Hannah Arendt und „Die Banalität des Bösen“ – oder: Die Wahrheit hinter dem ‚Monster‘

Foto: Barbara Niggl Radloff, „Hannah Arendt auf dem 1. Kulturkritikerkongress“

Die Banalität des Bösen ist Hannah Arendts Schrift auf Grundlage ihrer Beobachtung des Prozesses gegen den Kriegsverbrecher  und Nationalsozialisten Adolf Eichmann in Jerusalem, 1961. Sie wurde und wird teils immer noch heftig diskutiert und Arendt wurde zeitlebens dafür kritisiert.

Ich selbst bin zwei Generationen jünger. Aber ich kann ihre Sichtweise voll unterstützen:
Auch noch zu meiner Jugendzeit gab es die generelle Idee von der ungeheuerlichen, unvorstellbaren Grässlichkeit der Nazis, der NSDAP, und insbesondere Adolf Hitlers als Vorsitzendem und Reichskanzler.

Grausamste Verbrechen wurden begangen und schienen beispiellos. Also wurden die Täter in die Ecke der ‚Monster‘ abgeschoben: Charakterlich deformierte, geradezu gestörte Wesen, die kaum etwas Menschliches an sich hätten.

Aber das entzieht sie nicht nur ihrer Schuld, weil sie beinahe als unzurechnungsfähig escheinen. Es lässt auch Ursachen und Muster im Dunkel, die durch genaue Analyse und echtes Hinschauen erkannt und künftig verhindert werden können.

Gerade die Art, wie Eichmann sich auf scheinbar völlig alltägliche Weise der Verantwortung zu entziehen versuchte, musste entlarvt werden als das, was es war: Der traditionelle, militärisch geprägte ‚Kadavergehorsam‘.

Niemand ist verantwortungslos, das ist der Kern der Erkenntnis aus diesen und ähnlichen Diktaturen und deren Gräueltaten, früher genauso wie heute.

Auch Hannah Arendt berief sich auf Kants kategorischen Imperativ: Er besagt, dass jeder Mensch zu jeder Zeit für seine oder ihre Taten volle Verantwortung trägt:

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Zu Ende gedacht bedeutet es nicht eine Vorschrift, sondern einen Maßstab: Wenn alle es täten, wäre es dann auch in Ordnung?

Menschen sind gelegentlich krank und das kann festgestellt werden. Aber die heutigen Rechtsextremen genauso wie erklärte frühere und heutige Nazis waren weder Monster noch im engeren Sinne krank. Sie waren und sind macht- und geldgierig – und manipulieren jene, die womöglich einen Groll hegen oder Geltungsbedürfnis ausleben wollen.

Erst wenn wir solche Muster erkennen, können wir auch den folgenden Generationen deutlich machen, worum es geht:

Menschenwürde – und die Menschenrechte:

Die Grundfesten unserer Demokratie: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit = Mit-Menschlichkeit

„Fehlerkultur“? – „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ – oder: Der Unterschied zwischen Angst, Feigheit und Mut

Schwalbe, die ein Bad nimmt.
Bild: Wikimedia Commons, Creative Commons Lizenz – courtesy Prasan Shrestha: „Barn swallow taking a bath“

Die eine Schwalbe, die den Sommer nicht verkündet: Sie ist sprichwörtlich im Deutschen dafür, dass wir einzelne Ereignisse nicht als Anzeichen für eine Regel betrachten dürfen. „Fehler“ werden so genannt, weil sie Ausnahmen sind.
<Scherz an>Wenn Fehler zur Regel würden – könnten sie eine Marktlücke füllen…<Scherz wieder aus>

Seit geraumer Zeit wird der Begriff „Fehlerkultur“ im Deutschen gebraucht und diskutiert. Ich bin vor vielen Jahren schon in der Didaktik der Medizin damit konfrontiert worden, als ich in der Forschungsadministration beschäftigt war.

Im Englischen gibt es seit 1999 den Begriff der ‚psychological safety‘. Selbst Marktgiganten, wie Google haben sich damit befasst und mit den Auswirkungen auf Arbeitsatmosphäre und -qualität.

