Maßstab: Urteile, Erwartungen und die Blindheit des Vorurteils

Zwei kleine Spielfiguren auf einer Wippe, eine hält einen Würfel mit einem Pluszeichen, eine einen Würfel mit einem Minuszeichen in den Händen. Sie scheinen Mühe z haben, die Wippe im Gleichgewicht zu halten.
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Schillers „Lied von der Glocke“ galt über anderthalb Jahrhunderte als Pflichtlektüre in den Schulen. Teils wurde es auch genutzt, durch Auswendiglernen das Gedächtnis zu schulen. Es gab seit dem Bruch mit mancher Tradition nach dem Nationalsozialismus viele laute Stimmen , die meinten, das sei ein alter Zopf, nicht zeitgemäß, diene eigentlich keinem nachvollziehbaren Zweck und hinterlasse höchstens Spuren des Unmuts. Im Gedächtnis.

Das wäre vielleicht auch heute noch so: Die Sprache entstammt dem späten 18. Jahrhundert. Es gibt eine Reihe Stellen im Text, die Frauen in die traditionelle Ecke der vor-emanzipatorischen Zeiten weisen. „Und drinnen waltet die züchtige Hausfrau…“

Man kann das Schiller kaum übel nehmen, er war nunmal Kind seiner Zeit.

Aber Werte und Maßstäbe sind Grundgerüst unseres Urteilens.

Das ist im ersten Schritt recht einfach zu verstehen:

Wenn wir eine bestimmte Vorstellung davon haben, wie etwas sein sollte und dieses Etwas – oder Jemand – weicht davon ab, ordnen wir das in die Kategorie „schlecht“ oder „ungenügend“ ein.

Allerdings lohnt es sich ab einem bestimmten, ausreichend reifen Alter, die eigenen Maßstäbe zu überprüfen. Nicht an einem hehren Ideal, das irgendwo im Himmel verortet sein könnte.

Sondern an den menschlichen Möglichkeiten und Gegebenheiten. Das kann schwierig scheinen.

Leichter wird es so:

    • Das Leben ist kein Selbstbedienungsladen und oft auch kein Spaziergang.
    • Im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten sein Bestes zu tun, auf das Ziel hin gedacht: Das kann man als Maßstab, als Ausgangspunkt nutzen.
    • Danach gilt: „in dubio pro reo.“ – „Im Zweifel für den Angeklagten.“ Der lateinische Rechtsgrundsatz, der auch vor Gericht angewendet wird.

Was ist aber denn das Ziel? Oder die Ziele?
Im Wesentlichen gibt es zwei verschiedene:

    • Die Gemeinschaft achten und schützen.
    • Die eigene Person achten und schützen.

Das drückt sich aus in dem christlichen Grundsatz. „Liebe deinen Nächsten – wie dich selbst.“

Das buddhistische „Leiden vermeiden“ ist ein guter Grundsatz.

Kants kategorischer Imperativ: „Handle stets so, dass die Maxime deines Handelns jederzeit zum allgemeinen Gesetz erklärt werden könnte.“ (Gedächtniszitat)

Das sind die drei wesentlichen Grundsätze, die wir nutzen können, um auf einer soliden Basis die eigenen und andere Handlungen zu beurteilen.

Dazu sollte Nachsicht kommen, Gnade: Denn, Menschen sind nicht unfehlbar, von Natur aus nicht. Wir alle müssen manchmal Nachsicht üben, wie alle brauchen sie manchmal.

Schwarz und Weiß – Menschen und Meinungen – Das Leben wie es ist…

Ein Gemälde als Druck auf einem fertigen Puzzlespiel.
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Menschen sind entweder gut oder schlecht. Entweder Schwarz oder Weiß. Entweder fleißig oder faul. Entweder freundlich oder unfreundlich. Entweder verlässlich und respektvoll oder unzuverlässig und respektlos. Entweder  intelligent oder dumm. …

Das klingt so einfach. Schnell eingeordnet. Ohne großes Hin und  Her ein Ergebnis präsentiert. „Entscheidungsfreudigkeit“.
Das steht oft im Mittelpunkt. Aber es kann eben genauso Schwarz-Weiß angewendet werden, das Prinzip: Bloß schnell entschieden haben,  Hauptsache ‚entscheidungsfreudig‘ wirken…

Dabei ist es so offensichtlich, dass das Leben nicht Schwarz-Weiß ist: Wir leben mit vielen Farben rund um uns. Das sind nicht nur die Farben der eigenen Orientierung. Das ist viel mehr: Menschen sind Persönlichkeiten, die irgendwo aufgewachsen sind, geprägt und erzogen wurden, Schulen besucht haben oder eine andere Art der Ausbildung genossen haben. Eine Kultur und Sprache in sich aufgenommen haben. Mindestens eine. In vielen Fällen mehr.

