Güte, Menschlichkeit und Prozentsätze: Das Prinzip Hoffnung

Collage of three images: Three small boys, smiling and a picture of a graph arrow like a chart and a percentage sign.
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Wir leben von Prozenten: In der Politik werden Wahlergebnisse in Prozentzahlen angegeben. Statistiken geben in vielen Fällen Werte ebenso in Prozenten an. Inflation wird in Prozenten angegeben… oder Arbeitslosenquoten. Bevölkerungsanteile… Kriminalstatistiken.

Jemand hat einmal gesagt: „Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.“

Ich denke, das ist einfacher auszudrücken:
Antworten bekommen wir immer auf die Fragen, die wir stellen.
Die Art der Frage bestimmt oft das Ergebnis, auch in den Naturwissenschaften ist das mittlerweile bekannt.

Ein eher einfaches Beispiel:
Wenn ich frage, „wieviele Menschen haben Partei X gewählt?“ bekomme ich eine Antwort…. Y.
Die kann mich beunruhigen.

Wenn ich dagegen frage:
„Wieviele Menschen haben Partei X nicht gewählt?“,
sieht die Antwort vielleicht ganz anders aus!

Die Hessenwahl gibt einigen Anlass zur Hoffnung. Sie mag nicht repräsentativ sein. Aber sie macht deutlich, dass Menschen auch in Deutschland ‚bunt durchmischt‘ sind – und denken.

Auch Kriminalstatistiken können irreführend sein. Dazu kommt das Gefühl der Menschen, das durch Berichterstattung und allgemein zur besten Sendezeit ausgestrahlte Geschichten stark beeinflusst wird.

Die Befragungen ergeben in den letzten 2 Jahrzehnten ein steigendes Gefühl von Bedrohung in der Bevölkerung.

Die Kriminalstatistiken sind dagegen in allen Bereichen rückläufig!

Menschen sind auch ein wenig wie Prozente in anderen Bereichen:

Es gibt die freundlichen, klugen und hilfsbereiten. Die gerne ein Lächeln schenken und kurz mit anpacken.

Und: Wir sind mehr!

Die menschliche Herausforderung: Toleranz – oder: Selbstachtung als Basis

Embleme der Religionen der Welt in einem goldenen Strahlekranz auf lauchtend blauem Grund, mit meschlichen Fiuren dazwischen, im Zentrum ein Globus.
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Toleranz ist die Kunst, Dinge oder Sichtweisen, die man nicht mag, die abweichen, hinnehmen zu können. Als gleichberechtigt. Solange sie nicht schädlich oder lebensfeindlich sind.

Toleranz f. ‘Duldung, Duldsamkeit’ (Mitte 16. Jh.), später auch allgemein ‘Rücksichtnahme, Großzügigkeit, Aufgeschlossenheit’ und (ab 19. Jh.) ‘zulässige Abweichung vom Nennwert’, aus lat. tolerantia ‘Fähigkeit zu ertragen, Geduld, Duldsamkeit’.

Soweit das Wörterbuch (Wahrig + Duden: www.dwds.de).

Toleranz kann eine Herausforderung sein, weil sie erfordert, dass Menschen ihre eigene Sichtweise nicht absolut setzen. Sondern Alternativen, das Anderssein, zulassen können.
Das Andere kann aber die eigene Sichtweise infrage stellen.

Das ist nicht unbedingt ein Problem. Denn andere Sichtweisen können neue Eindrücke, neue Ideen oder neue Erkenntnisse ermöglichen.

Es wird dann zum Problem, wenn Menschen sich in ihrer Existenz, in ihrem ‚So-Sein‘ angezweifelt fühlen, weil sie ihre Sichtweise und ihre eigene Person gleichsetzen.

Wenn wir mehr Frieden und Gleichberechtigung in der Welt suchen, dann müssen wir das üben und lehren, wo es angemessen ist, in Schulen vielleicht, aber auch an anderen Bildungseinrichtungen und in Betrieben und Organisationen:

Was bedeutet Toleranz? Wo sind ihre Grenzen? Wie kann sie mich als Mensch bereichern, statt mir Angst zu machen?

Toleranz bedeutet, das Andere anders sein lassen können. Weil ich mich selbst kenne und gut leiden kann. Weil ich Selbstachtung gelernt habe.

Nur wer aufrecht steht, kann die Arme zum Umarmen ausstrecken.

Menschliche Gefühle: Angst, Vertrauen und Zuversicht – oder: Freude und Leid teilen

Photo einer Hochhauslandschaft, davor eine junge Frau in einer Hängematte, scheinbar darüber schwebend.
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Gefühle sind im Menschenleben eine sehr starke Kraft. Sie beeinflussen unsere Gedanken, unser körperliches Wohlbefinden, unsere Urteile – und unsere Entscheidungen. Gefühle sind manchmal sehr fundamental und universal. Ob Freude oder Ekel, Angst oder Traurigkeit, alle Menschen kennen sie.

In der Forschung über die Seele, die Psychologie, werden diese menschlichen Regungen und teils auch die dazugehörigen Vorgänge im Körper, Psychosomatik, genau erforscht und beschrieben.

Oft wird es dargestellt und auch teils so erfahren, als wären wir unseren (heftigen) Gefühlen oder Leidenschaften hilflos ausgeliefert. Aber das ist nicht so.

Manchmal empfinden wir heftige Wut, Furcht, Angst oder Traurigkeit. Und dann gute Wege zu finden, sie zu erleichtern, kann wichtig sein. Aussprechen, evtl. auch durch ‚Kissenboxen‘, oder Trost durch liebe Menschen, wenn wir weinen müssen, kann wichtig sein.

Aber es gibt die Möglichkeit, in ruhigeren Momenten unsere Gedanken zu prüfen: Ob wir auch andere Perspektiven finden.

Selbstkritik kann heftig werden. Sie kann uns ohnmächtig fühlen lassen. Schuldgefühle.

Wenn das passiert, kann auch professionelle Hilfe durch gut geschulte, zertifizierte und erfahrene Fachpersonen wichtig sein.

Angst kann sich aber eben auch in nicht ausreichendem Vertrauen gründen: Wenn wir schwere Zeiten erlebt haben, vielleicht auch wiederholt ähnlich: Jobverlust, schlechte Erfahrungen oder Behandlung durch andere, Krankheit und Tod lieber Menschen; dann neigen wir dazu, vorsichtig zu werden.

Kann ich dieser oder jener Person wirklich vertrauen?

Vertrauen.

Vertrauen fällt nicht vom Himmel. Aber es kann im Voraus geschenkt werden, der berühmte ‚Vertrauensvorschuss‘.

Danach kann es wachsen.
Weil wir mit den noch unbekannten Menschen immer vertrauter werden. Schwere Zeiten durchmachen und wissen, wir können uns auf sie verlassen. Vertrauen haben.

Vertrauen kann man aufbauen, zerstören – aber auch wiederfinden. Es sollte gehütet werden, wie ein Schatz. Vertrauen.


Literaturempfehlung zum Thema Gefühle und Alltag:
Daniel Goleman: EQ. Emotionale Intelligenz, 34. Auflage, 1997