In diesem Zusammenhang kommen Angst, Mut und Feigheit zur Sprache. Wir werden oftmals erzogen zu glauben, dass Angst und Feigheit dasselbe seien. Dagegen Mut bedeute, keine Angst zu haben.

Das ist ein Trugschluss. Möglicherweise auf den Ideen des Militärs beruhend, die immer wieder auch ihren Niederschlag im Geschäfts- und Privatleben finden. Denn echte ‚Helden‘ sind natürlich ‚furchtlos‘.

Aber sowohl Psychologie als auch Anthropologie und eben auch Medizin haben längst erkannt, dass Angst zu den grundlegenden Emotionen gehört.

Wenn wir unsere Angst zu katalysieren lernen; lernen, mit ihr umzugehen, verstehen, dass sie kein Manko ist, sondern menschlich; dann werden wir in die Lage versetzt, neue Wege zu gehen.

Vielleicht das Beste, was man mit Fehlern tun kann, ist:

    • Verstehen, dass sie wie die eine Schwalbe, eine Ausnahme sind, keine ‚Regel‘.
    • Aus ihnen lernen, um neue und vielleicht bessere Wege zu gehen, wenn es um’s ‚Geschäft‘ geht.
    • Neue Wege zu finden, mit Menschen in Kontakt zu kommen und gegenseitiges Verständnis aufzubauen. Echte Beziehungen.

Denn eines ist auch klar: Feigheit ist eine Möglichkeit, mit Angst umzugehen. Sie kann aber schlimmere Folgen haben, als die Angst selbst. Weil sie Fehler verwischen oder unter den Tisch kehren macht, die besser klar wären. Um sie beheben zu können. Oder künftig zu vermeiden, weil man neue Wege gefunden hat.

Mut ist nicht Abwesenheit von Angst. Mut ist, Angst zu haben und trotzdem mit klarem Kopf zu tun, was nötig oder wichtig ist.

Das Sparen, die Politik und der politische Gegner: Manipulationen – oder: Von China und dem ‚Kaputtsparen‘

Bild von zwei Flamingos, die in einer Wolkenlandschaft zu schweben scheinen..
Image by Дмитрий Бирюков from Pixabay – „Wolkenkuckucksheim….“

„Schulden sind schlecht. Staatsschulden? Die für unsere Kinder. Das ist richtig schlecht.“ Sehr simple ‚Botschaften‘. Simpel? Genau. Zu simpel. Diese und ähnliche Formulierungen werden immer dann aus der Schublade geholt, wenn es darum geht, den politischem Gegner irgendwo zu packen, weil andere Argumente gerade fehlen.

Oder weil man es simpel mag, denn viele Menschen lassen sich immer noch viel zu leicht davon einwickeln.

Aber wir müssen unterscheiden, wofür Schulden gemacht werden, warum. Und was sie wirklich bedeuten.

Wer sich mit Finanzen und der Finanzwirtschaft und mit Betrieben und Betriebswirtschaft ein wenig auskennt, der weiß, dass Schulden, also Kredite, an den richtigen Stellen gang und gäbe sind. Sie dienen dazu, beispielsweise ‚vorzufinanzieren‘. Waren und Dienstleistungen herstellen zu können, weil die Rohstoffe eingekauft werden können, um sie anschließend gewinnbringend absetzen zu können.

Aber: Das ist die Wirtschaft.

Ein Staat – unser Staat – eine Staatswirtschaft funktioniert nicht nach den gleichen Regeln.

Überall gibt es schwarze Schafe, um das auch vorwegzunehmen. Wir wissen alle noch, wie die Finanzkrise 2008/2009 zustande kam: Banken und Finanzinstitute hatten Kredite umgewandelt, teils mehrfach in verschiedenen ‚Paketen‘ wiederverkauft und damit Termingeschäfte im großen Stil betrieben, dass man – als es öffentlich wurde – nur noch mit den Ohren schlackern konnte.

