Thomas von Aquin: Klarheit des Denkens und Lebensfreude

Porträt des Thomas von Aquin
(Bild: Wikimedia Commons, aus der Biographie von 1910, Porträt im Karmeliterkloster Viterbo)

Thomas von Aquin ist ein großer Name. Große Philosophen und Gelehrte werden gerne als zu groß für den Alltag abgewunken. Aber Thomas von Aquin ist etwas zu eigen, das den Blick aushalten lohnt: Er ist genau, geht an die Wurzeln von Bedeutung und Glauben. „Was ist Gott?“ – „Was ist Wahrheit?“ – „Besitzt der Mensch freie Entscheidung?“
Und er ist dabei realistisch, menschlich, humorvoll und nicht die Spur ‚moralinsauer‘:

„Wer die Geschöpfe herabsetzt, der setzt die Macht des göttlichen Schöpfers herab.“ – „Wir müssen unseren Körper mit der gleichen Liebe lieben, mit der wir Gott lieben.“

Ohne seinen Körper, ohne seine Sinne sei der Mensch kein Mensch, stellt Thomas wiederholt klar, und gegen Schwermut empfiehlt er keine Gebete, sondern ausreichend Schlaf, gute Freunde und – vermutlich augenzwinkernd -:
„Wenn einer sich so sehr des Weines enthielte, dass er dadurch seine Gesundheit schwer belasten würde, so wäre er von Sünde nicht frei.“
(Quelle des Zitats: NDR Kultur Radio, Warum ausgerechnet Thomas von Aquin?)

‚Warum Religion?‘ – könnte man fragen, heutzutage mehr als damals: Wir leben in Zeiten, in denen schon aufgrund der Naturwissenschaften, aber auch der Idee des Positivismus, Zweifel an einer Existenz Gottes allgemein verbreitet sind.

Ein Gott, wie in den großen Religionen als Bild präsent, könnte tatsächlich eine sehr irdische Vorstellung sein.

Aus meiner Sicht hat Erich Fromm eine gute Erklärung gefunden: ‚Religion beantworte die Sehnsucht des Menschen nach Transzendenz.‘

Bei Shakespeare heißt es im Hamlet dazu: „Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, Horatio, als Deine Schulweisheit sich erträumt.“

Ich denke, sie haben beide recht: Es gibt da etwas, eine Schöpferkraft, die wir nicht ergründen können, etwas, das Leben ‚einhaucht‘ – die Unberechenbarkeit von Anfang und Ende – wie können wir das zu verstehen versuchen?

Thomas von Aquin hat das abendländische Denken über Jahrhunderte entscheidend geprägt. Ich denke auch, dass manche Anfänge der Aufklärung in seiner Art, sich den Wurzeln zuzuwenden, gesicherte Erkenntnis durch die Antworten auf die richtigen Fragen zu finden, spürbar werden.

Klarheit und Freude finden wir, wenn wir wieder lernen, dass Lebens- und Körperfeindlichkeit nicht die Lösung sind.
So, wie in älteren Medizinsystemen schon erkannt, etwa trad. chinesischer Medizin (TCM) oder Ayurveda. In neuerer Zeit auch in der etablierten Medizin durch die Psychosomatik (die ‚Lehre von Seele und Körper‘).

Thomas von Aquin hat das früh verstanden.

Wer das noch genauer wissen möchte, dem sei die oben bereits zitierte Sendung des Radiosenders NDR-Kultur als Podcast zu empfehlen, Manuskript zum Nachlesen inklusive:

Warum ausgerechnet Thomas von Aquin? Eine Wiederentdeckung, von Christian Feldmann (Theologe und Journalist)

Das neue Jahr begrüßen – oder: Traditionen einhalten – oder: Was wirklich Freude macht

Photo zweier verschiedener Hände, die je eine Wunderkerze nebeneinander halten.
Image by Pexels from Pixabay

Silvester heißt – bilanzieren? Das vergangene Jahr bewerten – und das kommende planen? Oder ist das vielleicht dem Geschäftsleben angelehnt worden: So, wie Jahresabschlussrechnungen für Unternehmen und Firmen gemacht werden müssen, so sollten wir auch im privaten Bereich ‚abrechnen‘? Mit uns selbst und unseren Errungenschaften und Fehlern?

Ich denke nicht: Wir sind Menschen, keine Rechenapparate.

Bilanzen sind für Firmen und Unternehmen notwendig.

Das Leben an sich ist so wenig berechenbar. So viele Dinge passieren, die wir nicht selbst kontrollieren können.

