Zeit, Energie und Geld…
    • Wir sind in Deutschland traditionell vorsichtig; aus meiner Sicht sollten wir aufhören, das als Manko zu sehen:
      Vorsicht ist ein kostbares Gut.

Im Extremfall hindert uns solche Vorsicht vielleicht daran, Atombomben abzuwerfen…