Wir wissen alle, dass Vertrauen gut, aber Kontrolle besser sein kann. Denn es gibt immer ein paar wenige, die sind entweder schwach. Oder regelrecht kriminell.

Aber Staatsschulden sind eine Investition in alle die Dinge, die unser Leben besser und zuverlässiger machen.

Wir sollten im Auge behalten, dass eine gute Infrastruktur und Rechtssicherheit die Grundlage für florierende Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft sind.

Ob die Straßen, die Bahn (Personen- und Güterverkehr), Telekommunikation oder Müllabfuhr.

Ob Krankenhäuser, Ärztinnen und Ärzte, Physiotherapeuten oder Pflegekräfte: Wir leben in diesen kleinen und größeren Orten zusammen und haben eine Demokratie seit geraumer Zeit. Manchmal müssen auch im Staat Dinge vorfinanziert werden, aber auf andere Weise.

Auch den Staatsbediensteten, Abgeordneten, Beamten, Angestellten muss man Kontrolle zukommen lassen. Aber sinnvoll.

„Schulden“ sind nicht das Problem. Sondern die falschen Prioritäten. Denn wer am falschen Ende spart, der öffnet der ‚Konkurrenz‘ Tür und Tor.  China: Eine alte Kulturtradition, Fleiß als Teil der staatstragenden Philosophie und einer gewissen Öffnung kapitalistischen Grundregeln gegenüber ist eine nicht zu unterschätzende Größe.

Wenn wir klug bleiben und uns nicht von manipulativen Sprüchen irre führen oder gar Angst machen lassen, werden wir es auch weiterhin sein: Eine nicht zu unterschätzende Größe.

‚Maskenball‘: Wenn das Gehen erzwungen wird

Ein Schachbrett, dessen Figuren sehr nahe zum Betrachter heftig bewegt wirken.
Image by Vzsuzsi from Pixabay

Das Muster ist so alt wie die Welt, zumindest die menschliche: Wenn jemand zu unbequem wird – oder zu effizient – oder zu hellsichtig… werden Gerüchte gestreut. Man wühlt in der Vergangenheit und versucht, denjenigen an eingebildeten oder aufgebauschten ‚Vergehen‘ zu packen. Zu Fall bringen.

Das gelingt nicht immer gleich. Wie im jüngsten Falle des Jens Spahn: Die Masken-‚Affäre‘ (hallo?) reichte nicht aus: Denn sie war angesichts der Belastungen einer Pandemie an den Haaren herbei gezogen.

Nun hat man es doch noch geschafft, etwas aufzuspüren, in der ach so schrecklichen Vergangenheit: Ein Verstoß gegen geltendes Recht.

Schwieriges Thema: Leihmutterschaft sollte verboten werden, um Frauen zu schützen, vor einer Art Ausbeutung, im schlechtesten Falle, die finanzielle Not ausnutzt. Sie ist in den USA offenbar noch erlaubt.

Nun ist er auch ‚Geschichte‘, der Herr Spahn. Für ihn vielleicht die bessere Alternative: Er wird nicht mehr im Rampenlicht stehen.

Die Merkel-Regierungen werden lebendig: Alle paar Jahre wurden unbequeme Konkurrenten wahlweise in die Landespolitik abgedrängt – oder nach ‚Europa‘ ‚befördert’…

Wo Menschen sind, da menschelt’s. Ob im Berufsleben, der Politik oder im privaten Bereich. Glücklich, wer einen Garten hat, in den er sich zurückziehen kann.

Manchmal ist weniger mehr….

Was genau ist eigentlich Integration? – Und: Warum Integration?

Bild aus Asterix-Heft, Band 21; ©DELTA Verlag, Stuttgart (dt. Fassung)
Bild aus Asterix-Heft, Band 21; ©DELTA Verlag, Stuttgart (dt. Fassung)

Du weißt, ich hab‘ nichts gegen Fremde, meine besten Freunde sind Fremde, aber diese Fremden sind  nicht von hier.“ Das ist ein Zitat aus der Comic-Serie Asterix. Der Gallier, der 50 v. Chr. gegen die Besatzung der Römer mit viel List und Humor und Augenzwinkern – und der einen oder anderen ‚Rauferei‘ – vorgeht. Sein Dorf wird angeblich verschenkt… die neuen Besitzer sind kaum angekommen und eingezogen, da beginnen die Konflikte.