Außerdem: Es gibt immer mal Dinge, die nicht funktionieren, Fehler, die wir machen.
Aber so Vieles ist auch schön, richtig oder einfach freudevoll!

Das Leben in uns und um uns ist menschlich. Ohne die Menschen um uns herum, die uns mögen, lieben oder einfach gern haben, Freunde, Familie, Nachbarn, Kollegen und Kolleginnen und andere Kontakte können wir nicht überleben.

Ich finde, der Jahreswechsel sollte mit der Erinnerung daran begangen werden, wie viele gute Menschen es um uns herum (auch) gibt! Es sie wissen zu lassen, könnte ein Anlass sein:

Im alten und im neuen Jahr: Ich liebe Euch und bin froh, dass es Euch gibt! Danke.

Reden lassen – oder: Wenn Menschen reden

Wo Menschen sind, da wird geredet…das war schon immer so. Aber nicht allen ist bewusst, dass dieses Gerede eigentlich nicht immer ernst zu nehmen ist. Solche nehmen für bare Münze, was eben nur Sensationslust darstellt.

Dieser Song von den Ärzten bringt es recht deutlich auf den Punkt. Der Umgang damit kann manchmal schwierig sein. Denn Gerede wird oft auch hinterm Rücken ausgeführt… Es gibt dann auch noch solche, die meinen, in geradezu kindischer Art und Weise eine Art Test ausführen zu müssen, weil sie Gerüchte bestätigen wollen… Oberflächlich, unangemessen und störend.
Wenn man solchen Menschen begegnet, hilft es, sich privat Luft zu machen.

Um danach angemessen zu reagieren, bleibt eigentlich nur:

Würde bewahren.

Allen, die schon Opfer von oberflächlichem Gerede waren, zum Trost: Es gibt auch die anderen, mit Herz und Verstand, die nicht aus lauter Langeweile Mitmenschen verunglimpfen. Oder ‚testen‘.

Über die anderen, guten freue ich mich immer.


Anmerkung: Inhalt aus früheren, eigenen Texten wiederverwendet.

Maßstab: Urteile, Erwartungen und die Blindheit des Vorurteils

Zwei kleine Spielfiguren auf einer Wippe, eine hält einen Würfel mit einem Pluszeichen, eine einen Würfel mit einem Minuszeichen in den Händen. Sie scheinen Mühe z haben, die Wippe im Gleichgewicht zu halten.
Image by Peggy und Marco Lachmann-Anke from Pixabay

Schillers „Lied von der Glocke“ galt über anderthalb Jahrhunderte als Pflichtlektüre in den Schulen. Teils wurde es auch genutzt, durch Auswendiglernen das Gedächtnis zu schulen. Es gab seit dem Bruch mit mancher Tradition nach dem Nationalsozialismus viele laute Stimmen , die meinten, das sei ein alter Zopf, nicht zeitgemäß, diene eigentlich keinem nachvollziehbaren Zweck und hinterlasse höchstens Spuren des Unmuts. Im Gedächtnis.

Das wäre vielleicht auch heute noch so: Die Sprache entstammt dem späten 18. Jahrhundert. Es gibt eine Reihe Stellen im Text, die Frauen in die traditionelle Ecke der vor-emanzipatorischen Zeiten weisen. „Und drinnen waltet die züchtige Hausfrau…“

Man kann das Schiller kaum übel nehmen, er war nunmal Kind seiner Zeit.

Aber Werte und Maßstäbe sind Grundgerüst unseres Urteilens.

Das ist im ersten Schritt recht einfach zu verstehen:

Wenn wir eine bestimmte Vorstellung davon haben, wie etwas sein sollte und dieses Etwas – oder Jemand – weicht davon ab, ordnen wir das in die Kategorie „schlecht“ oder „ungenügend“ ein.

Allerdings lohnt es sich ab einem bestimmten, ausreichend reifen Alter, die eigenen Maßstäbe zu überprüfen. Nicht an einem hehren Ideal, das irgendwo im Himmel verortet sein könnte.

Sondern an den menschlichen Möglichkeiten und Gegebenheiten. Das kann schwierig scheinen.

Leichter wird es so:

    • Das Leben ist kein Selbstbedienungsladen und oft auch kein Spaziergang.
    • Im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten sein Bestes zu tun, auf das Ziel hin gedacht: Das kann man als Maßstab, als Ausgangspunkt nutzen.
    • Danach gilt: „in dubio pro reo.“ – „Im Zweifel für den Angeklagten.“ Der lateinische Rechtsgrundsatz, der auch vor Gericht angewendet wird.