In der jüdischen Tradition heißt es wohl, jeder Mensch sei ein kleines Universum.

Das bringt es sehr schön auf den Punkt: Menschen sind keine Verkehrsampeln: Entweder Rot oder Grün. Entweder Schwarz oder Weiß.

Menschen sind wie Kaleidoskope, vielseitig, bunt gemischt in ihren Ideen, Meinungen und in ihrer Tagesform.

Wer Menschen beurteilt, sollte sich klar machen: Situationen sind oft ungünstig für das Hervortreten der Persönlichkeit.

Vorschnelle Urteile können das Leben und die Kontakte unnötig erschweren.

Ein persisches Sprichwort lautet: „Wenn Du Geduld hast, kannst Du aus sauren Trauben Halva machen.“
Ein zentrales Prinzip: Geduld.


Anmerkung der Autorin: Voraussetzung ist natürlich, dass Urteile aufgrund von echten Tatsachen gebildet werden. Dass auch Maßstäbe klar sind und aufrichtig angewendet werden…
Aber spätestens, wenn wir die Pubertät erreichen, wissen wir von Menschen, die Lügen verbreiten. Um sich selbst besser darzustellen – oder schlicht, um die Wahrheit zu vertuschen. Gerade im Business-Bereich – und nicht nur dort – gibt es die unterschiedlichsten Motive dafür.

Vorbereitungen zur nächsten Stufe…? – Macht macht wirklich korrupt – CDU, CSU, R21 und die AfD – Die echten Folgen von Diktaturen – oder: Das Bildnis des Dorian Gray

4 Bilder von Partylichtern und Kuchen und Süßigkeiten auf Tischen unter verschattetem Licht
Bilder: Lizenziert via Adobe CC, meine Graphik

Macht kann für schwache Menschen etwas Verführerisches haben: Nicht nur Geschichten sondern auch die Geschichte beweist das. Macht ist wohl wie ein Stück Kuchen und Mousse au Chocolat dazu: Wer sie gekostet hat, kann schwer von ihr lassen.
Das betrifft besonders schwache Naturen, die Macht anstreben um der Macht willen, den Gefühlen von ‚Größe‘, ‚Stärke‘ und ‚Potenz‘, die vordergründig damit einhergehen.

Das Problem:
Wer sie als ‚Persönlichkeitspolster‘ nötig hat, der wird ihr verfallen. Er oder sie werden irgendwann erpressbar werden und eines Tages wie „Das Bildnis des Dorian Gray“ in Oscar Wildes wunderbarer Erzählung, fratzenhaft anzusehen, in Wirklichkeit zugleich mit ihr untergehen.

Wer Geld und Macht um ihrer selbst willen ‚anbetet‘, dahinschmilzt vor seiner eigenen (eingebildeten) Größe, ist zum Untergang verurteilt.

Das hat die Geschichte auch immer wieder gezeigt.

Ich appelliere an die CDU und Bundeskanzler Merz & Co., nehmen Sie sich in Acht: Sie sind in Gefahr, sich korrumpieren zu lassen.

Die CSU ist längst über diesen Punkt hinaus.

Wenn Sie sich mit menschenverachtenden Kräften dieses Landes tatsächlich verbünden, die alles daran setzen, Geld und Einfluss einzusammeln, von den Republikanern in den USA ausgezeichnet und unterstützt werden, sind Sie und dieses Land zu einem erneuten Untergang verdammt:
Der endgültigen Unfreiheit von Gedanken, Worten und Presse. Ob Kunst, Kultur oder Wissenschaft, sie werden untergehen.

Nutzen Sie die Möglichkeiten der Information!

Wir haben noch Wissenschaftler von Weltruhm in diesem Land, die scharfsinnig sind und die Wahrheit auch erkennen und sprechen können:

Diktaturen frieren auf Dauer immer alle Innovationskraft, Kultur und Kunst ein, aus lauter Angst um den Machtverlust.