Es bringt sehr schön auf den Punkt, worum es eigentlich geht, das komplette kleine Zitat ist oben abgebildet.

Integration? Im Wesentlichen bedeutet es, sich kennen zu lernen, mit Geduld und Offenheit.

Wenn man sich das Bildchen oben nicht nur in Bezug auf die gesprochenen Worte ansieht – sondern sich fragt, warum und zu welchen Zeiten solche Aussagen gemacht werden, wird Vieles klarer.

Die Motive ähneln sich, oder sind dieselben. Denn Menschen sind so verschieden nicht. Erst recht, wenn es um die grundlegenden Gefühle geht, die wohl in unserem Stammhirn angelegt sind. Der älteste Teil des Gehirns, der bei Untersuchungen aktiv wird, wenn wir essen, uns fortpflanzen – oder schlicht Angst haben.

Das Gehirn ist aber mit mehr ausgestattet: Wir können auch Mitgefühl empfinden. Komplexe Ideen erfassen und entwickeln. Sprache lernen und nutzen. Aber das sind die ’neueren‘ Teile unseres Gehirns, der Neokortex.

Wenn aber die Angst von uns Besitz ergreift, kann sie alle anderen Fähigkeiten zeitweise ausblenden.
Uns vergessen machen, wer wir auch sind: Fühlende Menschen und Teil von Familien: Vater, Mutter, Tochter, Sohn, Enkel, Großvater, Tante, Onkel…

Das ‚Andere‘ kann schwierig erscheinen, weil es unsere eigene Sicht in Frage stellt: Die andere Art, sich zu kleiden, auszusehen, sich zu benehmen. Plötzlich scheint es, als wäre durch ‚Exotik‘ auch noch ein Reizwort hinzu gekommen: Spannung durch das Neue… das wiederum bedrohlich wirkt.
Eine Bedrohung = Verunsicherung. Der eigenen Werte, Maßstäbe und des eigenen So-Seins.

Wenn dann noch die Sorge um die eigene Zukunft hinzu kommt, ist es leicht, mit dem Finger zu deuten und zu sagen: Da, der ist Schuld, ich habe gar nichts gemacht.
Das Sündenbockprinzip.

Dies sind Muster. Menschliche. Sie kommen leicht vor, überall auf der Welt. Und es gibt Menschen, die aus Machtkalkül genau diese Muster ausnutzen. Die uns vorzumachen versuchen, die Lösung aller Probleme sei ganz einfach:
Alle wegjagen, die anders sind oder scheinen.

Integration bedeutet: Aufeinander zugehen. Sich kennen lernen. Mit Geduld und Offenheit. Es kann bedeuten, dass wir unsere Angst genauer kennen lernen und sie dann ‚in die Ecke‘ verweisen: Sie wird nämlich immer kleiner, wenn wir uns Neuem öffnen und es vorsichtig kennen lernen.

Das Wunderbare daran: Mit anderen Menschen kommen neue Ideen, andere Sichtweisen und sogar kulinarische Köstlichkeiten zu uns: Seien es Pizza, Nudeln oder auch Fleisch am Spieß:
Es ist in der sozialwissenschaftlichen Forschung bereits erweisen, dass Kulturen untergehen, die sich abschotten.

Vielfalt und Innovationskraft, statt Einfalt und Ideenmangel.

Wählen gehen? – JA! – Und was? – DEMOKRATIE! Nein zu Rechtsextremismus

Collage von Bildern, das Brandenbruger Tor, Segelschulschiff Deutschland und ein Strichmännchen, das ein Kreuz in einem Kästchen macht und lächelt.
Bilder: Wikimedia Commons, freie Lizenz und Adobe CC, lizenziert, meine Anordnung

Es gibt eine ganze Reihe etablierter Parteien, die sich durch demokratische und menschenfreundliche Programme auszeichnen. Sie haben unterschiedliche Ideen, die Wirtschaft betreffend. Oder den Umgang mit Sozialhilfe und medizinischer Versorgung.  Aber: Sie stützen die Demokratie.