Was ist aber denn das Ziel? Oder die Ziele?
Im Wesentlichen gibt es zwei verschiedene:

    • Die Gemeinschaft achten und schützen.
    • Die eigene Person achten und schützen.

Das drückt sich aus in dem christlichen Grundsatz. „Liebe deinen Nächsten – wie dich selbst.“

Das buddhistische „Leiden vermeiden“ ist ein guter Grundsatz.

Kants kategorischer Imperativ: „Handle stets so, dass die Maxime deines Handelns jederzeit zum allgemeinen Gesetz erklärt werden könnte.“ (Gedächtniszitat)

Das sind die drei wesentlichen Grundsätze, die wir nutzen können, um auf einer soliden Basis die eigenen und andere Handlungen zu beurteilen.

Dazu sollte Nachsicht kommen, Gnade: Denn, Menschen sind nicht unfehlbar, von Natur aus nicht. Wir alle müssen manchmal Nachsicht üben, wie alle brauchen sie manchmal.

Schwarz und Weiß – Menschen und Meinungen – Das Leben wie es ist…

Ein Gemälde als Druck auf einem fertigen Puzzlespiel.
Image by Hans from Pixabay

Menschen sind entweder gut oder schlecht. Entweder Schwarz oder Weiß. Entweder fleißig oder faul. Entweder freundlich oder unfreundlich. Entweder verlässlich und respektvoll oder unzuverlässig und respektlos. Entweder  intelligent oder dumm. …

Das klingt so einfach. Schnell eingeordnet. Ohne großes Hin und  Her ein Ergebnis präsentiert. „Entscheidungsfreudigkeit“.
Das steht oft im Mittelpunkt. Aber es kann eben genauso Schwarz-Weiß angewendet werden, das Prinzip: Bloß schnell entschieden haben,  Hauptsache ‚entscheidungsfreudig‘ wirken…

Dabei ist es so offensichtlich, dass das Leben nicht Schwarz-Weiß ist: Wir leben mit vielen Farben rund um uns. Das sind nicht nur die Farben der eigenen Orientierung. Das ist viel mehr: Menschen sind Persönlichkeiten, die irgendwo aufgewachsen sind, geprägt und erzogen wurden, Schulen besucht haben oder eine andere Art der Ausbildung genossen haben. Eine Kultur und Sprache in sich aufgenommen haben. Mindestens eine. In vielen Fällen mehr.

In der jüdischen Tradition heißt es wohl, jeder Mensch sei ein kleines Universum.

Das bringt es sehr schön auf den Punkt: Menschen sind keine Verkehrsampeln: Entweder Rot oder Grün. Entweder Schwarz oder Weiß.

Menschen sind wie Kaleidoskope, vielseitig, bunt gemischt in ihren Ideen, Meinungen und in ihrer Tagesform.

Wer Menschen beurteilt, sollte sich klar machen: Situationen sind oft ungünstig für das Hervortreten der Persönlichkeit.

Vorschnelle Urteile können das Leben und die Kontakte unnötig erschweren.

Ein persisches Sprichwort lautet: „Wenn Du Geduld hast, kannst Du aus sauren Trauben Halva machen.“
Ein zentrales Prinzip: Geduld.


Anmerkung der Autorin: Voraussetzung ist natürlich, dass Urteile aufgrund von echten Tatsachen gebildet werden. Dass auch Maßstäbe klar sind und aufrichtig angewendet werden…
Aber spätestens, wenn wir die Pubertät erreichen, wissen wir von Menschen, die Lügen verbreiten. Um sich selbst besser darzustellen – oder schlicht, um die Wahrheit zu vertuschen. Gerade im Business-Bereich – und nicht nur dort – gibt es die unterschiedlichsten Motive dafür.

Vorbereitungen zur nächsten Stufe…? – Macht macht wirklich korrupt – CDU, CSU, R21 und die AfD – Die echten Folgen von Diktaturen – oder: Das Bildnis des Dorian Gray

4 Bilder von Partylichtern und Kuchen und Süßigkeiten auf Tischen unter verschattetem Licht
Bilder: Lizenziert via Adobe CC, meine Graphik

Macht kann für schwache Menschen etwas Verführerisches haben: Nicht nur Geschichten sondern auch die Geschichte beweist das. Macht ist wohl wie ein Stück Kuchen und Mousse au Chocolat dazu: Wer sie gekostet hat, kann schwer von ihr lassen.
Das betrifft besonders schwache Naturen, die Macht anstreben um der Macht willen, den Gefühlen von ‚Größe‘, ‚Stärke‘ und ‚Potenz‘, die vordergründig damit einhergehen.