Sie sehen das in China, Iran, Russland und jetzt auch immer mehr in den USA.

Wenn das passiert, sind die langfristigen Folgen vorhersehbar.

Wie immer.

Seien Sie auch versichert, es gibt noch mehr Opposition, als Ihnen vielleicht bewusst ist, Sie werden es schwer haben.

Und wenn der Tag kommt und Sie sich ungeschminkt im Spiegel sehen müssen – werden Sie es wahrscheinlich auch nicht aushalten. Wie Dorian Gray.


Links zum Thema:
Der Spiegel-Artikel: Mit Steuergeld gegen die Brandmauer
Artikel der Frankfurter Rundschau: Konservative Denkfabrik bekommt staatliche Fördermittel

Das Leben speziell oder: Des Künstlers Refugium oder: Verdis Gut in Norditalien

Giuseppe Verdi gilt als einer der größten Opernkomponisten weltweit. Seine Musik berührt die fundamentalen Themen des menschlichen Lebens: Trauer, Liebe, Verzweiflung, Tod. Aber auch Kampf und Widerstand. Leidenschaftlich und zugleich kontrolliert.

Er liebte das Leben auf seinem Gut in Norditalien, manche seiner Freunde nannten es Einöde. Er schrieb zeitlebens viele Briefe und war seine Kunst betreffend sowohl streng als auch wenig gewillt zu Kompromissen. Er kannte die Welt und wusste, dass es wichtig ist, seine Freunde sorgfältig zu wählen.

Es heißt von ihm auch, dass er Entscheidungen manchmal über Jahre durchdachte und eine einmal getroffene Entscheidung nicht mehr rückgängig machte.

Dies ist ein Ausschnitt aus einer Dokumentation über ihn, neu zusammengesetzt, aber mit Originaltext.
(Original: ©arte.tv, 2013)

AxD-Wähler…. oder Prozente umkehren: 80% sind dagegen!

Es ist wie so gerne, wir neigen zur Schwarzmalerei, hier in Deutschland. Denn, kurz und bündig, wie auch in der Graphik zu sehen: Die Nichtwähler sind in der Mehrheit!

Auch damals waren sie es! Demokratie erhalten, darauf kommt es an. Sonst können solche an die Macht kommen, die Mehrheiten erzwingen.

Das heißt auch: Nicht Meckern.

Konstruktive Kritik!

Wenn Wissen kombiniert wird… oder: Arbeitsprozesse – oder: Warum Zusammenarbeit förderlich ist

Bild von zwei Umrissen menschlicher Köpfe, einander zugewandt, die vor einem Bücherregal den jeweiligen Ausschnitt des Regals im Umriss zeigen.
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Wissen und Können sind nie gleich bei zwei verschiedenen Menschen. Egal, wieviel jemand gelernt, studiert oder erlebt und erfahren hat: Wir sind im Detail immer einzigartig in einem bestimmten Arbeitsumfeld. Wie unsere Fingerabdrücke.

Wenn Menschen hinzu kommen und ihre Expertise mitbringen, kann das Unruhe auslösen: Wird mir das schaden, weil ich weniger kompetent wirke?
Was muss ich vielleicht beachten? Was kann ich noch nicht, habe es übersehen oder sollte es gekonnt haben…?

Wenn Menschen nicht das Gleiche können und wissen, ist das förderlich!
Ideen zu kombinieren, Eindrücke und Erfahrungen austauschen, befruchtet!

Ob im Arbeitsleben oder privat: Austausch ist oft entscheidend für das Fortkommen, die Weiterentwicklung oder schlicht Innovation.

In der Anthropologie ist es Teil der Forschung: Wenn Kulturen sich abschotten, gegen andere, der Austausch versiegt, dann gehen Kulturen unter.
Ein besonders berühmtes Beispiel sind die alten, chinesischen Kulturen: Sie bauten eine Mauer, um sich zu schützen, gegen feindliche Angriffe.

Aber sie schotteten ihr Reich immer mehr ab, so dass es in den Jahrhunderten danach regelrecht zu einem Geheimwissen, einer mysteriösen Existenz im Bewusstsein der Völker wurde.
Was läge wohl dahinter…?

Die Zeiten änderten sich, aber die Kultur ging tatsächlich unter. Und sie ist eben nur ein Beispiel.