Die AfD gehört nicht zu diesen Parteien. Sie ist keine Wahl. Der Verfassungsschutz der Bundesrepublik hat sie offiziell als rechtsextrem eingestuft.
Das ist ein Makel. Ein bedeutender.

‚Rechtsextrem‘ ist kein Kavaliersdelikt. Es ist nicht versehentlich eine Laterne umfahren. Oder versehentlich falsch herum in die Einbahnstraße fahren.

‚Rechtsextrem‘ bedeutet, die Demokratie infrage zu stellen. Menschen auszugrenzen. Menschen zu verfolgen. Menschen mundtot zu machen. Sich Geld und Macht zum obersten Ziel zu erklären. Das alles auf der Grundlage von Phrasendrescherei.

Manipulation.
Ausnutzen von menschlicher Angst.

WIR haben die Wahl.

Wir dürfen in diesem Land wählen gehen. Wir dürfen wählen, wen und was uns gefällt. Wir dürfen auf der Straße, in Kneipen, Restaurants oder Cafés – oder online unsere Meinung frei äußern. Die Presse ist frei im Rahmen der Verfassung und kann uns Nachrichten verfügbar machen, die uns helfen, besser zu verstehen.
Besser zu wählen.

Es gab eine Diktatur in diesem Land. Sie war furchtbar. Rechtsextreme Meinungen und Parteien und deren Vertreter sind ihre Nachfolger.

Wir haben viel dazu gelernt. Es geht in diesem Land eigentlich nicht um den Gegensatz zwischen „oben und unten“:

Die Regierung ist Teil unseres Gesellschaftsvertrages.

Dieses Land hat eine lange und ereignisreiche Geschichte, Tradition und Kultur, die nicht durch Hass, sondern durch Aufklärung und Kunst und Wissenschaft, Forschung und Innovation geprägt ist. Darauf können wir auch ohne Rechtsextreme stolz sein.

Es geht um Freiheit, Gleichheit und Mit-Menschlichkeit.

Gemeinsam sind wir stärker.

Nein zur AfD! Demokratie wählen!

‚Knocked Out‘: Das K.O. der Spannung? – Oder die Freude am Spiel: Dabeisein ist Alles… Fussball-WM 2026

Gruppe von Fußballfans, jung und alt mit verschiedenen Flaggen, die in einem Tor stehen, lächelnd.
Bild: Lizenziert via Adobe CC

Spannung und Entspannung: In Spielen, ‚games‘, vor allem solchen, die Wettbewerb beinhalten, wird das ‚mitgeliefert‘, der Kick.
Mitfiebern…
Spannung und Entspannung sind biologisch gesehen das, was uns das Gefühl von Leben vermittelt: Gefühle machen lebendig.

‚Mitfiebern‘ macht also vielleicht ein Gefühl im Leben spürbar, das im Alltag zu kurz kommt. Im Alltag des ‚Business‘, der Geschäftswelt, der Büros, Lagerhallen oder auch Fabriken. Wo Selbstbeherrschung angesagt ist.

Aber ich denke auch, dass in Bezug auf die deutsche Mannschaft dies ein Meilenstein ist.
„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“

Ist nicht auch schon etwas, das Freude macht – dabei sein? Die Gemeinschaft mit anderen Fans zu genießen? Die Freude zu teilen? Ob im heimischen Wohnzimmer, beim ‚Public Viewing‘ oder bei Freunden und Familie?

Niemand kann immer gewinnen.

In unseren modernen, digitalen Zeiten wird immer mehr der Eindruck erweckt, alles sei berechenbar, das Feld, die gegnerische Mannschaft, deren Aufstellung und deren Taktik, bevor das Spiel überhaupt begonnen hat.