Das Problem:
Wer sie als ‚Persönlichkeitspolster‘ nötig hat, der wird ihr verfallen. Er oder sie werden irgendwann erpressbar werden und eines Tages wie „Das Bildnis des Dorian Gray“ in Oscar Wildes wunderbarer Erzählung, fratzenhaft anzusehen, in Wirklichkeit zugleich mit ihr untergehen.

Wer Geld und Macht um ihrer selbst willen ‚anbetet‘, dahinschmilzt vor seiner eigenen (eingebildeten) Größe, ist zum Untergang verurteilt.

Das hat die Geschichte auch immer wieder gezeigt.

Ich appelliere an die CDU und Bundeskanzler Merz & Co., nehmen Sie sich in Acht: Sie sind in Gefahr, sich korrumpieren zu lassen.

Die CSU ist längst über diesen Punkt hinaus.

Wenn Sie sich mit menschenverachtenden Kräften dieses Landes tatsächlich verbünden, die alles daran setzen, Geld und Einfluss einzusammeln, von den Republikanern in den USA ausgezeichnet und unterstützt werden, sind Sie und dieses Land zu einem erneuten Untergang verdammt:
Der endgültigen Unfreiheit von Gedanken, Worten und Presse. Ob Kunst, Kultur oder Wissenschaft, sie werden untergehen.

Nutzen Sie die Möglichkeiten der Information!

Wir haben noch Wissenschaftler von Weltruhm in diesem Land, die scharfsinnig sind und die Wahrheit auch erkennen und sprechen können:

Diktaturen frieren auf Dauer immer alle Innovationskraft, Kultur und Kunst ein, aus lauter Angst um den Machtverlust.

Sie sehen das in China, Iran, Russland und jetzt auch immer mehr in den USA.

Wenn das passiert, sind die langfristigen Folgen vorhersehbar.

Wie immer.

Seien Sie auch versichert, es gibt noch mehr Opposition, als Ihnen vielleicht bewusst ist, Sie werden es schwer haben.

Und wenn der Tag kommt und Sie sich ungeschminkt im Spiegel sehen müssen – werden Sie es wahrscheinlich auch nicht aushalten. Wie Dorian Gray.


Links zum Thema:
Der Spiegel-Artikel: Mit Steuergeld gegen die Brandmauer
Artikel der Frankfurter Rundschau: Konservative Denkfabrik bekommt staatliche Fördermittel

Das Leben speziell oder: Des Künstlers Refugium oder: Verdis Gut in Norditalien

Giuseppe Verdi gilt als einer der größten Opernkomponisten weltweit. Seine Musik berührt die fundamentalen Themen des menschlichen Lebens: Trauer, Liebe, Verzweiflung, Tod. Aber auch Kampf und Widerstand. Leidenschaftlich und zugleich kontrolliert.

Er liebte das Leben auf seinem Gut in Norditalien, manche seiner Freunde nannten es Einöde. Er schrieb zeitlebens viele Briefe und war seine Kunst betreffend sowohl streng als auch wenig gewillt zu Kompromissen. Er kannte die Welt und wusste, dass es wichtig ist, seine Freunde sorgfältig zu wählen.

Es heißt von ihm auch, dass er Entscheidungen manchmal über Jahre durchdachte und eine einmal getroffene Entscheidung nicht mehr rückgängig machte.

Dies ist ein Ausschnitt aus einer Dokumentation über ihn, neu zusammengesetzt, aber mit Originaltext.
(Original: ©arte.tv, 2013)

AxD-Wähler…. oder Prozente umkehren: 80% sind dagegen!

Es ist wie so gerne, wir neigen zur Schwarzmalerei, hier in Deutschland. Denn, kurz und bündig, wie auch in der Graphik zu sehen: Die Nichtwähler sind in der Mehrheit!

Auch damals waren sie es! Demokratie erhalten, darauf kommt es an. Sonst können solche an die Macht kommen, die Mehrheiten erzwingen.

Das heißt auch: Nicht Meckern.

Konstruktive Kritik!

Wenn Wissen kombiniert wird… oder: Arbeitsprozesse – oder: Warum Zusammenarbeit förderlich ist

Bild von zwei Umrissen menschlicher Köpfe, einander zugewandt, die vor einem Bücherregal den jeweiligen Ausschnitt des Regals im Umriss zeigen.
Image by Gerd Altmann from Pixabay

Wissen und Können sind nie gleich bei zwei verschiedenen Menschen. Egal, wieviel jemand gelernt, studiert oder erlebt und erfahren hat: Wir sind im Detail immer einzigartig in einem bestimmten Arbeitsumfeld. Wie unsere Fingerabdrücke.