Mich selbst erkennen, mein Können und Wissen verstehen und darauf als Basis auf solidem Grund stehen, kann Ausgangspunkt sein.
Von dort aus können Hände gereicht und Ideen ausgetauscht werden.

Ohne Angst oder Sorge, selbst etwas Entscheidendes zu verlieren oder aufgeben zu müssen.

Fehler? Nie! – Oder: Warum Fehler machen menschlich ist – oder wieder werden sollte

Photo zweier Plüschtiere, die an einem Seil vor dem Hintergrund eines Hochhausgebiets hängen und lächeln.
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In manchen Teilen der Welt wird Menschen beigebracht, dass Fehler machen eine Art Sünde sei, etwas, „das nicht sein kann, weil es nicht sein darf“. Wenn Menschen mit dieser Idee aufwachsen, kann das ernsthafte Folgen haben: Wenn im Privat- oder Geschäftsleben der Eindruck vermittelt wird, ‚fehlerfrei‘ sei der Standard.

Aus Fehlern können wir lernen.

Fehler sind menschlich.

Ein Ingenieur, mit dem ich einmal über das Thema sprach, erklärte mir, kluge Ingenieure planten menschliche Fehler mit ein!

Denn statistisch gesehen sind menschliche Fehler von 1-5 % normal und erwartbar. Das nicht mit einzukalkulieren, könne bei Hochsicherheitseinrichtungen fatale Folgen haben.

Traurig ist, wenn im Alltag, ob Büros oder Fabriken, Gastronomie oder Familien, Fehler machen verteufelt wird: Menschen werden ängstlich und verspannt, versuchen womöglich mit aller Kraft, Fehler zu vermeiden – und dadurch wird es schlimmer. Denn Angst oder Sorge vor Verurteilung der Anderen lässt das Denken nicht frei fließen.

Außerdem können wir mit kluger Betrachtung aus Fehlern lernen: Wie kam es dazu? Ist es ein fundamentales Ereignis? Müssen wir Vorsorge tragen, dass es möglichst selten wieder vorkommt? Wenn ja, wie?

Wir lernen täglich dazu.

Es ist möglich, dass die Herangehensweise der Noten in der Schule ein entscheidendes Problem darstellt:
Ob die ‚1‘ in manchen Regionen, oder die ’20‘ in anderen; in wieder anderen das ‚A‘ – die ‚Bestnote‘ impliziert zu oft, dass Fehlerfreiheit möglich sei.
Das gilt aber nur in dem eng gesetzten Rahmen von Fragen und Antworten der Schulprüfungen. Sie sind ähnlich einem Laborversuch konstruiert und spiegeln nicht das Leben wieder!

Wenn wir mutige Menschen wollen, die Rückgrat haben, sollten Fehler (wieder) Teil des Lebens werden dürfen!

Denn „Fehler“ heißen sie, weil sie die Ausnahme bilden. Sonst würden sie „Regel“ genannt.

Menschen, Freundschaft, Liebe oder: Alleinsein als ein (Teil-)Weg

Ein kleiner Junge auf einem kleinen runden Planeten, vor dem Nachthimmel und Sternen.
Bild: Creative commons Lizenz: misiglo XX

Wir Menschen sind das, was man auch manchmal ‘Herdentiere’ nennt: Es gibt mehr als nur Hinweise darauf, dass Menschen andere Menschen brauchen: Zum Austausch, zum Trost, zur mitmenschlichen Nähe und Wärme, zu dem was im Persischen genannt wird: “dard-e del kardan”: Das Herz erleichtern.

“Geteiltes Leid ist halbes Leid. Geteilte Freude ist doppelte Freude.” Ein altes Sprichwort, das es auch sehr schön verdeutlicht.

Liebe ist vielleicht die stärkste Kraft, die uns geschenkt wurde, in all ihren Erscheinungsformen.

Sie ist das, was uns zusammenschweißt, in Freundschaft, Partnerschaft und Ehe.

Die dunkle Seite der menschlichen Natur sind Streit, ungebremste, an anderen ausgelebte Wut. Mord, Totschlag, Folter.

Es stellt sich aber auch heraus, dass es kein Schicksal ist, diese dunklen Seiten.

Ich bin durch schwere Zeiten gegangen. Aber mir sind die sehr schrecklichen Dinge erspart geblieben. Dieses Glück haben nicht alle Menschen.