Aber selbst KI beruht nicht auf Intelligenz – oder gar Magie, die Sicherheit garantiert. KI ist ein System von Wahrscheinlichkeitsrechnungen (Algorithmen), das genau das tut: Wahrscheinlichkeiten berechnen.

Wenn wir in diesen so sehr vom Geschäftsleben, dem Wettbewerb und im Endeffekt vom Geld als Prestigeobjekt geprägten Zeiten auch im Sport vergessen, worum es geht: Fairen Wettkampf zu führen und – mit Würde verlieren zu können – werden wir wieder verstehen lernen, dass Trainer schassen keine Lösung ist.

Freude am Mitmenschlichen.

Erkennen, dass jenseits der Berechenbarkeit das Glück liegt. Das Glück im Spiel.
Die Freude am Miteinander.

Positive Verstärkung – oder: Visualisieren, Phantasie und – Menschen

Colourful drawing of two cats sitting in the moonlight on a large mushroom, ther backs to the viewer.
Image by Betidraws from Pixabay

Es gibt unterschiedliche Ideen darüber, wie im Alltag miteinander gesprochen wird. Oder einander geschrieben. Das gilt auch dafür, wie man erklärt, wohin ‚die Reise‘ gehen soll. Wenn etwas vielleicht noch nicht ganz rund läuft. Es gibt nicht nur den Ausdruck ‚konstruktive Kritik‘. In dem Zusammenhang sehr interessant ist die „positive Verstärkung“.

Warum?

Worte sind wirkungsvoll. Sie können geradezu explosive Kraft entfalten. Sie tun das, was man beim Radio nennt:
„Das Kino im Kopf einschalten.“

Worte erzeugen Bilder in unseren Köpfen, besonders, wenn es anschauliche Begriffe sind. Solche, die wir positiv assoziieren:
Brot, Kuchen, kühler Drink, weicher, tiefblauer Samt, duftende Rosen, plätschernde Quelle, im Wind bewegte Gräser…

Das sind Ausrücke, die anschaulich sind.

Das bedeutet auch, dass Fehler oder Missgeschicke, in Worte gefasst, im Kopf Bilder erzeugen. Je nach Kultur werden diese dann zusätzlich verstärkt, weil Fehler als ein großes Problem angesehen werden.

In manchen Berufssparten sind Fehler deswegen ein Problem, weil sie teils dramatische Konsequenzen haben können. Etwa bei Ärzten.

Wenn also über Fehler lang und breit gesprochen wird, womöglich noch mahnend, kann das sehr heftig wirken. Hinzu kommt dann, dass auch kulturabhängig, teils familiär bedingt, Menschen gelernt haben, das „poker face“ zu bewahren, auch in schweren Zeiten. Oder wenn mit heftiger Kritik konfrontiert. Da braucht es dann Erfahrung und Fingerspitzengefühl, Kommunikation zu verfeinern.

Darum ist das Prinzip der positiven Verstärkung so bedeutungsvoll: Sie konzentriert sich darauf, das zu betonen, was schon gut ist. Ziele möglichst klar zu machen.

Ich erhebe trotz manchen Fachwissens nicht den Anspruch auf Vollkommenheit.
Ich habe in einem recht ereignisreichen Leben und durch Hintergrundwissen und Lektüre gelernt, dass es Zeiten gibt, da brauchen wir als Menschen Nachsicht. Zeiten, da müssen wir Nachsicht haben.

Im Alltag. Wer bewusst und wiederholt den Regeln des Anstands oder den Gesetzen zuwider handelt, ist sowieso ein anderes Kaliber.

Aber ich nutze diesen Blog immer wieder gerne, um Aufmerksamkeit auf Ideen zu lenken. Oder Prinzipien zu verdeutlichen. (Oder auch einfach mal Luft abzulassen…)

Ich wünsche allen, die dies lesen, viele Möglichkeiten, positive Verstärkung zu üben und zu erleben.