Wenn Menschen hinzu kommen und ihre Expertise mitbringen, kann das Unruhe auslösen: Wird mir das schaden, weil ich weniger kompetent wirke?
Was muss ich vielleicht beachten? Was kann ich noch nicht, habe es übersehen oder sollte es gekonnt haben…?

Wenn Menschen nicht das Gleiche können und wissen, ist das förderlich!
Ideen zu kombinieren, Eindrücke und Erfahrungen austauschen, befruchtet!

Ob im Arbeitsleben oder privat: Austausch ist oft entscheidend für das Fortkommen, die Weiterentwicklung oder schlicht Innovation.

In der Anthropologie ist es Teil der Forschung: Wenn Kulturen sich abschotten, gegen andere, der Austausch versiegt, dann gehen Kulturen unter.
Ein besonders berühmtes Beispiel sind die alten, chinesischen Kulturen: Sie bauten eine Mauer, um sich zu schützen, gegen feindliche Angriffe.

Aber sie schotteten ihr Reich immer mehr ab, so dass es in den Jahrhunderten danach regelrecht zu einem Geheimwissen, einer mysteriösen Existenz im Bewusstsein der Völker wurde.
Was läge wohl dahinter…?

Die Zeiten änderten sich, aber die Kultur ging tatsächlich unter. Und sie ist eben nur ein Beispiel.

Mich selbst erkennen, mein Können und Wissen verstehen und darauf als Basis auf solidem Grund stehen, kann Ausgangspunkt sein.
Von dort aus können Hände gereicht und Ideen ausgetauscht werden.

Ohne Angst oder Sorge, selbst etwas Entscheidendes zu verlieren oder aufgeben zu müssen.

Fehler? Nie! – Oder: Warum Fehler machen menschlich ist – oder wieder werden sollte

Photo zweier Plüschtiere, die an einem Seil vor dem Hintergrund eines Hochhausgebiets hängen und lächeln.
Image by Alexa from Pixabay

In manchen Teilen der Welt wird Menschen beigebracht, dass Fehler machen eine Art Sünde sei, etwas, „das nicht sein kann, weil es nicht sein darf“. Wenn Menschen mit dieser Idee aufwachsen, kann das ernsthafte Folgen haben: Wenn im Privat- oder Geschäftsleben der Eindruck vermittelt wird, ‚fehlerfrei‘ sei der Standard.

Aus Fehlern können wir lernen.

Fehler sind menschlich.

Ein Ingenieur, mit dem ich einmal über das Thema sprach, erklärte mir, kluge Ingenieure planten menschliche Fehler mit ein!

Denn statistisch gesehen sind menschliche Fehler von 1-5 % normal und erwartbar. Das nicht mit einzukalkulieren, könne bei Hochsicherheitseinrichtungen fatale Folgen haben.

Traurig ist, wenn im Alltag, ob Büros oder Fabriken, Gastronomie oder Familien, Fehler machen verteufelt wird: Menschen werden ängstlich und verspannt, versuchen womöglich mit aller Kraft, Fehler zu vermeiden – und dadurch wird es schlimmer. Denn Angst oder Sorge vor Verurteilung der Anderen lässt das Denken nicht frei fließen.

Außerdem können wir mit kluger Betrachtung aus Fehlern lernen: Wie kam es dazu? Ist es ein fundamentales Ereignis? Müssen wir Vorsorge tragen, dass es möglichst selten wieder vorkommt? Wenn ja, wie?

Wir lernen täglich dazu.

Es ist möglich, dass die Herangehensweise der Noten in der Schule ein entscheidendes Problem darstellt:
Ob die ‚1‘ in manchen Regionen, oder die ’20‘ in anderen; in wieder anderen das ‚A‘ – die ‚Bestnote‘ impliziert zu oft, dass Fehlerfreiheit möglich sei.
Das gilt aber nur in dem eng gesetzten Rahmen von Fragen und Antworten der Schulprüfungen. Sie sind ähnlich einem Laborversuch konstruiert und spiegeln nicht das Leben wieder!

Wenn wir mutige Menschen wollen, die Rückgrat haben, sollten Fehler (wieder) Teil des Lebens werden dürfen!

Denn „Fehler“ heißen sie, weil sie die Ausnahme bilden. Sonst würden sie „Regel“ genannt.