Wenn wir Menschen uns mit denen zusammen finden, die Gesprächspartner sein können; Freunde, Partner und vielleicht sogar das, was man “Seelenverwandte” nennt, so stellt sich heraus, dass eine gewisse Übereinstimmung bei Erfahrungen und Wissenstand den Austausch, das Verstehen und Verständnis erleichtern.

Konkret kann es schmerzhaft sein, wenn man durch das simple Austauschen von Wissen bei manchen Menschen Irritation auslöst.

Darum neigen Menschen dazu, sich ihrer selbst in Charakter und Erfahrung ähnliche Weggefährten zu suchen.

Wenn nun aber wenige im Alltag Wissen und Erfahrung teilen können?

Dann ist ‚mensch‘ vielleicht auch öfter allein. Denn wer auch schon erlebt hat, was die falschen Freunde auslösen können, der ist sorgfältig in der Wahl enger Vertrauter.

Darum kann ein Teil des Lebens ohne Weggefährten verbracht werden müssen. Ohne enge Vertraute. Denn auch Menschen treffen, die vertraut werden können, braucht Gelegenheit(en).

In “Der kleine Prinz” hat Antoine de Saint-Exupéry es wunderbar so umschrieben, was Vertrautheit/Freundschaft bedeutet:

„Was bedeutet ,zähmenʻ?“
– „Du bist nicht von hier“, sagte der Fuchs, „was suchst du?“
– „Ich suche die Menschen“, sagte der kleine Prinz. „Was bedeutet ,zähmenʻ?“
– „Die Menschen“, sagte der Fuchs, „sie haben Gewehre und sie jagen. Das ist ungeheuer lästig! Sie züchten auch Hühner. Nur das interessiert sie. Suchst du Hühner?“
– „Nein“, sagte der kleine Prinz. Ich suche Freunde. Was bedeutet ,zähmenʻ?“
– „Das ist eine fast vergessene Sache“, sagte der Fuchs. Es bedeutet: ,sich vertraut machenʻ.“
– „Vertraut machen?“
– „Natürlich“, sagte der Fuchs. „Für mich bist du nur ein kleiner Junge, der aussieht wie tausend andere kleine Jungen. Und ich brauche dich nicht. Und du brauchst mich auch nicht. Ich bin für dich nur ein Fuchs, der aussieht wie hunderttausend andere Füchse.
Aber wenn du mich zähmst, brauchen wir einander. Du wirst für mich auf der ganzen Welt einmalig sein. Ich werde für dich auf der ganzen Welt einmalig sein …“
(Buchfunk Verlag, 2015, übersetzt von Romy Strassenburg)

Das Alleinsein des Titels sollte auf keinen Fall mit Einsamkeit verwechselt werden!

Erich Fromm hat in seiner wunderbaren „Die Kunst des Liebens“ Liebe als das Überwinden des Gefühls der ‚Abgetrenntheit‘ definiert. Ich denke, das trifft es wunderbar. Wer sich mit den Menschen und dem menschlichen Prinzip verbunden fühlt, der kann allein sein, ohne sich einsam fühlen zu müssen.

Erst recht in Zeiten des Internets, in denen es Gleichgesinnte geben kann, die an allen Ecken und Enden der Welt erreichbar sind.

Paulus hat es in seinem 1. Korintherbrief so ausgedrückt und er hat recht:

Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

(1 Korinther, 13)

 

Wenn es ‚menschelt‘ oder: Wenn Menschen zusammen kommen…

Eine Gruppe von Menschen aller Hautfarben und Altersstufen, die sich miteinander wohl fühlen und in die Kamera schauen und lachen.
Bild: Lizenziert via Adobe CC

‚Menscheln‘ ist ein schöner, alter Ausdruck der Alltagssprache. Er bezeichnet das, was passiert, wenn Menschen zusammen kommen, arbeiten, leben, sich streiten und wieder vertragen.

Es gibt natürlich graduelle Unterschiede: Manche Auseinandersetzungen können eskalieren. Es kann zu schlimmen Streitigkeiten kommen, Wortwechseln, Vorwürfen und lauten Wortgefechten.

Aber im Alltag wird man feststellen, mit einer gewissen Lebenserfahrung und Hintergrundwissen, dass viele Muster sich ähneln.