„Pick Your Battles“ – Sich Auseinandersetzungen aussuchen – Provokationen…

Streit, so sagt man, sei menschlich. Verbreitet. Unausweichlich. Das ist immer dann richtig, wenn Beteiligte das glauben. Dass man sich streiten müsse. Oder sich auf jeden Fall provozieren lassen; weil jemand anderer gerade Aufmerksamkeit braucht…

Das Konzept der „gewaltfreien Kommunikation“ ist eine schöne Idee davon, wie man (frau auch) das Leben mit Lösungen zubringt. Statt mit Problemen. Wahr ist auch, dass manche Menschen dazu neigen, sich ihr Leben durch ausgedachte Geschichten interessant zu machen.

„Die Ärzte“ haben dazu ein eher bissiges Lied gemacht, dass dieses Phänomen wunderbar auf den Punkt bringt.

In einem langen und teils sehr schweren Leben habe ich gelernt, dass Auseinandersetzungen viel Kraft kosten können. Die Art Kraft, die man nach heftigen Gefühlen vermisst, wenn man sich danach fühlt, „wie aus dem Wasser gezogen“.

Mit manchen Menschen ist eine Auseinandersetzung auch völlig überflüssig, weil sie wie die Sophisten im alten Griechenland sich durch ständige Themenwechsel jeder Art Argumentation entziehen.

Wahlweise werden sie ‚pampig‘. Oder beleidigend.

Ich freue mich immer über die weltoffenen, freundlichen und selbstständigen Menschen, die ihre Mitmenschen nicht zur Unterhaltung benötigen.

„Pick your battles“: Die englische Variante dazu. Sich aussuchen, mit wem man warum Streit anfängt. Oder eben nicht.

KI, Europa und die Zukunft: Stärken stärken – ist das Gebot der Stunde

Bild: Lizenziert via Adobe CC

Wir neigen in Europa, aber auch in Deutschland, zu harscher Kritik: In den USA haben sie die hohe Kunst des Selbstmarketings tatsächlich zu so etwas wie einer Kunst entwickelt.
Man behauptet einfach so laut wie möglich und so oft wie möglich, dass man das Rad erfunden habe. Irgendwann glauben es – ziemlich viele.

Aufholbedarf in der KI-Entwicklung  und die große Abhängigkeit Europas von US-Amerikanischen Infrastrukturen und Rechen- und Datenzentren sind seit den Zeiten der ‚Trumpisten‘ schmerzlich bewusst geworden.

Wie lang? – 3 Jahre? 4 Jahre? Seit ChatGPT veröffentlicht wurde, seit die jetzige US-Regierung grausame und macht- und geldverliebte Allüren überall auf der Welt ausbreitet.

Wir dürfen uns auf die Schulter klopfen!

Europa ist das kulturreichste, vielfältigste Wirtschafts- und Handelsgebiet der Welt! Große Geschichte und eine demokratische Tradition, die sich sehen lassen kann!

Seit mehr als 250 Jahren haben wir konkrete Demokratien entstehen lassen können – und das antike Konzept weiter entwickelt!

Wir arbeiten kontinuierlich an Verbesserungen zum Wohle der Bevölkerung, Sicherheit und Frieden, die nicht nur Super-Reiche berücksichtigen, sondern geeignet sind, Menschen zu schützen. Vor Cyberkriminalität, vor dem Missbrauch von KI. Vor der Ausbeutung von Arbeitnehmern. Vor zu großer Ungleichheit – durch soziale Systeme.

Wir mögen zurück liegen, in manchen Entwicklungen. Aber warum? Weil wir Jahrzehnte lang gelernt hatten, dass die USA ein verlässlicher Partner seien. Also verließen wir uns darauf: „Passt schon.“

Wir fangen an. Das ist ein guter Schritt!

Ein wunderbares, persisches Sprichwort lautet: „Immer, wenn Du einen Fisch aus dem Fluß angelst, ist er frisch.“

Mut und Zuversicht sind angebracht!

Wir haben Intellektuelle und Forscher in Europa, die wegweisend sind.

„Immer, wenn Du einen Fisch aus dem Fluß angelst, ist er frisch.“