Im Geschäftsbereich, in Instituten und Organisationen, Fabriken, in der Stadt, auf dem Dorf:
Es menschelt halt manchmal.

Ob man diese Dinge eher sehr ernst nimmt, oder nehmen muss, oder sie mit einem leichten Lächeln als das „Menschliche allzu Menschliche“ abtropfen lassen kann, hängt sehr von den Umständen ab.

Denn wie wir eine Angelegeneheit bewerten, macht ihren ‚Wert‘, ihr Gewicht aus. Ihre Bedeutung für uns.

Diese Bewertung wiederum hängt von unseren Erfahrungen ab, von möglichen Ängsten und Sorgen, die in dem Zusammenhang auftauchen können.

Ängste wiederum sind immer gekoppelt an unsere Perspektive. Sie sind ein menschliches Gefühl, das durchaus positive Eigenschaften haben kann:
Wenn wir Sorge haben, dass es einen Unfall geben könnte, werden wir vorsichtiger Auto fahren.

Ich habe es verkürzt einmal so ausgedrückt:
„Wer behauptet, nie Angst zu haben, lügt entweder – oder ist dumm.“

Denn um Angst oder Sorge haben zu können, braucht es Vorstellungskraft, Phantasie. Und die ist mit Dummheit kaum vereinbar.

Menscheln: So vieles Menschliche ist einfach nur wunderbar.

Es gibt die Freundlichkeit, den Humor, Lachen, Erfahrung und Wissen austauschen. Freundschaft, Liebe – in all ihren Erscheinungsformen.

Manchmal ‚menschelt‘ es halt. 🥰

Der anständige Krieg von Helden? – Wunden, Tod, Lügen und die Wahrheit: Krieg ist vermeidbar!

Zwei Bilder nebeneinander, ein schwarz-weißes, das die Gesichter junger Soldaten in Uniform zeigt, eines von einem Mädchen vor einem Sonnenaufgang, das Tauben mit den Händen fliegen zu lassen scheint.
Bilder: Filmszene des Films „Let There be Light“ von John Houston, 1946 – Bild rechts: lizenziert via Adobe CC

Massaker, Kriegsverbrechen…; internationales Kriegsrecht, Rittertum…: Es ist der Versuch, eine scheinbar unausweichliche Situation und die Grausamkeit von Tod und Verderben in ein alltägliches Gewand zu kleiden:

Krieg

Krieg wird vorbereitet: Menschen werden zu ‚Kriegern‘, zu Soldaten ‚ausgebildet‘. Zu Helden? Zu edlen Rittern?

Es bedeutet im Klartext, dass ihnen die Werte und Maßstäbe des friedlichen Lebens in einer Gemeinschaft ausgetrieben werden. Sie werden darauf ‚trainiert‘, Töten als natürlich, als richtig und sinnvoll und notwendig zu betrachten. Der ‚Feind‘ wird in Form von Feindbildern möglichst anschaulich und abstoßend geschildert.

Ganze Regionen, Gruppierungen, ‚Völker‘ oder Stämme werden als verachtenswert dargestellt.

Es gibt in der Wissenschaft ausreichend Hinweise, dass Krieg nicht natürlich und dem Menschen innewohnend sei. Nicht zum ersten Mal, aber in dem verlinkten Buch „Evolution der Gewalt“ wird einmal mehr deutlich, dass der größte Teil der Menschheitsgeschichte ohne Kriege auskam!

Und erinnern wir uns an die Berichte nach Kriegen – und sehen wir wieder: Diejenigen, die als Soldaten, als Ausführende, aus dem Krieg zurückkehren, sind für den Rest ihres Lebens gezeichnet, an ihren Seelen verwundet. Der Link führt zum Film „Let There be Light“ des US-amerikanischen, preisgekrönten Regisseurs John Huston, von 1946.

Krieg ist menschengemacht. Die irrige Annahme, es gebe ehrenvollen Krieg, Heldentum und tapferen Tod verbrämt die grausame Wahrheit:
Krieg dient Interessen, ist menschengemacht und immer ein Instrument in der Hand derer, die Macht besitzen, sie ausbauen wollen – oder nur erhalten.
Gnadenlos.

Das Prinzip ist eigentlich simpel:

Egal welcher Hautfarbe, Überzeugung oder Religion, Du darfst niemanden töten, foltern oder belästigen. Punkt.